Wonnemonat Mai für den Export

dpa Wiesbaden. „Made in Germany“ ist im Mai weltweit gefragt. Doch ob die guten Exportzahlen mehr als nur eine Atempause sind, ist fraglich. Die Unsicherheit ist angesichts zahlreicher Handelskonflikte weiterhin groß.

In diesem Jahr summierten sich die Warenausfuhren „Made in Germany“ auf 560,1 Milliarden Euro. Foto: Ingo Wagner

In diesem Jahr summierten sich die Warenausfuhren „Made in Germany“ auf 560,1 Milliarden Euro. Foto: Ingo Wagner

Deutschlands Exportunternehmen haben trotz internationaler Handelskonflikte im Mai gute Geschäfte gemacht. Die Ausfuhren von Waren „Made in Germany“ stiegen im Vergleich zum Vorjahresmonat deutlich um 4,5 Prozent auf 113,9 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte.

„Sowohl Exporte als auch Importe haben sich im Wonnemonat Mai prächtig entwickelt“, sagte der Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), Holger Bingmann. Ob der Export das Tempo halten kann, ist aus seiner Sicht allerdings fraglich.

Das gute Ergebnis werde überschattet von der anhaltend negativen Entwicklung bei den Auftragseingängen. „Es ist damit zu rechnen, dass die konjunkturelle Abkühlung Fahrt aufnehmen wird“, sagte Bingmann. Auch die politische Situation in der Welt sei alles andere als stabil.

Zwar hatten die USA und China jüngst einen „Waffenstillstand“ und neue Verhandlungen im Handelsstreit vereinbart. Doch bestehende Zölle bleiben in Kraft. Zudem drohte Washington jüngst der Europäischen Union (EU) wegen verbotener Flugzeugsubventionen mit weiteren milliardenschweren Sonderzöllen. Die Handelskonflikte bremsen die Weltkonjunktur, das belastet die exportorientierte deutsche Wirtschaft.

Auch nach Einschätzung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) können die Exporteure nur kurz durchatmen. „Die globalen Unsicherheiten für deutsche Unternehmen bleiben bestehen“, argumentierte DIHK-Außenwirtschaftsexperte Kevin Heidenreich. Handelsbarrieren und schwierige wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen belasteten die Geschäftserwartungen der Firmen. „Die Aussichten der Betriebe für das Gesamtjahr bleiben deshalb eingetrübt.“

Im Vergleich zum schwachen Vormonat legten die Ausfuhren im Mai um 1,1 Prozent zu. Die Einfuhren nach Deutschland verbesserten sich binnen Jahresfrist um 4,9 Prozent auf 93,4 Milliarden Euro, im Vergleich zum Vormonat sanken sie um 0,5 Prozent.

Von Januar bis einschließlich Mai summierten sich die Warenausfuhren „Made in Germany“ auf 560,1 Milliarden Euro - das waren 2,4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der BGA rechnete zuletzt mit einem Anstieg der Ausfuhren im Gesamtjahr um bis zu 3,0 Prozent. Das wäre ein Plus beim Waren-Export in etwa so groß wie 2018, aber deutlich kleiner als im Jahr davor (6,2 Prozent).

Das stärkste Plus verzeichneten Deutschlands Exporteure im Mai im Handel mit Ländern außerhalb der EU. Die Ausfuhren legten hier binnen Jahresfrist um 10,4 Prozent auf 47,9 Milliarden Euro zu. Die Exporte in die EU-Mitgliedstaaten - dem größten Markt für „Made in Germany“ - stiegen leicht um 0,6 Prozent auf rund 66 Milliarden Euro.

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Erstellt:
8. Juli 2019, 12:54 Uhr

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