Laut „Spiegel“
Reerdigung bleibt in Baden-Württemberg verboten
„Reerdigungen“ sind bisher nur in Schleswig-Holstein erlaubt: Der Leichnam wird in einem Verwesungstank kompostiert; übrig gebliebene Knochen werden zermahlen. In Baden-Württemberg soll dies offenbar nicht möglich werden.
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© dpa/Christian Charisius
Ein Leichnam wird auf Heu, Stroh und Grünschnitt gebettet, innerhalb von 40 Tagen wird er zu Erde.
Von red/KNA
Die sogenannte Reerdigung, bei der Leichen in einem Verwesungstank kompostiert werden, bleibt einem Medienbericht zufolge in Baden-Württemberg verboten. Dies gehe aus einem Schreiben des Landessozialministeriums an den baden-württembergischen Gemeindetag hervor, berichtete das Magazin „Der Spiegel“.
Mit der „abschließend zu beachtenden Rechtsauffassung“ untersagt demnach die Behörde alle Facetten des Verfahrens, das derzeit in Schleswig-Holstein als Pilotversuch erlaubt ist – vom Einbetten des Leichnams in den Tank bis zur Beisetzung der Verwesungsreste in einem Tuch.
„Klumpen des organischen Materials verhindern“
Die Ausführungen in der Patentschrift zum Verfahren der Reerdigung hätten das Ministerium bestärkt, die umstrittene Bestattungsvariante für unzulässig zu erklären, hieß es weiter. In der Patentschrift, die das Unternehmen Circulum Vitae GmbH 2021 eingereicht habe, ist laut „Spiegel“ von Prall- und Knochenmühlen zur Nachbearbeitung der Kompostierungsreste die Rede - und von einer „Drehung des Kompostierungsbehältnisses“ zwei- bis dreimal um jeweils 360 Grad, um ein „Klumpen des organischen Materials effektiv“ zu verhindern.
Ebenfalls verstörend sind laut „Spiegel“ Hinweise auf Fabriken, die in der Patentschrift „Lagereinheiten“ genannt würden, mit jeweils „200 Kompostierungsbehältnissen“, die von Robotern gestapelt werden sollen.
Das baden-württembergische Sozialministerium äußerte sich auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Freitagnachmittag zunächst nicht zu dem „Spiegel“-Bericht.