Galerienrundgang Art Alarm in Stuttgart

Auftakt mit faustdicker Überraschung

Am 5. und 6. April laden 22 Stuttgarter Galerien zum Rundgang. Gut besuchte Eröffnungen am Freitagabend und eine faustdicke Überraschung wecken das Interesse.

In der Exo Gallery: Bilder von Joeggu Hossmann

© Joeggu Hossmann

In der Exo Gallery: Bilder von Joeggu Hossmann

Von Nikolai Forstbauer

Es ist ein schönes Bild am Freitagabend entlang der Silberburgstraße im Stuttgarter Westen: Bei Steinway& Sons spielt Benjamin Schatz Keith Jarrett’s „The Köln Concert“ von 1975, in der benachbarten Exo-Gallery staunen die Gäste über die Bilder der Schweizer Künstlerin Joeggu Hossmann. Jeweils erlauben große Fensterflächen den Blick auf das Geschehen, lockt das Geschehen zur Teilnahme.

Mit ihrer Eröffnung startet die Exo Gallery Stuttgarts Kunstmarathon: 22 Galerien laden an diesem Samstag und Sonntag, 5. und 6. April, zum Rundgang. Hossmann zeigt starke Frauen – sehr zur Freude von Exo Gallery-Lenkerin Ilona Keilich. Das Publikum reagiert staunend auf manche hyperrealistische Szenerie in den Bildern. Hossmann zeigt, was sie technisch kann – und formuliert so unmissverständlich wie mit enormem positivien Ausdruck die Forderung nach Gleichberechtigung.

Einige Straßen weiter sorgt der Maler Jochen Hein für die erste große Überraschung dieses Galerierundgangs: Konzentriert auf Schwarz und Weiß kontert Hein die eigene Virtuosität seiner verblüffenden Wasser- und Wald-Szenerien mit rüdem hartem und kühl-distanziertem Strich. „Wasserfall“ heißt die neue Serie Heins, er zeigt sie in den erweiterten Ausstellungsflächen („die sind der Hammer“, sagt Hein) der Galerie Thomas Fuchs in der Augustenstraße 63. Hein fegt in den besten, eher kleinformatigen Arbeiten regelrecht durch die eigene Bildwelt, sucht nicht den Zusammenklang, sondern provoziert im Bild den Zusammenprall – von Linie und Farbe, von entstehendem und verlassenem Raum. Die ersten Verkäufe deuten an, dass das Publikum, dass die Sammlerinnen und Sammler diesen Kurs Jochen Heins mitgehen.

Ein prägendes Bild dieses Galerierundgangs zeigt die Galerie Thomas Fuchs ein paar Schritte weiter in der Ladengalerie in der Reinsburgstraße 68A – Martin Jan van Santens „Gardner“ inmitten seiner „Outdoors“-Szenen. War da vorhin in der Augustenstraße nicht noch etwas, das unbedingt gesehen sein will? Richtig – ein Raum ist neuen Arbeiten der Stuttgarter Malerin Mona Ardeleanu vorbehalten. Und wer immer auch ihr in jüngerer Zeit ein allzu schnelles Malen vorwerfen wollte – diese Bilder sind voller Tiefe und Geheimnisse. Ardeleanu ist zurück – und leistet sich mit ihren neuen Aquarellen berechtigt gar ein Tänzeln weg von der typischen Verdichtung einer gewählten Form.

Facettenreich und spannend – dieser Art Alarm-Auftakt deutet schon an, dass dieser Frühjahrsrundgang an diesem Samstag (11 bis 20 Uhr) und Sonntag (!1 bis 18 Uhr), 5. und 6. April, von eigener Qualität sein könnte.

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Erstellt:
4. April 2025, 23:52 Uhr

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