US-Geheimchat-Affäre
Hegseth wehrt sich gegen Vorwürfe
In der Affäre um einen brisanten Regierungs-Gruppenchat in den USA steht Verteidigungsminister Pete Hegseth unter Druck. Er weist alle Schuld von sich.

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Pete Hegseth (Rechts) und die US-Regierung stehen in der Kritik. (Archivbild)
Von red/dpa
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat die neuen Enthüllungen rund um einen brisanten Geheimchat der Regierung als belanglos abgetan. Hegseth argumentierte vor Reportern, er habe keinerlei „Kriegspläne“ verbreitet. Die nun veröffentlichten Inhalte des Chats sähen nicht wie Kriegspläne aus, sagte der 44-Jährige. Er habe in der Gruppe „keine Orte, keine Routen, keine Flugwege, keine Quellen, keine Methoden, keine geheimen Informationen“ gepostet. Er habe lediglich das Regierungsteam in Echtzeit informiert und auf dem Laufenden gehalten. Das sei sein Job.
Der Chefredakteur des US-Magazins „Atlantic“, Jeffrey Goldberg, war - wohl aus Versehen - in einen Gruppenchat ranghoher Regierungsmitglieder eingeladen worden, in dem ein bevorstehender US-Militärschlag gegen die Huthi-Miliz im Jemen erörtert wurde. Der Journalist konnte die sensiblen Informationen so live mitlesen und machte das dramatische Sicherheitsversagen später mit einem Artikel publik.
Nachdem die Regierung von US-Präsident Donald Trump alle Vorwürfe in dem Fall zurückgewiesen und die Integrität Goldbergs infrage gestellt hatte, legte das Magazin schließlich den gesamten Chatverlauf offen. Daraus geht hervor, dass Hegseth kurz vor dem Beginn der US-Militäroperation im Jemen in der Chatgruppe im Detail den Zeitplan, die genaue Abfolge der Bombardierung und die eingesetzten Waffensysteme teilte. Das sorgt für große Empörung.