Klinikchef Marc Nickel nimmt seinen Hut
Nach Differenzen mit den Chefärzten verlässt der Geschäftsführer das Klinikum

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Marc Nickel kam 2015 als Geschäftsführer an die Rems-Murr-Kliniken. Archivfoto: E. Layher
An der Spitze der Rems-Murr-Kliniken wird es einen Wechsel geben: Geschäftsführer Marc Nickel verlässt nach sieben Jahren das Krankenhaus mit den Standorten Winnenden und Schorndorf. Nickel hatte 2015 die Leitung übernommen, die Rems-Murr-Kliniken steckten damals in einer existenzbedrohenden Krise. Unter seiner Leitung konnte das jährliche Defizit deutlich reduziert werden. Im laufenden Betrieb machten die Kliniken zuletzt sogar ein Plus von 1,6 Millionen Euro, allerdings drücken immer noch hohe Schulden durch den Neubau in Winnenden. Nach Informationen der „Waiblinger Kreiszeitung“ steckt hinter der Trennung ein Zerwürfnis mit den Chefärzten. Nickel habe den wirtschaftlichen Druck „mit Wucht an die Chefärzte weitergegeben“ und gefordert, sie sollten ihre Zahlen auf Vordermann bringen, schreibt das Blatt. In einem anonymen Brief, der im Haus kursierte, hieß es, der Geschäftsführer verbreite „Angst und Schrecken“ und kontrolliere gar die Arbeitszeiten der Chefärzte, indem er Ankunfts- und Abfahrtszeiten aus den Park-Chipkarten auslese. Ob diese Behauptung stimmt, bleibt offen. Ein von Landrat Richard Sigel angeregtes Mediationsverfahren brachte aber offenbar keine Einigung mehr. Interimsweise soll nun ein Team mit Andre Mertel, dem kaufmännischen Leiter und Prokuristen der Kliniken, an der Spitze gemeinsam mit den Chefärzten das Klinikum leiten. Bis Ende 2023 muss dann die Frage nach der künftigen Führungsstruktur beantwortet werden. Dann endet der bisherige Vertrag mit der Oberender AG aus Bayreuth, die als externer Dienstleister für das Management des kreiseigenen Unternehmens zuständig ist. Auch Marc Nickel war für die Oberender AG tätig.kf