Keine Ferien beim Straßenbau

In Backnang sind derzeit etliche Straßen halbseitig gesperrt – B14 beim Wasserturm ist bis Freitag in Richtung Stuttgart betroffen

Die Sommerferien sind bei allen Verantwortlichen sehr beliebt, um Straßenbaustellen abzuarbeiten. Schließlich herrscht in dieser Zeit weniger Verkehr. In Backnang sind neben den Dauerbaustellen im Bereich Aspacher Brücke/Talstraße derzeit die Eugen-Adolff-Straße, die B14 auf Höhe des Wasserturms und die Maubacher Straße betroffen. Andere Maßnahmen wurden sogar verschoben, um die Geduld der Verkehrsteilnehmer nicht übers Maß zu strapazieren.

Keine Ferien beim Straßenbau

Das neue Tiefufer an der Talstraße nimmt Gestalt an. Künftig kann man über Treppen an den Stirnseiten zum Ufer der Murr spazieren. Foto: J. Fiedler

Von Matthias Nothstein

BACKNANG. Die kleinste Baustelle ist diejenige auf der B14 auf Höhe des Wasserturms. Sie beginnt heute und dauert bis Freitag. In dieser Zeit ist die Bundesstraße zwischen der Einmündung Industriegebiet Lerchenäcker und Abzweigung Autobahnzubringer in Fahrtrichtung Stuttgart gesperrt. Saniert wird ein 100 Meter langer Streifen am Fahrbahnrand, der abgesackt ist. Die Schadstelle wird in mehreren Schichten wieder aufgebaut und die halbe Fahrbahnbreite erneuert. Die Kosten werden von Roland Hänle auf 30000 Euro geschätzt. Der stellvertretende Leiter der Straßenmeisterei Backnang geht davon aus, dass die Arbeiten bis Freitag erledigt sind und die Sperrung dann wieder aufgehoben werden kann.

Im Gegensatz dazu bleibt die Eugen-Adolff-Straße zwischen der Chelmsfordbrücke und der Abzweigung nach Sachsenweiler die gesamten Sommerferien über halbseitig gesperrt. Zuerst werden auf der nördlichen Seite Straßenlaternen gesetzt. Diese Arbeiten dauern noch bis 9. August. Dann sollen ab 12. August auf der anderen Straßenseite die fünf Gebäude auf den Grundstücken 26 und 28 abgerissen werden. Wenn die Sperrung zum Ende der Ferien wieder aufgehoben wird, ist das Baufeld jedoch längst noch nicht freigeräumt. Die Bagger werden noch lange brauchen, um die Baustoffe zu sortieren.

Die Talstraße bleibt noch bis Ende November nur einspurig befahrbar

Eine Baumaßnahme und Sperrung, an die sich die Bürger bereits seit Wochen gewöhnt haben, befindet sich im Bereich Aspacher Brücke und Talstraße. Die Arbeiten jenseits der Brücke in der unteren Eduard-Breuninger-Straße stehen unmittelbar vor ihrem Abschluss. Die Asphaltarbeiten konnten in den vergangenen Tagen bereits abgeschlossen werden, nun geht es laut Bauamtsleiter Hans Bruss nur noch um Feinarbeiten bei der Pflasterung, um die Fertigstellung der dreistufigen Treppe zur Schillerstraße hin und um die Möblierung in Form von Sitzbänken, Mülleimern oder Fahrradständern. In der Talstraße gehen die Arbeiten jedoch mit Hochdruck weiter. Die halbseitige Sperrung der Talstraße wird noch bis Ende November andauern. Aktuell gehen die Arbeiten am Tiefufer weiter. Dabei wird auch großer Wert auf die Optik der Betonarbeiten gelegt. So entstehen vor und hinter der Aspacher Brücke an den Wänden zur Murr mittels Spritzbetontechnik Wellenlinien, die das Fließen des Flusses symbolisieren sollen. Ausgerechnet in diesen Bereichen haben die Verantwortlichen mit Graffiti-Schmierereien zu kämpfen. Erst in der Nacht auf Samstag gab es wieder einen Vorfall, weshalb die Stadt nun eine Belohnung für Hinweise auf die Schmierfinken ausgesetzt hat. Die Arbeiten am Tiefufer enden mit Steinschüttungen am Ufer, damit jeder problemlos bis zum Wasser gehen kann. So soll die Murr wieder erlebbar werden.

Auf der anderen Seite der Talstraße fehlt noch der Hochwasserschutz für den Mühlkanal. So wird es auf Höhe des Ungarndeutschen Museums einen Schieber geben, der bei Hochwasser geschlossen werden kann. Er dient zur Sicherung der Wasserkraftanlage. Zudem werden Fundamente gebaut für die Dammbalken, die bei einem Hochwasser die Talstraße bis zur Brücke abschotten. Das heißt im Umkehrschluss: Die Talstraße kann zwischen dem Parkhaus Stadtmitte und dem künftigen Pumpwerk auf Höhe des Biegelwehrs überflutet werden.

Info
Mehrere Straßenbauprojekte in der nahen Zukunft

Der Rückbau der Straße Obere Walke ist bis Ende des Jahres fertig. Künftig wird dies ein Geh- und Radweg ohne Kfz-Verkehr sein.

Der Abriss des Güterschuppens in der Oberen Bahnhofstraße wurde extra auf die Herbstferien verschoben, damit nicht noch mehr Sperrungen den Verkehrsfluss hemmen. Bauamtsleiter Hans Bruss rechnet damit, dass die Arbeiten in den Ferien erledigt werden können. Reicht die Woche nicht aus, werden ein paar Tage drangehängt. Danach gehen die Aufräum- und Sortierarbeiten ohne Straßensperrung weiter. Auf der abgeräumten Fläche sollen 50 bis 60 provisorische Parkplätze entstehen, zudem sollen die Taxistände dorthin verlegt werden. Ferner gibt es dort und bei der Stadthalle neue Fahrradboxen. „Der Bedarf ist da“, so Bruss.

Demnächst wird auch in der Sulzbacher Straße wieder gearbeitet. Konkret geht es um den Abschnitt zwischen Gaildorfer Straße und Modepark Röther. Hier werden die Bushaltestellen behindertengerecht ausgebaut und ein neuer Straßenbelag eingebaut. Die Maßnahme erfolgt Mitte Oktober, damit sie bis zur Eröffnung des neu gebauten Kauflands Ende Oktober beendet werden kann.

In diesem Jahr noch soll auch der Baubeschluss für die Straßenerneuerung im Bereich Eduard-Breuninger-Straße/Dilleniusstraße vom Gemeinderat gefasst werden. Die Arbeiten sollen Ende 2020 starten und Ende 2021 beendet werden. Hintergrund ist, dass auch das Projekt Kronenhöfe im dritten Quartal 2021 abgeschlossen sein soll. Hans Bruss: „Wir werden die Arbeiten nicht ohne Vollsperrung der beiden Straßen erledigen können.“ Aus diesem Grund ist es wichtig, dass die Arbeiten erledigt sind, wenn die Wohnungen der Kronenhöfe bezogen beziehungsweise die Geschäfte ihren Betrieb aufnehmen werden. Bruss spricht unter anderem von einer kritischen Baustelle, weil im Endstadium der Baustelle und des Straßenbaus viele Absprachen zwischen den Handwerkern und den Straßenbauern vonnöten sein werden.

Wenn der Straßenausbau rund um die Aspacher Brücke beendet ist, soll sich auch im Bereich Wilhelmstraße etwas ändern. Unter Umständen wird die Straße künftig wieder in beiden Richtungen befahrbar sein. Eine Prognose über die Ausbauzeit und -art wagt Bauamtsleiter Hans Bruss nicht, „das steht noch in den Sternen.“