Neuer Vorstand fördert Jugendmusikschule
Die Mitglieder des Fördervereins der Jugendmusik- und Kunstschule Backnang haben einen neuen Vorstand gewählt. Dorothee Winter möchte nun als Erste Vorständin die Öffentlichkeitsarbeit des Vereins verbessern. Am 30. April steht zudem das 25. Jubiläum des Fördervereins an.

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Der Förderverein der Jugendmusik- und Kunstschule Backnang unterstützt die Orchester und Ensembles. Foto: J. Fiedler
Von Anja La Roche
Backnang. Lange Zeit war es still um den Förderverein der Jugendmusik- und Kunstschule (JMKS) in Backnang. Die Pandemie legte die Veranstaltungen der außerschulischen Bildungseinrichtung lahm und so hatte auch der Förderverein wenig zu fördern. Vor zwei Jahren wurde der Gründer und langjährige Erste Vorstand, Heinz-Theo Niephaus, recht unbemerkt verabschiedet. Nun tritt nach Thilo Ederle die ehemalige Buchhändlerin und Stadträtin Dorothee Winter die Nachfolge an. Die Backnangerin möchte vor allem die Öffentlichkeitsarbeit des Vereins voranbringen, damit die vielen Angebote der JMKS weiter gefördert werden können. „Ich habe selber kein Instrument gelernt“, so Dorothee Winter. „Vielleicht ist das der Grund, warum ich da so viel Herzblut reinstecken möchte.“ Es gehe ihr darum, jedem Kind und Jugendlichen das Musizieren und die Kunst zu ermöglichen, auch wenn das Geld fehle.
Am 30. April feiert der Förderverein sein 25-Jahr-Jubiläum. Gegründet wurde er im Jahr 1997 unter Heinz-Theo Niephaus. Das wichtigstes Ziel des Vereins ist die ideelle und materielle Unterstützung der Jugendmusik- und Kunstschule. Dazu zählt auch, die Einrichtung bei der Öffentlichkeitsarbeit zu unterstützen. Die aktiven Mitglieder des Vereins tun dies ehrenamtlich. Die durch Mitgliedsbeiträge, Sponsoren und private Spender gesammelten Gelder verwenden die Förderer unter anderem für die Umsetzung des Jugendmusikpreises, der 1998 von Niephaus ins Leben gerufen wurde und sich inzwischen zu einem angesehenen regionalen Wettbewerb entwickelt hat. Auch die Stadt Backnang, der Lions-Club und die Kreissparkasse Waiblingen unterstützen den Wettbewerb.
Zudem war und ist der Förderverein eine große finanzielle Stütze bei der Beschaffung von Instrumenten. Beschafft werden auch Leihinstrumente für Kinder, die gerade mit dem Unterricht beginnen. Die bislang größte Anschaffung ist ein Steinway-B-Flügel, welcher im Konzertsaal des Backnanger Bandhauses steht. Dabei übernahm der Förderverein 14000 von 45000 Euro. Erst kürzlich konnte sich die JMKS zudem ein gebrauchtes Kontrafagott zulegen. Dieses kostete 12000 Euro, der Förderverein übernahm davon die Hälfte.
2005 zeigten sich Eltern und Förderer bestürzt, als Sparmaßnahmen und die Kündigung des Mietvertrags in der damaligen Schulstätte in der Eduard-Breuninger-Straße die JMKS vor eine ungewisse Zukunft stellten. Doch seitdem geht es wieder bergauf. Die Schule beheimatet seit 2012 das Backnanger Bandhaus unter der Leitung von Michael Unger. Dieser kann von einem enormen Schülerzuwachs berichten: 2012 waren es etwa 1250 Schüler. 2019 zählte die Schule bereits 1900 Schüler. Die JMKS, welche die volle Landesförderung erhält, startete zudem im Sommer 2020 eine Begabtenförderung. Dabei wählt eine Jury talentierte Schülerinnen und Schüler aus, die unter anderem zusätzlichen Unterricht erhalten. Dieses Projekt unterstützen die Riebesam-Stiftung aus Murrhardt ebenso wie der Förderverein der Jugendmusikschule.
Die Schule scheint daher gut zu gedeihen. Doch was hat der Förderverein seit der Verabschiedung von Heinz-Theo Niephaus im Jahr 2020 geleistet? Da die Pandemie die meisten Aktivitäten der JMKS lahmlegte, kümmerte dieser sich unter Thilo Ederle um eine Überarbeitung der Satzung, die noch aus dem Gründungsjahr 1997 stammte. In der neuen Satzung seien zwei grundlegende Dinge anders, wie die Erste Vorständin Dorothee Winter sagt: Der Datenschutz ist nun zeitgemäß schriftlich verankert und der Name des Fördervereins bezieht nun auch den Kunstunterricht mit ein – denn auch diesen möchte der Förderverein, neben dem meist kostspieligeren Musikunterricht, unterstützen. Die neue Satzung ist seit April vergangenen Jahres in Kraft.
Dorothee Winter ist bereits seit 2018 Zweite Vorständin des Fördervereins gewesen. Die 70-jährige Backnangerin ist in der Stadt ein bekanntes Gesicht. Sie gründete 1980 die Buchhandlung in der Schillerstraße, welche sie 2009 an die Tübinger Kette Osiander verkaufte. Anschließend amtierte sie bis 2019 als Stadträtin. Nun kann sie ihr Engagement für die Stadt fortführen. Die Mitglieder des Fördervereins wählten außerdem Sabine Baumert zur Schriftführerin; sie ist Lehrerin an der Jugendmusikschule. Mit Dieter Hackenberger als Zweitem Vorstand und Ernst Peter Weidmann als Kassier ist der neue Vorstand komplett.
Eine eigene Homepage soll es einfacher machen, Vereinsmitglied zu werden
Der Förderverein stehe auf einem guten finanziellen Podest, sagt Dorothee Winter. Die zahlreichen Projekte der JMKS können somit weiter großzügig unterstützt werden. Darunter der Jugendmusikpreis, das im November anstehende Musical sowie die Anschaffung weiterer Instrumente. Dorothee Winter hat als Erste Vorständin des Vereins auch schon ihr erstes Ziel ins Auge gefasst: Sie möchte mehr und bessere Öffentlichkeitsarbeit betreiben, zum Beispiel eine eigene Homepage für den Förderverein. „Der Verein hat einen sehr versteckten Internetauftritt hinter der Stadt Backnang“, sagt sie. Es soll einfacher werden, einen Mitgliedsantrag im Internet zu stellen. Derzeit gebe es etwa 80 bis 90 Mitglieder. „Ich wünsche mir, dass wir da mal die 100 erreichen“, sagt die Backnangerin. Das aktive Sammeln von Sponsorengeldern und Spenden hat sich Dorothee Winter ebenfalls zur Aufgabe gemacht, damit die JMKS noch besser unterstützt werden kann.
Bei der 25-Jahr-Jubiläumsfeier des Fördervereins am 30. April darf Dorothee Winter die richtigen Worte finden. Davor kann man einem Konzert derjenigen Talente lauschen, die ein Stipendium der Begabtenförderung erhalten haben.

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Der neue Vorstand des Fördervereins im Konzertsaal der Musikschule (von links): Ernst Peter Weidmann (Kassier), Dorothee Winter (Erste Vorständin), Sabine Baumert (Schriftführerin) und Dieter Hackenberger (Zweiter Vorstand). Foto: T. Sellmaier