„Sonstige“ bei der Bundestagswahl

Was ist eigentlich aus Volt geworden?

Volt und BSW haben den Einzug in den Bundestag verpasst. Wie haben sich diese und andere „sonstige“ Parteien in Baden-Württemberg geschlagen?

Nach der Wahl: Volt hat es nicht in den Bundestag geschafft.

© dpa/Tizian Gerbing

Nach der Wahl: Volt hat es nicht in den Bundestag geschafft.

Von Paulina Kock

Keine der „sonstigen“ Parteien von 2021 hat es am Sonntag in den Bundestag geschafft, und auch das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) scheiterte an der Fünf-Prozent-Hürde. Wie erging es den Kleinparteien in Baden-Württemberg?

BSW wäre nur in 98 Gemeinden drin

Wenn es nach den Wählerinnen und Wählern in 98 baden-württembergischen Gemeinden gehen würde, käme das BSW in den Bundestag – dort holte die Partei mehr als 5 Prozent der Zweitstimmen. In Malsburg-Marzell im Schwarzwald verbuchte das BSW mit 7,7 Prozent sein bestes Ergebnis in Baden-Württemberg. Im Schnitt lag die Partei bei 4,1 Prozent und damit unter dem Bundesergebnis.

Die Karte zeigt die Stimmverteilung der kleinen Parteien in Baden-Württemberg. Gezeigt werden die vier Parteien, die landesweit mindestens 30.000 Zweitstimmen geholt haben. Klicken Sie auf den Parteinamen, um die Stimmenverteilung zu sehen.

Die sich selbst als paneuropäisch bezeichnende Partei Volt kam in keiner Gemeinde in Baden-Württemberg über 2,5 Prozent der Zweitstimmen hinaus. Im Landesschnitt holte Volt 0,8 Prozent, in größeren Städten durchweg deutlich mehr.

Drohbrief und landesweit bestes Ergebnis

Den höchsten Stimmenanteil erzielte Volt in der Gemeinde Eschbronn nahe Villingen-Schwenningen. Das hat vermutlich damit zu tun, dass der dortige Kandidat Marius Dettki bekannt wurde, weil er einen Drohbrief erhalten hat. Über den Fall berichtete unter anderem die „Schwäbische Zeitung“.

Die Tierschutzpartei konnte vor allem im badischen Landesteil punkten, weniger in den Großstädten. In ganz Baden-Württemberg kam sie am Sonntag auf 0,8 Prozent der Stimmen, leicht unter dem Bundesergebnis.

Sowohl bei den Tierschützern als auch den Freien Wählern sticht der Ort Schönenberg südlich von Freiburg heraus. Die Tierschützer kommen dort auf 3,4 Prozent aller Zweitstimmen, die Freien Wähler auf 4,3 Prozent – jeweils das landesweit beste Ergebnis. In Baden-Württemberg holten die Freien Wähler nur in einer weiteren Gemeinde mehr als 5 Prozent, nämlich in St. Peter, ebenfalls in der Nähe von Freiburg.

Alle drei Kleinstparteien haben in Baden-Württemberg gleiche oder schlechtere Ergebnisse als im Bundesdurchschnitt eingefahren. Dafür gewannen CDU und AfD deutlich dazu. Unsere gesamte Berichterstattung zur Bundestagswahl finden Sie auf dieser Seite.

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Erstellt:
26. Februar 2025, 06:12 Uhr
Aktualisiert:
26. Februar 2025, 08:54 Uhr

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