Kosten für den Abbau eingespart

Landkreis verteidigt sein Vorgehen beim Containerverkauf gegenüber dem Bund der Steuerzahler

Kosten für den Abbau eingespart

Vor dem Verkauf: Der damalige Erste Landesbeamte Michael Kretzschmar nahm die Container noch einmal in Augenschein. Foto: J. Fiedler

Von Armin Fechter

WAIBLINGEN. Der Bund der Steuerzahler ist jetzt erneut in Sachen Wohncontainer beim Landkreis vorstellig geworden. Anlass sind die Berichte, wonach es beim Verkauf der Anlagen, die einst zur Unterbringung von Flüchtlingen beschafft worden waren, für die inzwischen aber kein Bedarf mehr bestand, ein lukrativeres Angebot gegeben habe – und das habe sich, so lauten Vorwürfe, der Landkreis durch die Lappen gehen lassen.

Konkret will der Bund der Steuerzahler unter anderem wissen, warum der Kreis auf dieses Angebot nicht eingegangen ist und warum er nicht das Ende der Gebotsfrist auf dem Verwertungsportal Vebeg abgewartet hat.

Im Antwortschreiben unterstreicht die Kreisverwaltung, man habe sich bemüht, die Container auf unterschiedlichste Weise zu vermarkten. Dazu habe man zahlreiche Vermarktungsgespräche parallel geführt. Die Container seien zusätzlich zu bilateralen Verkaufsgesprächen auf dem Vebeg-Portal zum Verkauf angeboten worden. Die Vebeg ist eine bundeseigene Treuhandgesellschaft zur Verwertung von ausgemustertem Eigentum. Letztlich habe sich der Landkreis gegen den Verkauf über das Portal entschieden und insgesamt zehn Anlagen, also 596 Container, anderweitig veräußert. Dabei ging es nicht nur um die sieben eingelagerten Anlagen, die auf dem Portal angeboten wurden, sondern auch um drei weitere, die in Betrieb waren. Der Verkauf erfolgte zum symbolischen Preis von einem Euro. Im Gegenzug verpflichtete sich der Abnehmer, kurzfristig die bereits aufgebauten drei Anlagen abzubauen und abzutransportieren – dies deswegen, weil die Standorte der aufgebauten Container für die Remstal-Gartenschau gebraucht wurden. Zudem führte der Verkauf zu einem ersparten, gutachterlich ermittelten Aufwand für Abbau und Verwertung der bereits aufgebauten und teils durch Brand unbrauchbaren Anlagen von mindestens 300000 Euro.

Als dieser Vertrag geschlossen wurde, lag das Angebot über 462000 Euro über das Vebeg-Portal noch nicht vor. 19 der 20 Angebote lagen zum Teil deutlich unter 300000 Euro. Das Landratsamt sieht sich bestätigt: „Das Angebot von 462000 Euro war ein Ausreißer nach oben, dessen Seriosität nicht bewertbar war.“

Der Landkreis unterstreicht: „Im Rückblick erscheint uns unser Vorgehen weiterhin vertretbar.“ Die aufgebauten Containeranlagen wurden kurzfristig abgebaut, und die Kosten für den Abbau und die Verwertung der aufgebauten Container in Höhe von 300000 Euro wurden eingespart. Aufgrund der zuvor gemachten Erfahrungen war ungewiss, ob überhaupt und wenn ja mit welchem finanziellem Aufwand eine Vermarktung der aufgebauten und teils beschädigten Anlagen überhaupt möglich war.