Schabernack und Schadenfreude

Woher stammt der Brauch mit den Aprilscherzen?

Schabernack und Schadenfreude: Am 1. April schicken sich Menschen kreativ aufs Glatteis. Woher kommt der Brauch? Und was verursachte in den vergangenen Jahrzehnten besonders viel Aufsehen?

Woher stammt der Brauch mit den  Aprilscherzen?

In Deutschland erstmals bezeugt wurden Aprilscherze wohl schon im Jahr <b>1618</b> in Bayern. Geht es um den exakten historischen Ursprung, so scheiden sich die Geister.

Von Markus Brauer/dpa

In Grimms Deutschem Wörterbuch von 1854 ist zwar der „Aprillsnarr“ verzeichnet, aber noch nicht der „Aprilscherz“. Dort heißt es: „Poisson d’avril, engl. april’s fool, aprilfool: selbst die übrigen, die man hier als lächerlich hintergangne aprilsnarren (dupes) bezeichnet. Im nördlichen England sagt man aprilgouk, aprilsgauch, kukuk.“

„Apéro“ statt „Opéra“, also Aperitif statt Opernhaus: Mit Namenswechseln bei U-Bahn-Stationen schickte die Pariser Metro vor einiger Zeit ihre Passagiere in den April. Auch in diesem Jahr ist wieder überall Zeit für skurrile Ideen und Verwirrung. Fragen und Antworten zur Tradition des Aprilscherzes am 1. April:

Woher stammt der in vielen Kulturen verwurzelte Brauch?

In Deutschland erstmals bezeugt wurden Aprilscherze wohl schon im Jahr 1618 in Bayern. Geht es um den exakten historischen Ursprung, so scheiden sich die Geister.

Eine beliebte Entstehungstheorie geht auf die Kalenderreform des französischen Königs Karl IX. zurück. Der verlegte den Neujahrstag 1564 vom 1. April auf den 1. Januar. Witzbolde verschickten ihre Einladungen zu Neujahrsfeiern angeblich trotzdem weiter zum 1. April. Wer darauf reinfiel, wurde verspottet.

Möglicherweise begann der Brauch auch schon in antiker Zeit mit den römischen Feiern zu Ehren des Gottes Quirinus. Die Quirinalien galten als Fest der Dummen und Narren. Im römischen Kalender fielen sie zwar auf den 17. Februar, Kalenderreformen bewirkten möglicherweise eine Verschiebung auf den 1. April.

Welche Aprilscherze machten in den Medien Schlagzeilen?

2008 machte der Sender mit fliegenden Pinguinen Furore: Millionen sahen sich das zum Teil computeranimierte Video im Internet an.

2016 löste die ARD Schmunzeln aus: „Tatort“- und Kinostar Til Schweiger solle eine Woche lang die Nachtausgabe der „Tagesschau“ moderieren, hieß es auf der ARD-Aktuell-Website. Schweiger, der zum Nuscheln neigt, profitiere künftig „von der besseren Artikulation“.

Was ist los, wenn Aprilscherze nach hinten losgehen?

Eher genervt waren am 1. April 2011 auch die Mitarbeiter des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) in Flensburg. Um das Image des KBA aufzupolieren, würden Verkehrssündern per Lotterie Punkte erlassen,hatten bundesweit Dutzende Radiosender gemeldet. Die Telefone im Bundesamt klingelten pausenlos.