Von Elisabeth Klaper
GROSSERLACH. 2018 erzielte die Gemeinde „einen positiven Abschluss und ein deutlich besseres Ergebnis als angenommen wegen der guten Konjunktur: Dadurch konnten wir ein Rücklagenpolster für die Folgejahre aufbauen und den Schuldenstand deutlich reduzieren“, freute sich Bürgermeister Christoph Jäger. In der letzten Arbeitssitzung des amtierenden Gemeinderats stellten dessen Mitglieder die Jahresrechnung 2018 fest. Es war übrigens die Letzte im kameralistischen System, denn zurzeit läuft die Umstellung auf das neue kommunale Haushaltsrecht auf Hochtouren. „Es war keine Kreditaufnahme erforderlich, zudem konnten wir der Rücklage 300000 Euro zuführen und eine Kreditsondertilgung vornehmen“, hob Kämmerin Saskia Pulver hervor. Für dieses „sehr gute Ergebnis“ gibt es laut Pulver zwei Gründe: geringere Ausgaben und höhere Einnahmen als geplant. Denn die beiden wichtigsten umgesetzten Projekte, die Fertigstellung des Hochbehälters Hohenbrach und der Neubau des Dorfgemeinschaftshauses Liemersbach, kosteten weniger als veranschlagt.
Hinzu kamen deutliche Mehreinnahmen, darunter eine doppelt so hohe Summe an Gewerbesteuer wie geschätzt. Somit belief sich die Rücklage am Jahresende 2018 auf 1,5 Millionen Euro, der Schuldenstand auf 1,3 Millionen oder 579 Euro pro Einwohner, verdeutlichte die Kämmerin. „Es gelingt uns bei den meisten Vorhaben, den Kostenrahmen einzuhalten, weil wir bewusst mit realistischen Berechnungen planen“, betonte der Rathauschef.
Neuregelung durch Landesregierung erforderlich
Aber: „Es wird mit Sicherheit wieder Jahre geben, in denen es finanziell eng werden könnte“. Darum „müssen wir uns vorbereiten auf geringere Einnahmen und höhere Ausgaben“, mahnte er mit Blick auf die sich aktuell abschwächende Konjunktur. Hinzu komme die Unsicherheit über die Grundsteuer, die ein starkes Fundament der kommunalen Einnahmen darstelle. Dafür sei eine Neuregelung durch die Landesregierung vor Jahresende erforderlich, forderte Jäger. Unisono genehmigte das Gemeindeparlament die Jahresrechnung 2018. Danach umfassen die Einnahmen und Ausgaben im Verwaltungshaushalt je 6747536 Euro, im Vermögenshaushalt je 2823766 Euro.
Die Zuführung zum Vermögenshaushalt beträgt 927639 Euro, die Rücklagenzuführung 300089 Euro. Im Vermögenshaushalt belaufen sich die Haushaltsausgabereste auf 2843120 Euro, die Haushaltseinnahmereste auf 2099400 Euro. Im Verwaltungshaushalt liegen die Haushaltsausgabereste bei 140000 Euro und die Haushaltseinnahmereste bei 141000 Euro. Diese Reste werden laut Pulver ins Folgejahr übertragen und im Haushaltsplan angesetzt.