Trump-Zölle

Was kostet ein Osterei bei Donald Trump?

„Make eggs cheap again!“ - „Eier 59 Prozent billiger!“ verkündet Trump stolz und lobt seine Agrarministerin. Importzölle könnten die Preise allerdings wieder in die Höhe treiben – eine Glosse.

Donald Trump macht große Ankündigungen für die Osternester der Amerikaner.

© dpa-tmn/Christin Klose/AFP

Donald Trump macht große Ankündigungen für die Osternester der Amerikaner.

Von Michael Maier

Donald Trump hat wieder zugeschlagen – nicht mit einem Golfball, sondern mit einer seiner berüchtigten Reden. Gestern erklärte der US-Präsident stolz, dass ein Ei in den USA jetzt „59 Prozent billiger“ sei, nachdem die Preise in New York bereits einen Dollar pro Ei erreicht hatten. Und das alles dank seiner „phänomenalen“ Agrarministerin Brooke Rollins. Oder hat der Präsident aus Versehen die Prozente mit dem aktuellen Einzelhandelspreis von 59 Cent bei Walmart verwechselt?

Ostern steht jedenfalls vor der Tür, und Trump präsentiert sich als Retter der amerikanischen Frühstückstische. Aber schauen wir uns den vermeintlichen Triumph einmal genauer an.

59 Prozent oder 59 Cent für das Osterei?

„59 Prozent billiger!“, tönte Trump gestern während seiner Rede zu den neuen Zöllen. Dabei lobte er seine Landwirtschaftsministerin in den höchsten Tönen: „Brooke, du hast fantastische Arbeit geleistet!“ Angeblich habe sie innerhalb weniger Wochen die Eierpreise von astronomischen Höhen wieder auf den Boden der Tatsachen geholt.

Der Präsident ließ es sich nicht nehmen, auch noch eine Anekdote einzustreuen: „Die Leute haben gesagt, wir sollen Plastik-Eier für Ostern benutzen. Aber ich habe gesagt: ‚Nein, echte Eier oder gar keine!‘“ Ein wahrer Held des Eiermarkts.

Vogelgrippe und Eierpreis

Doch bevor wir uns vor Begeisterung überschlagen wie ein schlecht gekochtes Ei, lohnt sich ein Blick auf die Fakten, denn die Preissenkungen hängen wohl weniger mit Rollins’ Management zusammen als mit einer Entspannung der Vogelgrippe-Situation und funktionierenden Handelsbeziehungen. Beobachter rechneten eigentlich mit weiter sinkenden Preisen, da es im März allmählich wieder mehr Legehennen und Eier-Importe gab.

Das könnte sich jedoch schnell ändern, denn ab 5. April gilt in den USA ein pauschaler Importzoll von 10 Prozent auf alle Waren – mit wesentlich höheren Sätzen für Lieferanten wie China oder die EU. Ob das wirklich die Eierpreise drückt oder nur die Inflation massiv anheizt, bleibt abzuwarten.

„Befreiungstag“ für Ostereier?

Trump erklärte jedenfalls feierlich den „Befreiungstag“ (Liberation Day), an dem Amerika endlich zurückschlägt gegen die „Plünderung“ durch andere Länder. Mit Zöllen von „mindestens“ 54 Prozent auf chinesische Waren und ähnlichen Maßnahmen gegen andere Handelspartner will er die heimische Produktion stärken.

Die Realität sieht jedoch weniger rosig aus: Die Eierpreise könnten zu Ostern wieder steigen, warnte Agrarministerin Rollins kürzlich selbst. Schließlich ist Ostern traditionell Hochsaison für Eier – und Nachfrage treibt bekanntlich die Preise. Das ist ein Gesetz der Ökonomie, das gerade auch in den Vereinigten Staaten als „Mutterland des Kapitalismus“ gelten dürfte.

Ein Präsident also, der sich als Retter des Frühstückseis inszeniert, während er gleichzeitig globale Handelskriege anzettelt. Vielleicht sollte man ihm einen goldenen Löffel schenken – nicht für seine mutmaßlichen Erfolge, sondern um das drohende wirtschaftliche Chaos auszulöffeln.

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Erstellt:
3. April 2025, 14:20 Uhr
Aktualisiert:
3. April 2025, 14:43 Uhr

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