Appell an die Beschäftigten

Zu viel Homeoffice – Mercedes ruft Mitarbeiter per Mail zurück ins Büro

Mercedes will, dass seine Mitarbeiter wieder regelmäßig präsent im Büro sind. Der persönliche Austausch und spontane Abstimmungen seien wichtig für den Erfolg des Unternehmens, heißt es in einer internen Mail.

Nicht nur in der Untertürkheimer Zentrale sollen Mitarbeiter von Mercedes wieder öfter ins Büro kommen – die Regel gilt in ganz Deutschland.

© Imago/Arnulf Hettrich

Nicht nur in der Untertürkheimer Zentrale sollen Mitarbeiter von Mercedes wieder öfter ins Büro kommen – die Regel gilt in ganz Deutschland.

Von Veronika Kanzler

Mercedes-Benz fordert seine Mitarbeiter in Deutschland auf, künftig wieder öfters ihre Arbeitsstätte aufzusuchen. Nach Informationen unserer Zeitung ging in dieser Woche eine Mail an die Tarifbeschäftigten. In dieser heißt es, dass es eine Tendenz gebe, „dass das Arbeiten von zuhause zum Standard“ und „die Büropräsenz eher zur Ausnahme“ geworden sei. Damit soll nun Schluss sein. Der Stuttgarter Automobilhersteller erwartet von seine Mitarbeitern, wöchentlich wieder mehr und regelmäßiger am Arbeitsplatz zu sein.

Zur Begründung schreibt Mercedes in der Mail, über die zuerst die „Wirtschaftswoche“ berichtete, dass der persönliche Austausch und die spontane Abstimmung wichtig seien. „Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten sind diese Faktoren entscheidend für unseren Erfolg.“ Das Unternehmen beobachte, dass diese Entwicklung immer häufiger zu Diskussionen zwischen Führungskräften und den Teams führe.

Mercedes: Homeofficequote zum Teil unverhältnismäßig

Generell solle bei Mercedes immer noch flexibles und selbstbestimmtes Arbeiten möglich sein, heißt es in dem Schreiben, welches Mercedes-Benz auf Anfrage nicht kommentieren wollte. Die Erfahrung aus den vergangenen Monaten zeige aber, dass die Homeofficequote zum Teil unverhältnismäßig sei. Daher bittet der Konzern, sich im Team auf Regeln der Zusammenarbeit zu verständigen, „das neben dem mobilen Arbeiten wöchentlich wieder mehr und regelmäßige Präsenz am Arbeitsplatz vorsieht.“

Hintergrund des Appells ist eine Konzernbetriebsvereinbarung, die Mitarbeitern ein Recht auf hybrides Arbeiten gewährt, wenn es die Arbeitsaufgabe zulassen. Diese Vereinbarung, stellt das Unternehmen unmissverständlich klar, „hatte nicht zum Ziel, mobiles Arbeiten zur Regel und feste Bürotage zur Ausnahme zu machen.“ An der Konzernvereinbarung selbst wolle Mercedes-Benz aber nichts ändern, wie es in der internen Mail heißt, die von Personalchefin Sabine Kohleisen und dem Gesamtbetriebsratsvorsitzenden Ergun Lümali versendet wurde.

Auch Manager von Mercedes müssen wieder mehr ins Büro

Bereits Ende des Jahres hatte der Vorstand von Mercedes-Benz seinen rund 200 leitenden Führungskräften mitgeteilt, dass für sie die Zeiten von Homeoffice vorbei sind. Man habe die Erwartung, dass sie „ab Januar 2025 während ihrer Arbeitszeit grundsätzlich an ihrem Arbeitsort anwesend sind“. Nur in Ausnahmefällen, etwa bei kranken Kindern oder pflegebedürftigen Eltern, soll Homeoffice weiterhin möglich sein. Als Begründung schrieb der Konzern, man sei überzeugt, dass sich „Kreativität und Innovationsgeist am besten bei persönlichen Treffen vor Ort entfalten“.

Immer mehr große Unternehmen kehren zur Präsenzarbeitszeit zurück. Auch Bosch, Volkswagen, Deutsche Bank oder SAP wollen ihre Angestellten – zumindest an bestimmten Wochentagen – wieder im Büro sehen.

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Erstellt:
28. Februar 2025, 18:06 Uhr
Aktualisiert:
28. Februar 2025, 18:08 Uhr

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