Tennis Porsche Grand Prix
Die Top 4 der Welt schlagen in Stuttgart auf
Der Porsche Tennis Grand Prix bietet vom 12. bis 21. April ein gewohnt starkes Frauenfeld auf. Die Weltelite ist in Stuttgart versammelt – nur die deutschen Spielerinnen schwächeln.

© /IMAGO/Paul Zimmer
Als Nummer eins der Tenniswelt führt Aryna Sabalenka das Feld von Stuttgart an.
Von Heiko Hinrichsen
Seit fast 20 Jahren ist er nun der Turnierdirektor – aber noch immer bringt Markus Günthardt als Chef des Stuttgarter Tennis Grand Prix in der Porsche-Arena auch den nötigen Schweizer Charme mit ins Spiel. „Wenn ich früher im Kreise der anderen Turnierchefs meine Visitenkarte mit dem Porsche-Emblem auf den Tisch gelegt habe“, erzählt der 67-Jährige: „Dann haben mich alle um meinen Job beneidet. Und sie tun es auch heute noch.“
Denn tatsächlich bietet Stuttgart auf der weltweiten Tennistour der Frauen zwar „nur“ ein Turnier der 500er-Kategorie – was in der Stufe unter den 1000er-Turnieren und deutlich unter den vier Grand Slams liegt – dennoch bringt der Grand Prix am Neckarufer noch immer eine besondere Note ins Spiel. „Wir sind mehr als ein Tennisturnier“, sagt Günthardt: „Wir sind ein Event.“
Das liegt auch an dem speziellen Preis für die Siegerin. „Einen Porsche kann sich inzwischen jede der Top-Ten-Spielerinnen von ihren Einkünften her kaufen“, sagt die Sportliche Leiterin Anke Huber, die bei dem Tennisklassiker selbst zweimal (1992 und 1994) gewann, als dieser noch in Filderstadt ausgespielt wurde: „Aber einen zu gewinnen, dass ist dann noch mal etwas ganz anderes.“
Also gibt sich die weibliche Weltelite im Neckarpark auch diesmal wieder ein Stelldichein. „Wir sind besetzt wie ein Grand-Slam-Turnier in der zweiten Woche“, sagt Günthardt voller Stolz. Von den Top Ten im Frauentennis werden acht Spielerinnen in Stuttgart starten. Darunter die ersten vier Aryna Sabalenka, Iga Swiatek, Coco Gauff und Jessica Pegula. Von den Top 20 sind 15 Spielerinnen dabei. Nur die Titelverteidigerin Jelena Rybakina fehlt, weil sie mit Kasachstan kurz zuvor im Billie-Jean-King-Cup im fernen Australien antritt.
Allein die deutsche Komponente schlägt den Tennisfans aufs Gemüt: Vorbei sind die Zeiten, als die Ausrichternation mit Julia Görges (2011), Angelique Kerber (2015, 2016) und Laura Siegemund (2017) gar die Turniersiegerin stellte. Mit Eva Lys rangiert die beste deutsche Tennisspielerin aktuell auf Position 70 der WTA-Rangliste. Daher gehen alle vier Wildcards an deutsche Spielerinnen: Neben Lys ist dies auch Siegemund, die sich zuletzt erfolgreich dem Doppel widmete – und dazu noch Jule Niemeier und Tatjana Maria.