Brand von Flüchtlingsheim
Polizei vermutet politischen Hintergrund
Eine Unterkunft für Flüchtlinge brennt am späten Mittwochabend in Mecklenburg-Vorpommern nieder. Verletzt wird niemand. Wie sich Polizei und Politik nun äußern.

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Beim Einsatz der Feuerwehr in Groß Strömkendorf.
Von dpa/lkr
Nach dem Brand einer Unterkunft für ukrainische Geflüchtete in Groß Strömkendorf in Mecklenburg-Vorpommern vermutet die Polizei einen politischen Hintergrund. Der Staatsschutz habe die Ermittlungen übernommen, teilte das Polizeipräsidium Rostock mit. Unterstützt werde die Ermittlungsgruppe von Kräften des Kriminalkommissariats Wismar.
Das ehemalige Hotel brannte am späten Mittwochabend nieder. Zu dem Zeitpunkt befanden sich den Angaben zufolge 14 Geflüchtete überwiegend ukrainischer Herkunft in dem reetgedeckten Gebäude. Verletzt wurde niemand. Ein Brandursachenermittler wurde eingeschaltet. Anfangs soll es aus der Außenseite des Gebäudes gebrannt haben.
Politik zeigt sich bestürzt
Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Christian Pegel (SPD) wies bei einem Besuch am Brandort am Donnerstagvormittag darauf hin, dass am Montag Hakenkreuz-Schmierereien an dem Gebäude entdeckt worden seien. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) schrieb auf Twitter: „Menschen, die vor Krieg flüchten, brauchen unseren Schutz und unsere Unterstützung. Hetze und Gewalt dulden wir nicht!“
Ich habe mir vor Ort ein Bild gemacht und bin sehr erschüttert. Ich habe mit dem Einrichtungsleiter Andrej Bondartschuk und den Einsatzkräften von Feuerwehr und Polizei gesprochen. Ihnen ist es zu verdanken, dass alle Menschen gerettet wurden https://t.co/bkd5EasKB2 — Manuela Schwesig (@ManuelaSchwesig) October 20, 2022
Auch der Vizepräsident des Polizeipräsidiums Rostock, Michael Peters, zeigte sich bestürzt. „Jeder Angriff auf Flüchtlinge oder deren Unterkünfte ist auch eine Attacke auf unsere Grundwerte. Ein solcher Angriff ist erschütternd und nicht hinnehmbar gleichermaßen“, erklärte er. Die Ermittlungen zu dem Feuer hätten oberste Priorität.