Tarifrunde im Kfz-Handwerk

Erste Warnstreiks in Autowerkstätten

Nach einer ergebnislosen Verhandlungsrunde und dem Ende der Friedenspflicht haben im baden-württembergischen Kfz-Handwerk erste Warnstreiks begonnen. Weitere folgen in den nächsten Tagen, wie die IG Metall angekündigt hat.

Zum Auftakt der Tarifrunde im März haben Betriebsräte des Kfz-Handwerks symbolisch dem Arbeitgeberverband die Forderungen überreicht (hier im Foto). Mittlerweile gibt es erste Warnstreiks.

© /Julian Rettig

Zum Auftakt der Tarifrunde im März haben Betriebsräte des Kfz-Handwerks symbolisch dem Arbeitgeberverband die Forderungen überreicht (hier im Foto). Mittlerweile gibt es erste Warnstreiks.

Von Imelda Flaig

Inwieweit Kunden von Kfz-Werkstätten in den nächsten Tagen mit Einschränkungen rechnen müssen, hängt vom Streik-Willen der Beschäftigten ab. Die Gewerkschaft IG Metall hat nach dem Ende der Friedenspflicht am 1. April bundesweit zu Warnstreiks im Kfz-Handwerk aufgerufen, um den Druck in der laufenden Tarifrunde zu erhöhen.

In Baden-Württemberg haben die ersten Warnstreiks in Mannheim begonnen, wo 100 Beschäftigte der Mercedes-Benz-Niederlassung zeitweise die Arbeit niedergelegt haben. „Die Arbeitgeber hatten die Chance, einen Konflikt mitten im Reifenwechselmonat zu vermeiden – und haben sie verspielt. Deshalb machen wir mit Warnstreiks ordentlich Druck“, sagte Christian Schwaab, Verhandlungsführer der IG Metall Baden-Württemberg.

Am 29. April wird weiterverhandelt

In den nächsten Tagen werden laut Gewerkschaft weitere Warnstreiks in verschiedenen Städten und Kfz-Werkstätten folgen. Die IG Metall fordert unter anderem 6,5 Prozent höhere Einkommen und 170 Euro mehr im Monat für Auszubildende und dual Studierende bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die nächste Verhandlung findet am 29. April 2025 in Leinfelden-Echterdingen statt. Die erste Tarifverhandlung am 25. März war ergebnislos vertagt worden. Die Gespräche finden jeweils auf regionaler Ebene in den Bezirken der IG Metall statt.

Die Auftragsbücher in den Werkstätten seien voll und die Beschäftigten arbeiteten am Anschlag. Es sei höchste Zeit, dass deren Leistungen angemessen honoriert und die Rahmenbedingungen verbessert würden, hatten Betriebsräte des Kfz-Handwerks aus Baden-Württemberg die Forderungen begründet.

Bundesweit arbeiten im Kfz-Handwerk rund 430 000 Beschäftigte, davon mehr als 55 000 in Baden-Württemberg.

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Erstellt:
1. April 2025, 16:46 Uhr

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