Val Kilmer ist tot
„It’s time to let go“ – Der bewegende letzte Auftritt des „Iceman“
„Top Gun“ machte Val Kilmer berühmt. In den 1990ern war er ein Superstar, schlüpfte in den „Batman“-Anzug. Später erkrankte er an Kehlkopfkrebs. In „Top Gun: Maverick“ nahm er Abschied vom Filmpublikum.

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1986 kam „Top Gun“ in die Kinos: Tom Cruises (rechts) Widersacher spielte Val Kilmer.
Von Theresa Schäfer
Der Mann hat keine Stimme mehr. Deshalb tippt er die Worte, die er dem Kampfpiloten Pete Mitchell (Tom Cruise) noch mitgeben will, in einen Computer: „It’s time to let go.“ Es ist Zeit loszulassen. Mit dieser Szene verabschiedete sich Val Kilmer 2022 vom Publikum. „Top Gun: Maverick“ war sein letzter Film. Am Dienstag ist der Schauspieler gestorben. Er wurde 65 Jahre alt.
Val Kilmer hatte Kehlkopfkrebs. Tom „Iceman“ Kazansky, die Figur, mit der er 1986 berühmt wurde, leidet in der „Top Gun“-Fortsetzung an derselben Krankheit. Am Ende umarmen sich die beiden erbitterten Rivalen, die sich im ersten Teil des Actionfilms in spektakulären Flugmanövern messen.
Es war das letzte Mal, dass man Kilmer auf der Leinwand sah. „Top Gun“ machte den Kalifornier mit dem markanten Kiefer, dem Hollywood-Lächeln und der blonden Tolle einst berühmt. Fünf Jahre später spielte er in Oliver Stones „The Doors“ den Sänger Jim Morrison. 1995 schlüpfte er als Bruce Wayne ins Batman-Kostüm, „Batman Forever“, der dritte Teil der Reihe, war an den Kinokassen ein gewaltiger Erfolg und Kilmer gehörte endgültig zu Hollywoods Topverdienern.
Val Kilmers bekannteste Filme
- 1986: Top Gun
- 1991: The Doors
- 1993: Tombstone
- 1995: Batman Forever
- 1995: Heat
- 1996: DNA - die Insel des Dr. Moreau
- 2022: Top Gun: Maverick
Von 1989 bis 1996 war er mit Joanne Whalley, seiner Schauspielkollegin aus „Willow“ verheiratet, das Paar bekam eine Tochter und einen Sohn.
Später verließ ihn das Händchen für gute Stoffe. Filme wie „Red Planet“ floppten, Kilmer eilte der Ruf voraus, ein schwieriger Kollege zu sein. 2014 bekam er die Diagnose Kehlkopfkrebs. Der Schauspieler musste sich einer Chemotherapie und einem Luftröhrenschnitt unterziehen.
Val Kilmer sprach mit einer Stimmprothese
In der Dokumentation „Val“, die 2021 auf Amazon erschien, blickte er auf sein Leben und seine Karriere zurück – damals war Kilmer schon sichtlich und vor allem hörbar angeschlagen. Sein Sohn John übernahm den Part des Erzählers, Kilmers Stimme war zu stark in Mitleidenschaft gezogen. In den wenigen Szenen, in denen er selbst sprach, hörte man ihn mit einer Stimmprothese sprechen, die Patienten nutzen, denen der Kehlkopf entfernt werden musste.
In „Val“ wird ein Auszug aus einem seiner früheren Interviews gezeigt. Darin charakterisiert er sich selbst: „Ich sehe mich als sensiblen, intelligenten Menschen – aber mit der Seele eines Clowns.“