„Schnapsidee“: AfD-Debatte um Arbeitsteilung in Ost und West
dpa Stuttgart. Der Vorschlag einer Arbeitsteilung der AfD in Ost und West hat in der Partei Kritik ausgelöst. Der Vorschlag einer Teilung sei eine Schnapsidee, twitterte der Bundesvorsitzende Jörg Meuthen am Freitag. „Es gibt nur eine AfD, und die lässt sich nicht teilen.“ AfD-Vize Kay Gottschalk twitterte: „Auf ewig ungeteilt. Diskussion und Streit gehören in eine lebendige Partei!“ Die Äußerungen seien realitätsfremd und parteischädigend, kritisierte der baden-württembergische Co-Landeschef Dirk Spaniel.

Kay Gottschalk (AfD) spricht in der Plenarsitzung im Deutschen Bundestag. Foto: Carsten Koall/Archivbild
Der AfD-Bundestagsabgeordnete Marc Jongen hatte zuvor in der „Frankfurter Allgemeinen Woche“ angesichts heftiger Flügelkämpfe in der Partei eine regionale Arbeitsteilung vorgeschlagen. „Eine Arbeitsteilung wie zwischen CDU und CSU, bezogen auf West und Ost, könnte den Konflikt in der AfD vielleicht entschärfen“, sagte er der Zeitung. „Die Gefahr einer Spaltung wäre sehr leicht zu bannen, wenn sich der Flügel auf die östlichen Bundesländer konzentrierte, deren Wählerschaft seiner Mentalität besser entspricht.“ Der rechtsnationale „Flügel“ um Björn Höcke sei das „Salz in der Suppe der AfD“, sagte Jongen. „Ohne schmeckt sie nicht, aber es ist keine gute Idee, wenn das Salz die Suppe sein will.“
Jongen selbst fühlt sich im Nachgang missverstanden. Es wünsche sich selbstverständlich nicht, dass die AfD sich teile, sagte er der Deutschen Presse-Agentur am Freitag. „Selbstverständlich sind wir eine Partei und sollen das auch bleiben.“ Es gehe ihm darum, dass die Parteiströmungen sich auf die Regionen konzentrierten, in denen sich auch ihre Anhänger befinden - um maximalen Erfolg für die Partei zu erreichen und den innerparteilichen Zwist zu vermeiden. Das Beispiel CDU/CSU zeige, wie eine Arbeitsteilung friedlich funktionieren könne - auch wenn die Teilung für die AfD keine Option sei. Das Beispiel sei deshalb wohl unglücklich gewählt gewesen, räumte er ein.