Forbes-Liste 2025
Zwei Baden-Württemberger gehören zu den reichsten Menschen der Welt
In der neuen Forbes-Liste der reichsten Menschen der Welt tauchen auch wieder einige Deutsche auf – und zwei Männer aus dem Südwesten sind unter den Top drei in der Bundesrepublik.

© imago stock&people/Peter Seyfferth FinePhotoArt.org
Auf Gewinnerkurs: Die reichsten Milliardäre der Welt steigern ihr Vermögen stetig. (Symbolbild)
Von Janina Drewes
1987 gab es weltweit 140 Milliardäre. Damals begann das Forbes-Magazin, das Vermögen der Superreichen zu schätzen. Inzwischen existieren weltweit mehr als 3000 Superreiche. Sie sind nicht nur deutlich mehr geworden, sondern auch reicher als jemals zuvor. Geschätzte 16,1 Billionen US-Dollar besitzen sie laut Forbes gemeinsam, allein im vergangenen Jahr ist ihr Vermögen um zwei Billionen US-Dollar gestiegen.
Zwei Superreiche kommen aus Baden-Württemberg
Hierzulande leben bundesweit rund 130 Milliardäre. Damit gehört Deutschland nach den USA, China und Indien zu den Ländern mit den meisten Superreichen. Vor allem Baden-Württemberg ist nicht nur reich an Natur und Kultur, sondern auch an Privatvermögen: Gleich zwei der fünf reichsten Deutschen kommen aus dem Ländle. Wer gehört 2025 zur Forbes-Top-200?
Platz 1 in Deutschland
Platz 37 weltweit: Kaufland- und Lidl-Gründer Dieter Schwarz (85 Jahre) mit 41 Milliarden US-Dollar Nettovermögen
Das „Phantom von Heilbronn“ gilt als öffentlichkeitsscheu: Der 85-jährige reichste Deutsche hat noch nie persönliche Interviews über sich und seine Familie gegeben und meidet Fotos. Er ist verheiratet, hat zwei Kinder und wohnt sehr zurückgezogen in Heilbronn – viel mehr weiß man über sein privates Leben nicht.
Über sein erfolgreiches Berufsleben hingegen ist mehr bekannt. Schwarz startete seinerzeit mit einem modernen Einkaufskonzept: Die Kunden konnten sich die Waren selbst aus den Regalen nehmen, statt auf ihre Zusammenstellung durch Angestellte zu warten, wie es in den 1960er-Jahren noch üblich war. Damals übernahm er den kleinen Lebensmittelhandel seines Vaters, entwickelte daraus Kaufland und Lidl und schaffte in Neckarsulm ein Handelsimperium mit rund 600.000 Beschäftigten.
Platz 2 in Deutschland
Platz 39 weltweit: Der Hamburger Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne mit 39,6 Milliarden US-Dollar Nettovermögen
Der 87-Jährige lebt in der Schweiz. Er ist Erbe und Mehrheitsgesellschafter des Logistikriesen Kühne + Nagel. Die Firma wurde von seinem Großvater Alfred Kühne gegründet.
Platz drei in Deutschland
Platz 50 weltweit: Der „Schraubenkönig“ Reinhold Würth mit 35,1 Milliarden US-Dollar Nettovermögen
Der 89-jährige drittreichste Deutsche stammt wie Schwarz aus der Nähe von Heilbronn. Er ist der zweite Baden-Württemberger in der Forbes-Liste und wurde 1935 in Öhringen geboren. Seit 1974 wohnt er mit seiner Familie im Schloss Hermersberg bei Niedernhall und zeitweise in seinem österreichischen Zweitwohnsitz in Salzburg.
Seinerzeit hat der junge Reinhold Würth das regionale Schraubenunternehmen seines Vaters in einen Weltkonzern transformiert. Seit einigen Jahren positioniert sich Reinhold Würth regelmäßig öffentlich gegen die AfD, wodurch er laut eigener Aussagen einige ostdeutsche Kunden verloren habe.
Platz vier in Deutschland
Platz 78 weltweit: BMW-Großaktionärin Susanne Klatten mit 25,2 Milliarden US-Dollar Nettovermögen
Die 62-Jährige erbte als Tochter des Großindustriellen Herbert Quandt ein beträchtliches Sümmchen und unter anderen 19 Prozent von BMW. 1978 wären sie und ihre Mutter beinahe Opfer eines Entführungsversuchs geworden, den die Polizei jedoch verhindern konnte. Die studierte Betriebswirtin, Ex-Frau von Jan Klatten und Mutter von drei Kindern, gilt als reichste Frau Deutschlands.
Klatten ist bekannt für ihr gesellschaftliches Engagement für Wissenschaft und Soziales sowie für ihre jährlichen fünfstelligen Großspenden an die CDU und gelegentlich an die FDP.
Platz 5 in Deutschland
Platz 84 weltweit: BMW-Großaktionär Stefan Quandt mit 23,8 Milliarden US-Dollar Nettovermögen
Der 58-jährige kleine Bruder von Susanne Klatten hat sein Vermögen ebenso seinem Unternehmervater Herbert Quandt zu verdanken. Dieser hat ihm unter anderem 23,6 Prozent von BMW vermacht. Genau wie seine Schwester tritt er mit gelegentlichem philanthropischen Engagement sowie regelmäßigen Großspenden an die CDU in Erscheinung.
Weitere deutsche Milliardäre auf der Forbes-Liste
- Platz 6 in Deutschland und 114 weltweit belegt Andreas von Bechtolsheim aus dem Adelsgeschlecht der Mauchenheimer – einer der ersten Google-Investoren – mit 17,9 Milliarden US-Dollar Nettovermögen. Der 69-jährige Informatiker lebt im US-amerikanischen Silicon Valley.
- Auf Platz 7 im deutschen und Platz 141 im weltweiten Ranking folgt ihm der 81-jährige Hasso Plattner, Mitbegründer des IT-Unternehmens SAP, mit einem Nettovermögen von 15,2 Milliarden US-Dollar.
- Platz 8 hierzulande und den 143. Rang im weltweiten Vergleich teilen sich gleich drei Superreiche: Der 74-jährige Aldi-Nord-Erbe Theo Albrecht Junior, der 77-jährige Aldi-Süd-Erbe Karl Albrecht Junior sowie seine Schwester Beate Heister haben jeweils ein Vermögen von geschätzten 15 Milliarden US-Dollar angehäuft.
- Als Platz 9 in Deutschland, weltweit auf Platz 172, stuft Forbes den 59-jährigen Hamburger Ludwig Merckle mit 13,6 Milliarden US-Dollar ein, der von seinem Vater den Pharmakonzern Merckle geerbt hat.
- Den deutschlandweit zehnten und weltweit 182. Rang belegt Friedhelm Loh. Das Netto-Vermögen des 78-jährigen Erben des Elektrounternehmens Rittal und Inhaber der Loh Group wird auf 13 Milliarden US-Dollar geschätzt.
Die Top 10 der weltweit reichsten Milliardäre
Der reichste Deutsche besitzt allerdings nur ein Bruchteil des Nettovermögens des reichsten Menschen der Welt. Dieter Schwarz’ 41 Milliarden US-Dollar belaufen sich nur auf elf Prozent von Elon Musks Vermögen.
- 1. Tesla- und SpaceX-Gründer Elon Musk: 342 Milliarden US-Dollar Nettovermögen (53 Jahre, US-Automobil-Unternehmer) Zum Vergleich: Das durchschnittliche Vermögen eines Deutschen liegt laut dem Statistischen Bundesamt bei etwa 136.000 Euro. Eine Million Euro müsste für den 53-jährige Trump-Buddy Elon Musk etwa so viel wert sein wie 0,47 Euro für einen Durchschnittsdeutschen – das ergab eine vereinfachte Beispielrechnung von Business Insider. Musk zählt nicht nur zu den reichsten, sondern auch zu den umstrittensten Persönlichkeiten weitweit. Ihm wird ein autoritärer Führungsstil sowie die Ausbeutung von Arbeitskräften vorgeworfen.
- 3. Amazon-Gründer Jeff Bezos: 215 Milliarden US-Dollar Nettovermögen (61 Jahre, US-Tech-Unternehmer)
- 4. Oracle-Gründer Larry Ellison: 192 Milliarden US-Dollar Nettovermögen (80 Jahre, US-Tech-Unternehmer)
- 5. Mode- und Kosmetikgigant Bernard Arnault & Familie: 178 Milliarden US-Dollar Nettovermögen (76 Jahre, französischer Unternehmer mit einem Empire von 75 Mode- und Kosmetikmarken wie Louis Vuitton und Sephora)
- 6. Waren Buffet: 154 Milliarden US-Dollar Nettovermögen (94 Jahre, erfolgreicher US-Investor, bekannt als „Oracle of Omaha“)
- 7. Larry Page, 144 Milliarden US-Dollar Nettovermögen (52 Jahre, US-Tech-Unternehmer, war lange CEO von Alphabet, dem Mutterkonzern von Google)
- 8. Sergey Brin: 138 Milliarden US-Dollar Nettovermögen (51 Jahre, US-Tech-Unternehmer, war lange Alphabet-Präsident)
- 9. Amancio Ortega: 124 Milliarden US-Dollar Nettovermögen, (89 Jahre, spanischer Modeunternehmer)
- 10. Steve Ballmer: 118 Milliarden US-Dollar Nettovermögen (69 Jahre, US-Tech-Unternehmer, war lange Zeit Microsoft-CEO)
Milliardäre gefährden sozialen Frieden und Demokratie
36 Prozent der weltweiten Milliardäre und sogar 71 Prozent der deutschen Milliardäre haben ihren Reichtum geerbt. Das schreibt die internationale Non-Profit-Organisation Oxfam im Rahmen ihrer jährlichen Studie zu sozialer Ungleichheit. In der Verschärfung sozialer Ungleichheit und dem deutliche politischen Einfluss der Superreichen sieht Oxfam eine deutliche Gefahr für sozialen Frieden und demokratische Stabilität.
Oxfam drängt auf Milliardärssteuer
Das Vermögen der Superreichen wächst exponentiell, die Armutsbekämpfung stagniert. Aktuell sind 3,6 Milliarden Menschen von Armut bedroht. Angesichts des Ungleichgewichts drängt Oxfam auf die internationale Einführung einer Milliardärssteuer.
Superreiche sind fast ausschließlich männlich
Die Forbes-Liste bildet auch sozialökonomische und machtpolitische Ungleichheiten zwischen Männer und Frauen ab – in den Top 200 der Forbes-Vermögens-Liste tauchen kaum Frauen auf. Eine Ausnahme thront einsam auf Platz 15: Alice Walton, reichste Frau der Welt, hat das Glück gehabt, als einzige Tochter des Walmartgründers Sam Walton geboren zu werden.