Warum hüpft das Känguru? Hinweise darauf könnte nun ein kleines Beuteltier aus dem entlegenen australischen Regenwald geben. Forscher haben die Fortbewegung des Moschusrattenkängurus untersucht und kommen zu spannenden Erkenntnissen.
Das Moschusrattenkänguru hüpft zwar auch auf den Hinterbeinen durch die Gegend. Es nutzt zum Vorankommen aber zugleich auch seine beiden Vorderbeine.
Von Markus Brauer/AFP
Forscher der australischen Flinders Universität haben sich auf die Spur des Moschusrattenkängurus, einem Verwandten des Kängurus, begeben und kommen in einer in der Fachzeitschrift „Australian Mammalogy“ veröffentlichten Studie zu dem Schluss, dass die Art der Fortbewegung des 20 Zentimeter großen Säugers eine Art evolutionäre Vorstufe zum Känguru darstellen könnte.
Demnach hüpft das Moschusrattenkänguru zwar auch auf den Hinterbeinen durch die Gegend. Es nutzt zum Vorankommen aber zugleich auch seine beiden Vorderbeine. Diese Entdeckung deutet den Forschern zufolge darauf hin, dass es in der Evolution einen Schritt zwischen dem Gehen auf vier Beinen und dem Hüpfen auf zwei Beinen gegeben haben muss.
Entwicklung zu ikonischen hüpfenden Kängurus
„Diese Ergebnisse zeigen einen möglichen Weg auf, wie sich das zweibeinige Hüpfen bei Kängurus entwickelt hat“, sagt der Biologe Peter Bishop von der Harvard Universität. Möglicherweise habe sich ein Vorfahre der im australischen Outback lebenden Säugetiere zunächst wie andere Beuteltiere auch auf allen Vieren fortbewegt. Dann sei es zu einer Zwischenstufe gekommen. „Und schließlich entwickelte es sich zu den ikonischen hüpfenden Kängurus, die wir heute in Australien sehen“.
Wissenschaftlern zufolge sind Kängurus und die ein wenig kleineren Wallabies unter den Tieren mit einem Gewicht von mehr als fünf Kilogramm die einzigen, die sich hüpfend fortbewegen. Auch mehrere kleinere Nagetiere sind zum Springen in der Lage.
Nun hoffen die Forscher auf die Funde von Fossilien weiter entfernter Beuteltiere, um den evolutionären Weg des Kängurus noch besser verstehen zu können.