Auf die Sättel, fertig, los

Die Aktion Stadtradeln hat gestern in Backnang begonnen – Teams aus der Stadt sind zum ersten Mal dabei

21 Tage radeln, was die Waden hergeben, Kilometer sammeln und gewinnen: Bei der Aktion Stadtradeln ist die Stadt Backnang zum ersten Mal dabei. Gleich zur Auftaktveranstaltung gestern Abend kamen zahlreiche Radler, um mit Oberbürgermeister Frank Nopper und Landrat Richard Sigel eine Runde zu drehen.

Auf die Sättel, fertig, los

Oberbürgermeister Frank Nopper und Landrat Richard Sigel starten Stadtradeln kreisweit in Backnang mit einer Feierabend-Radrunde in Backnang.Foto: J. Fiedler

Von Sarah Schwellinger

BACKNANG. Drei Wochen alles mit dem Rad. Drei Wochen in die Pedale steigen. Drei Wochen CO2 sparen, etwas für die Umwelt tun, das Klima schützen. Backnang beteiligt sich an der Aktion Stadtradeln zum ersten Mal. Fünf weitere Kommunen aus dem Landkreis, Weinstadt, Aspach, Rudersberg, Schwaikheim und Urbach nehmen für den Rems-Murr-Kreis an der bundesweiten Aktion teil, die Bewusstsein für Klimaschutz wecken und gleichzeitig zum Radfahren motivieren soll.

Am Willy-Brandt-Platz startete gestern Abend eine große Gruppe an Radlern. Zu einer After-Work-Tour schwangen sich neben Backnangs Oberbürgermeister Frank Nopper und Landrat Richard Sigel zahlreiche Fahrradfahrer. Mit der Tour eröffneten sie so kreisweit das Stadtradeln. Freizeitradler gesellten sich zwischen sportliche Mountainbiker, Firmen-Teams, Kinder fuhren im Anhänger oder als Tandem mit dem Papa. „Wir fahren gemütlich“, lässt Jürgen Ehrmann vom ADFC gleich zu Beginn wissen. „Wir wollen den Stress des Tages abbauen.“ Elf Kilometer ging es für die Radler dann zuerst Richtung Steinbach, dann nach Zell und Strümpfelbach zurück zum Ausgangspunkt. Einige haben ihre Rad-Trikots an, so auch Landrat Richard Sigel, der vom Oberbürgermeister einen neuen Spitznamen verpasst bekommt: Landradler.

Über 600 Radler in über 60 Teams haben sich fürs Stadtradeln angemeldet, lobt Sigel die rege Teilnahme auch an Unternehmensteams, die sich beteiligen. „Wir wollen damit motivieren zu radeln und motivieren, das Radfahren in den Alltag einzubauen.

Jeder Kilometer mit dem Rad spart 142 Gramm CO2 ein

„Radfahren tut gut – dem Klima und der Gesundheit. Und es macht außerdem Spaß, vor allem mit anderen zusammen“, so der Landrat. Im Vergleich zum Auto werden mit jedem geradelten Kilometer rund 142 Gramm CO2 vermieden. In der Zeit zwischen dem 3. und 23. Juli läuft die Aktion Stadtradeln, deren Konzept sich bewährt hat, wie Erfahrungen der Städte Waiblingen, Schorndorf und Fellbach zeigen. Deshalb hat der Landkreis die Aktion in sein drittes Klimaschutz-Handlungsprogramm aufgenommen.

Stadtradeln ist eine bundesweite Kampagne des Klima-Bündnisses und als Wettbewerb konzipiert, um Klimaschutz und nachhaltige Mobilität mit Spaß und Begeisterung voranzubringen, heißt es in einer Pressemitteilung des Landratsamts. Innerhalb des Aktionszeitraums von 21 Tagen werden möglichst viele Fahrradkilometer – beruflich wie privat – gesammelt. Nach der Anmeldung können die Radler alle geradelten Kilometer in die Online-Plattform (www.stadtradeln.de) eintragen. Dort werden auch die Teamergebnisse veröffentlicht. Dadurch werden bundesweite Vergleiche zwischen den Landkreisen und Kommunen sowie Teamvergleiche innerhalb des Landkreises und der Kommunen möglich.

Das Klima-Bündnis zeichnet zudem das fahrradaktivste Kommunalparlament, die fahrradaktivste Kommune sowie die beste Newcomer-Kommune aus. Die Initiative Radkultur des Ministeriums für Verkehr Baden-Württemberg zeichnet zudem noch den Teilnehmer mit den meisten Radkilometern aus. Auch das Land Baden-Württemberg unterstützt die Aktion: Radpendler-Teams winken zusätzlich Gewinne. Zudem ist landesweit die Radchallenge ausgerufen – für jeden Bürger im Land soll bei der Aktion Stadtradeln ein Kilometer geradelt werden.

Die Stadt Backnang legt noch Stadtpreise obendrauf, verrät Völker Knödler vom Stadtplanungsamt.

„Backnang ist, das sei den Stadtradlern offen und ehrlich gesagt, bislang auch aufgrund seiner Topografie noch kein Stern am Fahrradhimmel“, sagte Frank Nopper zur Begrüßung der Teilnehmer, „aber wir sind guten Willens und werden täglich besser.“ In diesem Jahr durch Sofortmaßnahmen für Fahrradboxen und Fahrradmarkierungen, durch die grundlegende Überarbeitung von Radschulwegen und durch die Weiterentwicklung des Radinfrastrukturkonzepts.

Sabine Rau freut sich, dass sie in ihrer Stadt Backnang am Stadtradeln teilnehmen kann: „Ich erledige sowieso sehr viel mit dem Rad.“ Als sie von der Aktion gehört hat, wollte sie unbedingt mitmachen. „Mir liegt die Umwelt am Herzen und etwas Bewegung hat noch keinem geschadet. Außerdem ist es doch auch mal interessant zu wissen, wie viel CO2 man tatsächlich sparen kann.“

Bevor es dann losgeht, gibt’s für die Teilnehmer noch eine Brezel-Stärkung und Getränke. Und Nopper kommt mit seinem Freizeitoutfit nicht an Sigel vorbei: Der Landradler hat dem sportlichen Oberbürgermeister ein Radtrikot des Rems-Murr-Kreies mitgebracht.

Am Abend sind auf der Plattform stadtradeln.de bereits die ersten Kilometer eingetragen. Da heißt es nun für die Stadt Backnang nach Tag eins: 206 gefahrene Kilometer und eine Einsparung von 29 Kilogramm CO2. Kein schlechter Anfang.