Laut Berichten

Musk zieht sich wohl als Trump-Berater zurück

Berichten des US-Magazins „Politico“ und des US-Senders „ABC News“ zufolge plant Milliardär Elon Musk, seine Rolle als Regierungsberater aufzugeben. Das Weiße Haus hat inzwischen auf die Berichte reagiert.

Fürchtet er um seine Geschäfte? Tech-Milliardär Elon Musk.

© AFP Pool via AP/Allison Robbert

Fürchtet er um seine Geschäfte? Tech-Milliardär Elon Musk.

Von Sascha Maier/AFP/dpa

Paukenschlag in Washington: Berichten des US-Magazins „Politico“ und des US-Senders „ABC News“ zufolge plant der Trump-Vertraute Elon Musk, sich aus seiner Beraterposition der Regierung zurückzuziehen und sein Engagement dort zu reduzieren.

Beide Portale berufen sich auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Trump habe demnach entsprechende Hinweise gegenüber engen Beratern gegeben. Demzufolge soll der Rückzug Musks als Trump-Berater bereits in den kommenden Wochen geschehen, der innerste Zirkel von Präsident Donald Trump sei über den Schritt bereits informiert.

Zwar sei Trump weiterhin mit Musks Arbeit zufrieden, heißt es bei „Politico“. Dennoch hätten sich die beiden in den vergangenen Tagen darauf verständigt, dass es für den Unternehmer „bald an der Zeit“ sei, sich wieder stärker seinen Firmen zu widmen.

„Politico“ zitiert einen hochrangigen Regierungsbeamten, der dennoch davon ausgehe, dass Musk als informeller Berater im Weißen Haus präsent sein werde. Ein anderer Regierungsmitarbeiter merkte demnach an, wer annehme, dass Musk komplett aus Trumps Umkreis verschwinden werde, „macht sich was vor“.

This “scoop” is garbage.Elon Musk and President Trump have both *publicly* stated that Elon will depart from public service as a special government employee when his incredible work at DOGE is complete. https://t.co/Brppff6SKi — Karoline Leavitt (@PressSec) April 2, 2025

Trump hatte zu Wochenbeginn auf Nachfrage eines Journalisten erklärt, dass Musk „irgendwann“ zu seinen Unternehmen zurückkehren wollen würde. „Er will es“, sagte Trump in Washington. „Ich würde ihn so lange behalten, wie ich ihn behalten kann.“

Auf die Berichte hat das Weiße Haus inzwischen reagiert. Regierungssprecherin Karoline Leavitt schrieb auf X, die Enthüllungen seien „Quatsch“. Elon Musk werde gehen, wenn seine Arbeit bei Doge (Department of Government Efficiency) erledigt sei.

Musk war für Einsparungen zuständig

Elon Musk war zuletzt zuständig für radikale Sparpläne der Regierung, sollte Behörden effizienter machen. Er hat derzeit den offiziellen Status eines „speziellen Regierungsangestellten“ inne.

Dieser Status wird aber nur für 130 Tage gewährt. Laut „Politico“ sagten die Insider, dass Musks Rückzug aus seiner offiziellen Beraterrolle wahrscheinlich innerhalb dieser 130-Tage-Periode erfolgen werde. Diese endet dem Bericht zufolge voraussichtlich Ende Mai oder Anfang Juni. Bei ABC News hieß es ähnlich wie bei „Politico“, es kursierten Gerüchte, wonach das Weiße Haus versuchen könne, Musk danach anderweitig in die Regierungsgeschäfte einzubinden. Zuletzt gab es heftige Proteste gegen die Rolle Musks an der Seite des US-Präsidenten, die auch seine Autofirma Tesla beeinträchtigt hatte.

Laut „Politico“ war bei manchen Regierungsmitarbeitern der Frust über Musk gewachsen. Er sei zunehmend als „politische Bürde“ gesehen worden. Dem Bericht zufolge wird der Multimilliardär von Regierungsmitarbeitern als „unberechenbare und unbeherrschbare Kraft“ wahrgenommen. Häufig habe er mit unabgesprochenen öffentlichen Mitteilungen auf seiner Onlineplattform X Kabinettsmitglieder und andere Regierungsmitarbeiter „in die Raserei“ getrieben.

Deutlich könnte das diese Woche in Wisconsin geworden sein. Erstmals seit Trumps Wahlsieg gelang den Demokraten dort wieder ein bedeutender Erfolg. Bei der Nachwahl für einen Sitz am Obersten Gerichtshof des Bundesstaats setzte sich eine von den Demokraten unterstützte Kandidatin durch – gegen einen konservativen Bewerber, den Musk großzügig finanziell unterstützt hatte. Das Rennen galt deshalb auch als inoffizielles Referendum über Trumps Regierungskurs – und über Musks Rolle als dessen Vertrauter.

Euphorie an der Börse

Der Medienbericht über den mutmaßlich bevorstehenden Rückzug des Technologieunternehmers Musk hat bereits an der Börse Euphorie ausgelöst. Der Kurs von Musks Elektroautounternehmen Tesla zog am Mittwoch an der Wall Street deutlich an.

Die Tesla-Aktie legte nach Erscheinen des Berichts an der New Yorker Börse zwischenzeitlich um 5,3 Prozent auf 282,70 Dollar zu. Zu Beginn des Handels am Mittwoch war die Aktie noch wegen eines starken globalen Rückgangs der Tesla-Verkäufe um mehr als sechs Prozent eingebrochen. Der Ruf des Unternehmens hatte in den vergangenen Monaten unter Musks Rolle an der Seite von Trump stark gelitten.

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Erstellt:
2. April 2025, 18:28 Uhr
Aktualisiert:
2. April 2025, 21:09 Uhr

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