Istanbul
Imamoglus Anwalt entlassen – Journalisten festgenommen
Der festgenommene Anwalt des inhaftieren Erdogan-Kontrahenten Imamoglu ist wieder frei. Doch einige weitere Journalisten sind dagegen in Gewahrsam.

© AP/Francisco Seco
In Istanbul kam es zu Protesten.
Von red/dpa
Der festgenommene Anwalt des inhaftierten Oppositionspolitikers Ekrem Imamoglu ist aus dem Polizeigewahrsam entlassen worden. Er wurde unter der Bedingung einer Ausreisesperre freigelassen, wie die Nachrichtenagentur Anandolu weiter berichtete. Dem Anwalt wurde Geldwäsche vorgeworfen.
Ins Visier der Behörden geraten zunehmend Journalisten. Der Chefredakteur der schwedischen Zeitung „Dagens ETC“, Andreas Gustavsson, berichtete, dass ein Mitarbeiter am Donnerstag nach der Landung in Istanbul zum Verhör abgeholt worden sei. „Ich weiß nicht, wo er ist. Ich weiß nicht, wie es ihm geht. Nicht, ob er verhört wird. Auch nicht, ob er abgeschoben wird“, so Gustavsson.
Terrorermittlungen gegen Imamoglu laufen noch
Am Donnerstag war ein Journalist des britischen Senders BBC festgenommen und aus der Türkei abgeschoben worden. Er hatte sich nach Angaben des Senders mehrere Tage in der Türkei aufgehalten, um über die anhaltenden Proteste gegen die Inhaftierung und Absetzung des Istanbuler Bürgermeisters Imamoglu zu berichten. Das türkische Kommunikationsdirektorat sagte, er sei nicht im Besitz einer gültigen Presseakkreditierung gewesen.
Ferner wurden zwei weitere türkische Journalistinnen im Zusammenhang mit den Protesten festgenommen, wie die Tageszeitung „Evrensel“ berichtete.
Vergangene Woche war der beliebte Oppositionspolitiker Imamoglu nach Korruptionsvorwürfen inhaftiert worden. Terrorermittlungen gegen ihn laufen noch. Im Land gehen seit seiner Festnahme jeden Tag Zehntausende Menschen auf die Straße.
Laut dem türkischen Innenministerium wurden seit Beginn der Proteste fast 1.900 Menschen vorübergehend festgenommen, darunter zahlreiche Journalisten.