Wertschätzung für rührige Bürger
Ehrungen und Informationen über das Thema Herzinfarkt beim Bürgerempfang der Gemeinde Oppenweiler
Mit einem Kurzvortrag „Gemeinsam gegen den Herzinfarkt“ begann der diesjährige Bürgerempfang in der Gemeindehalle von Oppenweiler. Jutta Franz, ärztliche Verantwortliche für den Rettungsdienst im Rems-Murr-Kreis und Fachärztin für innere, Notfall- und Intensivmedizin am Winnender Klinikum, sprach über Symptome sowie Präventiv- und Sofortmaßnahmen.

© Jörg Fiedler
Ehrungen für Verdienste um die Gemeinde (von links): Erhard Friz und Claus Kübler gehörten jeweils zehn Jahre dem Gemeinderat an. Bürgermeister Bernhard Bühler verlieh ferner die „Oppenweiler Axt“ an Rudolf Wieland und Siegfried Wetzel. Mit dabei: Ehefrau Anita Wieland. Fotos: J. Fiedler
Von Carmen Warstat
OPPENWEILER. Bei Verdacht auf einen Herzinfarkt sofort ins Krankenhaus, rät die Medizinerin. Und: „Bitte nicht selbst ins Auto setzen, auch nicht als Beifahrer!“ Denn die Zeit entscheidet über die Prognose, und ein EKG in der Klinik ist unerlässlich. „Zeit ist Muskel“, sagen die Ärzte und warnen davor, Vorboten und Symptome eines Herzinfarkts auf die leichte Schulter zu nehmen. Diese reichen von Schmerzen in Brust und linkem Oberarm bis in den Bauch und können zu Luftnot, Übelkeit, Erbrechen, Schweißausbrüchen und anderen Beschwerden führen, oft einhergehend mit Todesangst. Jutta Franz appellierte an ihre Zuhörer, Risikofaktoren zu meiden, und informierte über die Abläufe bei der Entstehung eines Infarkts sowie über Erste-Hilfe-Maßnahmen: „Sprechen Sie die Person an! Rufen Sie die 112! Beginnen Sie sofort mit der Herzdruckmassage!“ Der Verein Gemeinsam gegen den Herzinfarkt hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Bevölkerung für das Thema zu sensibilisieren, um eine deutliche Steigerung der Quote von Laienreanimationen zu erreichen sowie Laien mit dem Defibrillator vertraut zu machen – Punkte, die lebensrettend sein können.
Blutkonserven retten Leben
Ebenfalls lebensrettend sind Blutkonserven. So begann Bürgermeister Bernhard Bühler seinen Part mit der Ehrung besonders aktiver Blutspender. Mit Präsenten bedacht wurden Bianca Bühler, Kerstin Kiefer und Beate Küenzlen für 25-maligen Aderlass, Bärbel Buse für 50-mal sowie Steffen Ellinger und Helmut Wolf für jeweils 75-mal.
Das Feuerwehrehrenabzeichen in Bronze wird für 15 Jahre aktiven Dienst verliehen und ging in Oppenweiler an Michael Christ, Christoph Diem, Daniel Friz, Benjamin Heer, Felix Nachtmann, Dirk Sanwald, Michael Schopf, Sebastian Wahl und Michael Wöllhaf. Als Ehrungspate fungierte der Feuerwehrkommandant Steffen Ellinger. „Herzlichen Glückwunsch! Und: Weitermachen!“ war von ihm anerkennend zu vernehmen.
Weiterhin ausgezeichnet wurden Erhard Friz und Claus Kübler für ihren zehnjährigen Einsatz im Gemeinderat. Bürgermeister Bühler lobte den Idealismus engagierter Bürger, die sich aus freien Stücken bei der Gestaltung des Gemeinwesens einbringen.
Als „eine Premiere für mich“ bezeichnete er die anschließende Verleihung der Oppenweiler Axt an Siegfried Wetzel und Rudolf Wieland. Wetzel lebt seit 50 Jahren in Oppenweiler und wurde zunächst Konrektor der jungen Grund- und Hauptschule. 1978 avancierte er zum Rektor der Murrtalschule, um es 23 Jahre lang zu bleiben. Er begleitete zahlreiche bauliche Veränderungen konstruktiv und führte Neuerungen ein, darunter ein Schüler-Volleyballturnier, die Schülerzeitschrift „Wuschel“ und Schullandheimaufenthalte in den Alpen. Engagierter Gemeinderat war er ab 1975 fast 25 Jahre lang. „Weit über das Normalmaß hinaus“ ging Wetzels Einsatz, wie der Bürgermeister mehrfach lobend hervorhob. Auch Rudolf Wieland war fast 25 Jahre lang im Gemeinderat und wurde 1973 Mitglied der freiwilligen Feuerwehr, der er bis heute angehört. Bei „weitreichenden und richtungsweisenden Entscheidungen“ hat er mitgewirkt und zeichnet sich überdies durch seine Persönlichkeit aus: „Mit unserer Ehrung wollen wir nicht nur die herausragenden Verdienste von Rudolf Wieland würdigen, sondern auch ein Vorbild ins Rampenlicht bringen“, sagte Bernhard Bühler.
In seiner Ansprache warf er schließlich „ein paar wenige Schlaglichter“ auf das zurückliegende Jahr und stellte angesichts der bevorstehenden Schließung des Contitech-Werks sozialverträgliche Lösungen für die Mitarbeiter in Aussicht. Stichworte von Bühlers Rückblick waren die rege Bautätigkeit im Steinfeld, die Oberflächenerneuerung der Straße zwischen Schiffrain und Bucheich, die Fertigstellung des Kindergartens Burgblick, das 30-jährige Bestehen des Gewerbe- und Handelsvereins, Erfolge beim Breitbandausbau und Investitionen im Mineralfreibad, die kürzliche Einweihung des Radweges von der Burggartenstraße zur B14 und das attraktive Kulturprogramm der Gemeinde. In die Zukunft blickend, verriet Bühler, dass es ein neues Konzept zur Einwohnerbeteiligung geben wird, dass der Ortsteil Zell voranschreitet und eine neue Buslinie bekommt.
Musikalisch sehr schön umrahmt wurde die festliche Veranstaltung von Beiträgen des Musikvereins Reichenberg sowie des Liederkranzes. Drei Mitglieder des Musikvereins wurden denn auch im Bereich Kultur für ihre Verdienste und Erfolge geehrt: Jonathan Bek, Evelin Kreis und Niklas Rebell erhielten Bronzemedaillen und Urkunden.

© Jörg Fiedler
Die Ärztin Jutta Franz machte beim Bürgerempfang das Thema Herzinfarkt bewusst.

© Jörg Fiedler
Blutspenderehrung (von links): Bürgermeister Bernhard Bühler, Steffen Ellinger und Helmut Wolf (je 75 Spenden), Bärbel Buse (50 Spenden) sowie Bianca Bühler und Kerstin Kiefer (je 25 Spenden) zusammen mit dem DRK-Vorsitzenden Ernst Krämer.