Mögliches Verbot von Kunstrasen-Granulat
dpa Stuttgart. Das mögliche Verbot für Kunstrasen-Granulat hat auch bei Sportverbänden in Baden-Württemberg Sorgen ausgelöst. „Es ist ein Fass aufgemacht worden, und man hat die Reaktionen nicht bedacht“, sagte der Präsident des Südbadischen Fußballverbands, Thomas Schmidt, der große Befürchtungen hat: „Die meisten kleinen Vereine müssten dann Konkurs anmelden.“

Linien werden auf den Rasen aufgebracht. Foto: Stefan Sauer/Archiv
Eine genaue Zahl der in Baden-Württemberg betroffenen Plätzen lag vorerst nicht vor, generell soll es zwischen 600 und 800 Kunstrasenplätze geben. Der Vorschlag von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU), Vereinen eine Übergangsfrist von sechs Jahren einzuräumen, gehe nicht weit genug, sagte Schmidt. Er forderte einen Bestandsschutz für die vorgesehene Nutzungsdauer von rund 15 Jahren. Der Sprecher des Württembergischen Landessportbundes, Thomas Müller, berichtete von einer „erheblichen Verunsicherung“ bei Vereinen: „Wir würden uns als Verband wünschen, dass die Debatte versachlicht wird.“
Die Europäische Chemikalienagentur prüft derzeit die Auswirkungen von Mikroplastik. Im Fall der Kunstrasenplätze geht es konkret um das Auffüllen von Granulat. Am Ende der laufenden Konsultationen könnte ein Verbot des Nachfüllens durch die EU stehen und ein Umbau von möglicherweise tausenden Plätzen notwendig werden.
„Das hätte erhebliche Konsequenzen. Wir hätten uns ein bisschen ein umsichtigeres Vorgehen von Seiten der Politik gewünscht“, sagte der Geschäftsführer des Badischen Sportbunds Nord, Wolfgang Eitel, und warnte, der Spielbetrieb auf betroffenen Plätzen würde zum „Stillstand“ kommen. In Deutschland gibt es laut Deutschem Fußball-Bund mehr als 6000 Kunstrasenplätze.