Anklage fallen gelassen
New Yorks Bürgermeister Adams tritt wieder an – diesmal nicht als Demokrat
Nach dem Einschreiten von US-Präsident Trump hat New Yorks Bürgermeister Adams eine Korruptionsanklage vom Hals und kündigt jetzt seine erneute Kandidatur an – allerdings nicht mehr als Demokrat.

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Eric Adams will es nochmal wissen – und peilt eine weitere Amtszeit als Bürgermeister an.
Von red/dpa
Nachdem eine Korruptionsanklage gegen Eric Adams durch Druck von US-Präsident Donald Trump fallen gelassen wurde, hat der New Yorker Bürgermeister seine erneute Kandidatur bekanntgegeben. Adams werde bei der Bürgermeisterwahl im Herbst wieder antreten – allerdings nicht mehr als Kandidat der demokratischen Partei, sondern parteiunabhängig, sagte sein Sprecher Todd Shapiro.
Erst am Mittwoch war die Anklage gegen Adams fallen gelassen worden - wenige Wochen bevor der Prozess beginnen sollte. Der Demokrat war vergangenes Jahr als erstes Oberhaupt der größten US-Stadt auf Bundesebene unter anderem wegen Bestechlichkeit angeklagt worden.
Chancen für Wiederwahl gering
Nach Trumps Wahl zum US-Präsidenten näherte sich Adams diesem an, lobte Trump immer wieder öffentlich, flog zum Besuch nach Florida und ging sogar in eine der liebsten TV-Sendungen des neuen Präsidenten. Kurz darauf drängte Trump auf das Fallenlassen der Anklage - was auch als Machtdemonstration des Präsidenten angesehen wird bei seinem Versuch, die US-Justiz seinem politischen Willen zu unterwerfen.
Die Chancen für die Wiederwahl des ehemaligen Polizisten Adams in der liberalen Hochburg New York gelten nach dem Skandal allerdings als vergleichsweise gering. Seine Umfragewerte sind derzeit einstellig. Vorne liegt unterdessen jemand, der ebenfalls schon einen Skandal hinter sich hat: Andrew Cuomo, demokratischer Politiker und ehemals Gouverneur des Bundesstaats New York. Er war 2021 nach Vorwürfen der sexuellen Belästigung zurückgetreten.