Schäuble: Antisemitismus energisch entgegentreten

dpa/lsw Heidelberg. Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) hat dazu aufgerufen, antisemitischen Tendenzen energisch entgegenzutreten. „Wir müssen es viel ernster nehmen“, sagte Schäuble am Donnerstag bei der Auftaktveranstaltung der Dialogreihe Jüdisches Forum der CDU Baden-Württemberg in Heidelberg.

Wolfgang Schäuble (CDU), Bundestagspräsident, spricht im Deutschen Bundestag. Foto: Ralf Hirschberger/Archivbild

Wolfgang Schäuble (CDU), Bundestagspräsident, spricht im Deutschen Bundestag. Foto: Ralf Hirschberger/Archivbild

„Der Gedanke von Toleranz, das miteinander Leben, das Offensein für andere, all dies ist beschädigt oder zerstört, wenn wir nicht jüdisches Leben im Land haben.“ Jüdische Zuwanderung sei ein großes Glück für Deutschland, sagte Schäuble.

Auch früher schon hätten jüdische Einrichtungen geschützt werden müssen. Aber: „Wir hätten vor zehn Jahren nicht gedacht, dass wir uns jetzt wieder mit der wachsenden Sorge vor Antisemitismus beschäftigen müssen.“ Vielleicht habe das auch ein wenig damit zu tun, dass die Härte der Auseinandersetzung in der Gesellschaft insgesamt zugenommen habe.

Schäuble sagte, er sei kein Mensch, der leicht zur Rührung neige. Wenn er allerdings Umfrage-Ergebnisse lese, dass bei jungen Menschen in Israel auf die Frage, welche Hauptstadt sie am attraktivsten finden, Berlin mit großem Abstand vorne liegt: „Dann bin ich unglaublich berührt.“

Der Landesverband der CDU will mit der überparteilichen und offenen Dialogplattform den Austausch und das Miteinander der Menschen und Religionen fördern sowie jüdische Lebensverhältnisse im Land sichtbar machen. Im Südwesten leben den Angaben zufolge mehr als 9200 Menschen jüdischen Glaubens.

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Erstellt:
18. Juli 2019, 21:44 Uhr

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