Kretschmann und Kramp-Karrenbauer teilen sich Bierbank
dpa/lsw Berlin. Warmlaufen für Schwarz-Grün im Bund? Bei der traditionellen Stallwächterparty der Baden-Württemberger in Berlin ist sich politisches Spitzenpersonal von CDU und Grünen ein Stück näher gekommen - zumindest auf der Bierbank. CDU-Bundeschefin Annegret Kramp-Karrenbauer verbrachte ihren knapp einstündigen Besuch eng neben dem grünen Ministerpräsident Winfried Kretschmann. „Das war vor allem die Verbundenheit einer ehemaligen Ministerpräsidentin mit einem sehr geschätzten Kollegen“, sagte sie im Anschluss. „Wir haben über die Sommerferien geplauscht.“ Ob es um Politik ging, ließ sie offen.

Kretschmann (Grüne), Ministerpräsident von Baden-Württemberg, und Kramp-Karrenbauer, CDU-Bundesvorsitzende. Foto: Monika Skolimowska
Kretschmann sagte, man habe sich über alles Mögliche ausgetauscht. „Persönliches, Politik, Wetter, Essen - da hat nichts gefehlt.“ Kramp-Karrenbauer sei eine sehr angenehme Gesprächspartnerin. Eine Zusammenarbeit von Grünen und CDU könne auch im Bund gut klappen, sagte Kretschmann, der in Baden-Württemberg eine Regierung mit der CDU als Juniorpartner führt. „Aber zur Zeit sind wir da nicht am Ball.“
Bei ungewohnt hohen Temperaturen lud Baden-Württemberg am Donnerstag zum 56. Mal zu dem traditionellen Fest ein. „Da ich ungefähr die Hälfte besuchen durfte, darf ich sagen: Das ist die heißeste Stallwächterparty, die es je in der Geschichte gegeben hat“, sagte der baden-württembergische Innenminister und CDU-Bundesvize Thomas Strobl. Schwaben und Badener könnten saumäßig gut feiern. Auch Bundespolitiker wie Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) waren zu Gast in der baden-württembergischen Landesvertretung am Tiergarten in Berlin.
Hintergrund der Sommerparty: Die damalige Bundeshauptstadt Bonn war den Mitarbeitern der baden-württembergischen Landesvertretung in der parlamentarischen Sommerpause einfach zu langweilig. So wurde 1964 unter Minister Adalbert Seifriz (CDU) die Stallwächterparty aus der Taufe gehoben. Damals kamen etwa 70 Mitarbeiter, die „Stallwache“ halten mussten, zum Dämmerschoppen mit roten Würsten und Trollinger. Mittlerweile kommen jedes Jahr rund 1500 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Kultur im Tiergarten zusammen. Das liegt auch daran, dass die Baden-Württemberger nicht mehr mitten in der Sommerpause feiern, sondern vorher.