An der Freigabe beteiligt waren Kommunalpolitiker und Verwaltungsangestellte sowie Vertreter des Regierungspräsidiums, Landratsamts und der ausführenden Firmen. Foto: Alexander Becher
Von Florian Muhl
Althütte. Endlich, die Bauarbeiten in Althütte, die sich ein knappes Jahr hingezogen hatten, sind fertig. Nur einige Restarbeiten sind in den kommenden Wochen noch zu erledigen. „Es ist nicht vergnügungssteuerpflichtig, so eine Arbeit zu tun“, sagte Reinhold Sczuka bei der symbolischen Freigabe der Ortsdurchfahrt im Rahmen einer kleinen offiziellen Feier. Gleichzeitig betonte der Bürgermeister, dass die Zusammenarbeit mit dem Regierungspräsidium (RP) und dem Landratsamt wie auch den vertretenen Büros und Firmen reibungslos geklappt hatte. Erfreut merkte der Verwaltungschef auch an, dass es seines Wissens keinen Unfall auf der Baustelle gegeben hat.
Sczuka wies darauf hin, dass nicht nur die Ebniseestraße auf einer Länge von 700 Metern komplett saniert worden ist, inklusive Abwasser und Wasser sowie Strom und Leerrohrverbände für das spätere Verlegen von Glasfasern, sondern auch die Außerortsstrecke Richtung Ebni auf einer Länge von 1,6 Kilometern, umgesetzt vom Rems-Murr-Landratsamt.
„Wir haben noch keine Schlussrechnung“
Ob die Kosten eingehalten worden sind, konnte Sczuka noch nicht sagen, „wir haben noch keine Schlussrechnung“. Aber der Bauzeitenplan sei eingehalten worden. Insgesamt habe die Maßnahme rund 1,8 Millionen Euro gekostet. Die Abwasserleitung (450000 Euro) habe das Land zu 80 Prozent bezuschusst. Die Fahrbahndeckenerneuerung (410000 Euro) hat das Land komplett bezahlt. Die Kosten für die Wasserleitung (rund 300000 Euro) musste die Gemeinde ohne Zuschüsse selbst tragen. Die Kosten für den barrierefreien außerörtlicher Bushaltestellen (340000 Euro) trägt das Land.
„Wenn wir schon aufmachen, dann machen wir alles komplett“, erklärte Sczuka. So eine lange Straßensperrung ließe sich bei den Bürgern nur schwer rechtfertigen, wenn man in zwei Jahren wieder aufbuddeln müsse. Gelächter kam unter den rund 30 Anwesenden auf, als der Leiter des RP-Baureferats Süd, Michael Dätsch, in seinem kurzen Grußwort feststellte: „Trotz der erheblichen Verkehrsbeschränkungen und einer erheblichen Umleitungslänge kamen bei uns im Baureferat keine Beschwerden an.“ Ebenso lachend warf Sczuka ein: „Bei uns mehr.“ Matthias Strauss, Leiter des Rems-Murr-Straßenbauamts, dankte den Anwohnerinnen und Anwohnern dafür, dass sie die Belastungen während der Baustelle und die vielen Umwege ertragen haben. Sczuka wies zum Schluss auch noch auf die Betriebe hin, „die hier wirklich belastet waren, Eddie’s Biker Residenz, Firma Hirzel und auch das Autohaus Blatt“.
„Ich bin durch, nervlich am Ende“
Das Betreiberehepaar des Autohauses blieb der feierlichen Straßenfreigabe allerdings fern. „Man kann’s noch gar nicht realisieren, für mich ist’s noch unwahr, war einfach zu lang“, sagt Sabine Blatt. Sie klingt dabei sehr deprimiert. Und ihr Mann Joachim ergänzt: „Ich kann mich auch nicht so richtig freuen. Ich bin durch, nervlich am Ende.“ Zu hoch waren die finanziellen Einbußen. In den schwersten Monaten haben sie die Pacht erlassen bekommen. Doch die müssen sie jetzt wieder zahlen und zudem noch die nicht gezahlten Beträge nachholen. „Ich hab’ zudem meine Altersvorsorge zurückgestellt. Das heißt, ich muss jetzt länger arbeiten.“ Quälend waren auch die vielen Fragen von entnervten Autofahrern, wo es denn nun lang gehe. Nein, ein Glas Sekt an diesem Tag, das wollten sie nicht.
Begrüßung Zu Beginn seiner Rede begrüßte Bürgermeister Sczuka auch seine Amtskollegin aus Allmersbach im Tal. Patrizia Rall sei nach Althütte gekommen, um sich anzuschauen, wie so eine Ortsdurchfahrt aussieht, wenn sie fertig ist, sagte Sczuka augenzwinkernd.
Baubeginn Auf Anfrage sagte Rall, dass mit der Sanierung der Ortsdurchfahrt in Allmersbach Ende diesen, Anfang nächsten Jahres begonnen werde. Saniert wird von Ortsschild zu Ortsschild. Das Ende der Bauarbeiten steht schon fest: das ist Ende kommenden Jahres.
Radweg „Es wird Fahrradquerungen am jeweiligen Ortseingang und -ausgang geben“, kündigt Patrizia Rall an. In Richtung Rudersberg will der Kreis vom Ortsausgang bis zum landwirtschaftlichen Weg oberhalb des Pferdehofs zudem den Fahrradweg ausbauen.