Zum nunmehr elften Mal innerhalb von rund vier Jahren erlebt die Reykjanes-Halbinsel bei Reykjavik einen Vulkanausbruch. Schon kurz nach Eruptionsbeginn sieht die Lage wieder entspannter aus.
Die Lavamassen fressen sich ihren Weg durch die Landschaft und sind zum Teil schon erstarrt.
Von Markus Brauer/dpa
Der erneute Vulkanausbruch auf Island hat nach kurzer Zeit sichtbar an Kraft verloren. An der Eruptionsspalte auf der Reykjanes-Halbinsel südwestlich der Hauptstadt Reykjavik ist mittlerweile keine vulkanische Aktivität mehr sichtbar. Lediglich vereinzelt sei an dem Erdriss und im entstandenen Lavafeld ein Glühen festzustellen, hat die isländische Wetterbehörde mitgeteilt.
In Reykjanes Peninsula, Iceland, the new volcano eruption has recently reached NATO's communication center. pic.twitter.com/6hRVEOuEGz — Alaska (@Alaska0420) April 1, 2025
Reykjavik, Iceland with a volcano erupting behind itpic.twitter.com/lfFTD6Jg7d — Science girl (@gunsnrosesgirl3) March 30, 2025
Vulkanausbruch auf Island lässt Lava sprudeln
Allerdings werden nach Angaben der Behörde unterirdisch noch immer seismische Aktivitäten und Deformationen durch Magmabewegungen verzeichnet. Solange diese Aktivitäten nicht aufhörten, müsse man davon ausgehen, dass sich neue Vulkanspalte öffnen könnten.
Aus Messungen der Wetterbehörde ging hervor, dass ein Erdbebenschwarm mit bislang Tausenden Erschütterungen in der Region auch am Mittwochmorgen weiterging.
Der Vulkanausbruch hatte am Dienstagvormittag (1. April) begonnen. Es ist der elfte auf der Halbinsel seit März 2021 und der achte allein seit Dezember 2023. Die Eruptionsspalte, aus der glühend heiße Lava an die Erdoberfläche sprudelte, war vorübergehend rund 1200 Meter lang.
Schutzwall um Grindavík und die Blaue Lagune
Auf der Reykjanes-Halbinsel sind Spalteneruptionen dieser Art längst keine Seltenheit mehr: Der aktuelle Ausbruch ist der elfte seit 2021 und der achte allein seit Dezember 2023. Die zuvor letzte Eruption hatte im vergangenen November begonnen, ehe sie nach 18 Tagen ihr Ende fand. Wie lange die Eruption diesmal anhält, lässt sich bisher nicht abschätzen.
Blaue Lagune auf Island in Gefahr?
Im Regelfall stellen die Eruptionen in der dünn besiedelten Region keine Gefahr für Menschen dar. Allerdings wurden bei einem der vorherigen Ausbrüche auch drei Häuser am Rande des immer wieder evakuierten Fischerortes Grindavík von der Lava erfasst, bei der Eruption im November auch der Parkplatz des Geothermalbads Blaue Lagune, das vor allem bei Island-Touristen sehr beliebt ist.
Diesmal verliefen die Lavamassen durch einen errichteten Schutzwall nördlich von Grindavík, auch der Bruch einer Warmwasserleitung wurde gemeldet. Eine akute Gefahr für den erneut geräumten Ort besteht nach derzeitigem Stand aber nicht.
Ungewöhnlicher Vulkanausbruch in Island
Der erneute Ausbruch war bereits seit Wochen erwartet worden, während sich große Magmamassen in einer unterirdischen Kammer angesammelt hatten. Das Magmavolumen unterhalb des Sundhnúkur-Kraters ist nach Angaben der Wetterbehörde nie größer gewesen.
Die Ausbrüche muss man sich dabei nicht wie solche aus einem klassischen Vulkanberg vorstellen: Stattdessen tut sich ein länglicher Erdspalt auf, aus dem in der Folge tagelang glutrote Lava sprudelt – daher auch der Name Spalteneruption.
Vulkanausbruch nach 800 Jahren Ruhe
Die Eruptionen auf der Reykjanes-Halbinsel lassen sich auf mehrere Vulkansysteme mit unterirdischen Magmakammern zurückführen. Fast 800 Jahre lang hatte die Erde unter dem Gebiet im Südwesten von Island Ruhe gegeben, dann war es im März 2021 zu einem ersten Ausbruch gekommen.
Nach drei ersten Eruptionen am Bergmassiv Fagradalsfjall verlagerte sich die Ausbruchsserie vor knapp anderthalb Jahren an die nahe gelegene Kraterkette Sundhnúkur. Forscher gehen davon aus, dass sie noch Jahrzehnte andauern könnte.