Erhöhung unter neuer Regierung möglich
Gibt es bald mehr Kindergeld – und kommt es automatisch?
Beim Kindergeld gilt seit dem Jahr 2023 ein einheitlicher Satz für jedes Kind. Das könnte sich ändern – zumindest wenn es nach der Union geht. Und was will die SPD?

© dpa/Sebastian Kahnert
255 Euro gibt es derzeit für jedes Kind vom Staat.
Von Michael Bosch und Michael Maier
Welche „Vergünstigungen“ plant eine mögliche schwarz-rote Koalition für Familien? Das dürften sich viele Eltern derzeit fragen. Im Fokus dabei: Das Kindergeld. Im Jahr 2023 erhielten über 17 Millionen Kinder in Deutschland den staatlichen Zuschuss. Das geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamts hervor. Wird das Kindergeld demnächst erhöht?
Soviel vorweg: Beschlossen ist derzeit noch nichts. Die Deutsche-Presseagentur berichtet, dass Kinderreiche Familien ein Bonus winken könnte. Seit 2023 gilt ein einheitlicher Satz – für jedes Kind gibt es denselben Betrag. Derzeit beläuft er sich auf 255 Euro, im kommenden Jahr steigt er auf 259 Euro.
Kindergeld-Erhöhung: Mehr Kindergeld ab dem dritten Kind?
Nun will die Union für das dritte Kind und alle weiteren Kinder dem Bericht zufolge wieder etwas mehr Kindergeld als für die ersten beiden auszahlen. Ob der Plan umgesetzt wird, ist unklar, die SPD trug den Vorschlag in den Arbeitsgruppen nicht mit.
Im Wahlprogramm von CDU/CSU lautet eines der Versprechen zu dem Komplex: „Mehr Geld für Familien“. Demnach soll der Kinderfreibetrag, der derzeit bei 11.784 Euro liegt, „in Richtung des Grundfreibetrags der Eltern entwickelt“ werden. Entsprechend soll auch das Kindergeld erhöht werden.
Die Union will künftig das Kindergeld nach der Geburt automatisch auszahlen. Die Beantragung würde dann wegfallen – für viele Familien, die mit dem Neugeborenen genug zu tun haben, sicherlich eine Erleichterung. „Wir bündeln Familienleistungen, damit sie einfach und unbürokratisch zur Verfügung stehen. Die Absetzbarkeit haushaltsnaher Dienstleistungen wollen wir verbessern“, heißt es zudem im CDU-Wahlprogramm.
Was möchte die SPD beim Kindergeld?
Auch die SPD möchte das Kindergeld künftig automatisch ausbezahlen. Hier könnten die Parteien also schnell einig werden. Unterstützt werden sollen vor allem Alleinerziehende und Einkommensschwache. Die Sozialdemokraten wollen Kinderarmut bekämpfen mit „einer Kombination aus Kindergeld, Kinderzuschlag und Wohngeld“, heißt es. Konkreteres zu den Plänen wurde bislang nicht bekannt.
Die SPD will eine zentrale Anlaufstelle für Familien-Anliegen anbieten. „Die Verwaltung prüft eigenständig, welche Ansprüche bestehen, und leitet diese ohne zusätzliche Anträge ein“, heißt es dazu.
Will Friedrich Merz das Kindergeld abschaffen?
Zuletzt machten auch Schlagzeilen die Runde, der designierte Kanzler Friedrich Merz wolle „das Kindergeld abschaffen“. Ein entsprechender Bericht findet sich beispielsweise in der Frankfurter Rundschau. Das ist mehr als eine Überspitzung. Tatsächlich findet sich im Unions-Programm ein Passus, der eine Streichung beinhaltet – allerdings nur für einen kleinen Empfängerkreis.
Die Union kündigte an, dass sie „das Kindergeld für im EU-Ausland lebende Kinder an die Unterhaltskosten des jeweiligen Landes angepasst werden kann“. Das bedeutet, dass in Ländern mit niedrigeren Lebenshaltungskosten als in Deutschland das Kindergeld reduziert werden könnte.
So fließt Kindergeld ins Ausland
Kindergeld können Deutsche für ihre im Ausland lebenden Kinder bislang unter bestimmten Voraussetzungen relativ problemlos in voller Höhe erhalten. Mindestens ein Elternteil muss dafür Deutschland leben oder hier berufstätig sein.
Die Regelungen sind jedoch komplex und schließen Arbeitseinkommen aus dem Ausland aus. Auch EU-Bürgern sowie anderen Ausländern mit Job und Wohnsitz in Deutschland stehen dabei oftmals die gleichen Rechte zu wie Inländern – etwa, wenn die Ehepartnerin mit den Kindern in Südeuropa lebt.