Nach den starken Rückgängen Ende Februar und Anfang März blieb der Bitcoin zuletzt eher stabil. Die Nacht auf Donnerstag brachte allerdings einen Kursrutsch mit sich. Was dahinter steckt.
Der Bitcoin verliert deutlich an Wert – doch warum fällt der Kurs? Aktuelle Informationen zu Trumps Zollpaket und den Auswirkungen auf den Kryptomarkt.
Von Matthias Kemter
Der Bitcoin-Kurs ist am Donnerstagmorgen erneut unter Druck geraten. Nach der Ankündigung eines weitreichenden US-Zollpakets durch Präsident Donald Trump verlor die bekannteste Kryptowährung der Welt innerhalb weniger Stunden rund 4 Prozent an Wert. Während der Coin gestern Abend noch mit etwa 86.922 Dollar gehandelt wurde, fiel dieser in der Nacht kurzzeitig auf 82.415 Dollar, nach dem er sich am Morgen vorerst bei etwa 83.000 Dollar stabilisierte.
US-Zollpolitik verunsichert Märkte
Auslöser für den Rückgang ist ein umfassendes Zollpaket, das die US-Regierung angekündigt und zu Teilen bereits auch realisiert hat. Künftig sollen pauschale Zölle von 10 bis 20 Prozent auf alle Importe in die Vereinigten Staaten erhoben werden. Abhängig vom Handelsdefizit der USA mit einzelnen Ländern wurden noch deutlich höhere Strafzölle bis zu 40 Prozent verhängt. Die Märkte reagierten prompt – nicht nur bei Aktien, sondern auch im Bereich der Kryptowährungen.
Warum fällt der Bitcoin bei politischen Nachrichten?
Obwohl Bitcoin unabhängig von Zentralbanken oder Staaten funktioniert, zeigen sich Kryptowährungen regelmäßig sensibel gegenüber geopolitischen Ereignissen. Die Unsicherheiten rund um Trumps Zollpolitik führen dazu, dass viele Investoren kurzfristig Kapital aus riskanteren Anlageklassen wie Bitcoin abziehen – aus Sorge vor einem globalen Handelskonflikt und dessen Auswirkungen auf die Weltwirtschaft.
Bitcoin bleibt in enger Preisspanne
Trotz der Kursverluste bewegt sich der Bitcoin aktuell weiterhin in einem relativ engen Korridor zwischen 80.000 und 85.000 US-Dollar. Der Höchststand von Januar 2025 – kurz nach Trumps Amtseinführung – liegt jedoch mit über 109.000 US-Dollar noch deutlich darüber. Seitdem hat sich der Kurs rückläufig entwickelt, obwohl Trump als Unterstützer digitaler Währungen gilt. Analysten sprechen von einem Verpuffen des "Trump-Effekts". Die hohen Erwartungen vieler Anleger an eine kryptofreundliche Politik wurden bislang nicht erfüllt.
Hohe Volatilität bleibt ebenfalls
Bitcoin bleibt ein volatiles Spekulationsobjekt. Trotz enormer Wertzuwächse in den letzten Jahren kommt es immer wieder zu starken Rücksetzern, auch durch Hackerangriffe, technische Probleme oder Unsicherheiten bei der Regulierung. So gehen daher auch die Prognosen stark auseinander: Während einige Experten vor einem weiteren Kursrutsch warnen, rechnen andere langfristig mit enormen Kurszielen.