Welche Möglichkeiten gibt es?
Sonnenfinsternis ohne Brille beobachten
Heute Mittag ist am Himmel eine partielle Sonnenfinsternis zu sehen. Doch wie kann man das Ereignis beobachten, wenn man keine spezielle Brille hat?

© supot phanna / shutterstock.com
Schauen Sie nicht direkt in die Sonne.
Von Lukas Böhl
Heute, am 29. März 2025, ist in Deutschland eine partielle Sonnenfinsternis zu sehen. Gegen 11:20 Uhr beginnt das Spektakel am Himmel: Der Mond schiebt sich langsam vor die Sonne und verdunkelt sie teilweise – in Hamburg etwa zu 20 Prozent, in München zu rund 10 Prozent. Ein faszinierendes Schauspiel, das viele Menschen nach draußen lockt. Doch eine Frage steht im Raum:
Kann man die Sonnenfinsternis auch ohne Schutzbrille beobachten?
Die klare Antwort lautet: Nein – auf keinen Fall. Wer die Sonnenfinsternis mit bloßem Auge beobachtet, riskiert schwere, irreversible Schäden an der Netzhaut. Die schädliche Wirkung von UV-, sichtbarem und Infrarotlicht ist dabei tückisch: Die Netzhaut hat keine Schmerzrezeptoren – man bemerkt den Schaden also erst, wenn es zu spät ist.
Warum normale Sonnenbrillen nicht ausreichen
Zwar wirken herkömmliche Sonnenbrillen im Alltag angenehm abdunkelnd, doch sie bieten keinen ausreichenden Schutz gegen die intensiven Strahlungen der Sonne. Selbst stark getönte Gläser lassen noch viel zu viel Licht durch. Eine geeignete Sonnenfinsternisbrille hingegen filtert mindestens 99,999 Prozent des Lichts heraus – ihre optische Dichte liegt bei mindestens 5.
Worauf Sie bei einer Sonnenfinsternisbrille achten sollten
- Unbeschädigte Filterfolie ohne Kratzer oder Risse
- Sicherer Sitz am Gesicht mit breiten Bügeln zum Schutz vor Streulicht
- Hinweise zur Benutzung und Warnungen auf der Verpackung oder dem Produkt
Wer keine geprüfte SoFi-Brille zur Hand hat, kann die Sonnenfinsternis auch indirekt beobachten:
- Pinhole-Projektor: Ein Stück Karton mit einem kleinen Loch projiziert das Sonnenbild auf eine Fläche.
- Colander-Methode: Ein Küchensieb wirft durch seine Löcher viele kleine Abbildungen der verfinsterten Sonne auf den Boden.
- Blätterdächer: Auch Baumblätter können durch ihre natürlichen Zwischenräume kleine Sonnenbilder auf den Untergrund werfen.
- Sternwarten: Sternwarten in der Umgebung bieten oft spezielle Gerätschaften für das Beobachten der Sonnenfinsternis an.
Hochgefährlich: Beobachtung mit optischen Geräten ohne Spezialfilter
Ferngläser, Kameras oder Teleskope dürfen niemals ohne spezielle, vorgesetzte Filter zur Sonnenbeobachtung verwendet werden – auch nicht in Kombination mit einer Sonnenfinsternisbrille. Die Strahlen werden durch die Optik gebündelt und können Filter durchschmelzen oder sogar explodieren lassen. Solche Fehler führen oft zu schwersten Augenverletzungen.
Fazit: Nie ohne Schutz in die Sonne blicken
Auch wenn heute nur ein kleiner Teil der Sonne vom Mond verdeckt wird, bleibt die Strahlungsintensität gefährlich hoch. Die einzige sichere Möglichkeit, die partielle Sonnenfinsternis direkt zu beobachten, ist durch eine zertifizierte Schutzbrille. Alternativ bieten indirekte Methoden sichere Alternativen, die zudem auch Kindern ein gefahrloses Mitverfolgen ermöglichen. Wer kein Glück mit dem Wetter hat, kann auf zahlreiche Livestreams von Volkssternwarten oder Raumfahrtorganisationen zurückgreifen, um das Ereignis gefahrlos mitzuverfolgen.