WAIBLINGEN (pm). Zum Ferienbeginn nahm die Arbeitslosigkeit im Rems-Murr-Kreis leicht zu, die Quote stieg um 0,1 Prozentpunkte auf 3,1 Prozent. „Die Zunahme der Arbeitslosigkeit zu Beginn der Sommerferien ist eine jährlich wiederkehrende Entwicklung. Zum Halbjahr erfolgen vergleichsweise viele Kündigungen und befristete Verträge laufen aus. Zusätzlich enden viele Ausbildungen und nicht alle bisherigen Auszubildenden werden direkt übernommen“, erklärt die Leiterin der Waiblinger Agentur für Arbeit, Christine Käferle.
Im letzten Monat meldeten sich 850 Personen bei der Waiblinger Arbeitsagentur und dem Jobcenter Rems-Murr arbeitslos, da ihr Arbeitsverhältnis endete. Im gleichen Zeitraum konnten 585 Frauen und Männer ihre Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme einer neuen Beschäftigung beenden, 445 weitere begannen mit einer Ausbildung oder Qualifizierung. Insgesamt sind bei der Arbeitsagentur Waiblingen und dem Jobcenter Rems-Murr Ende Juli 7414 Personen arbeitslos gemeldet, 272 mehr als im Vormonat. Vor einem Jahr lag die Arbeitslosenquote im Bezirk bei 2,9 Prozent (7014 Personen). Wie im Rems-Murr-Kreis nahm die Arbeitslosenquote auch landesweit zum Vormonat auf 3,1 Prozent zu.
Wenig überraschend ist für Käferle die Tatsache, dass sich in den vergangenen vier Wochen vor allem die Zahl arbeitsloser junger Erwachsener erhöhte. 664 Personen unter 25 Jahren sind derzeit bei Arbeitsagentur und Jobcenter gemeldet, 116 mehr als im Juni dieses Jahres. Die Arbeitslosenquote dieser Altersgruppe stieg von 2,1 Prozent im Juni auf aktuell 2,5 Prozent. „Aufgrund der Beendigung betrieblicher und schulischer Ausbildungen im Juli nimmt die Arbeitslosigkeit über die Sommermonate vorübergehend zu“, weiß Käferle. Sie betont aber, dass es sich dabei erfahrungsgemäß lediglich um eine vorübergehende Entwicklung handelt, da diese frisch ausgebildeten jungen Fachkräfte in der Regel nach der Sommerpause schnell eine neue Beschäftigung finden, eine weiterführende Schule besuchen oder ein Studium beginnen.
Wer sich nach einem Beschäftigungsverhältnis arbeitslos meldet, hat in der Regel einen Anspruch auf Arbeitslosengeld 1 und wird daher von der Agentur für Arbeit beraten. Aus diesem Grund nahm die Arbeitslosenzahl im Rechts-kreis des Sozialgesetzbuches III zum Vormonat um 238 auf 3537 Personen zu, während beim Jobcenter lediglich ein geringer Anstieg (+34) zu verzeichnen war. Derzeit werden kreisweit 47,7 Prozent aller arbeitslos Gemeldeten von der Arbeitsagentur Waiblingen betreut, 52,3 Prozent erhalten Leistungen zur Grundsicherung vom Jobcenter Rems-Murr.
Die Arbeitgeber im Rems-Murr-Kreis meldeten dem Arbeitgeberservice von Arbeitsagentur und Jobcenter im vergangenen Monat 788 neue Stellen im Rems-Murr-Kreis, 107 weniger als im Juni. Mit aktuell über 3200 freien Stellen im Bezirk steht Arbeitsuchenden ein breites Stellenspektrum zur Verfügung.
Freie Stellen auf dem Ausbildungsstellenmarkt
Über 2500 Ausbildungsstellen wurden den Vermittlern der Waiblinger Agentur für Arbeit seit Herbst 2018 gemeldet. Wie die Arbeitsagentur mitteilt, sind im Rems-Murr-Kreis momentan noch über 900 Ausbildungsplätze nicht besetzt. Diese sind überwiegend im Einzelhandel, im Handwerk und in der Lagerlogistik, aber auch in vielen anderen Bereichen zu finden. In den nächsten Wochen werden in den Unternehmen die abschließenden Entscheidungen bei der Bewerberauswahl getroffen. Es besteht nach wie vor die Möglichkeit, sich um einen Ausbildungsplatz für dieses Jahr zu bewerben. Jugendliche, die noch auf der Suche sind und noch nicht in Kontakt mit der Berufsberatung stehen, können dies über die Hotline 0800/4555500 oder per E-Mail unter waiblingen.151-U25@arbeitsagentur.de tun.