Frenzel und Rießle – die Goldjungs

Das Duo sichert sich im Teamsprint den Titel und bestätigt die gute Form der DSV-Mannschaft

Seefeld /DPA - Frenzel wartete mit ausgebreiteten Armen hinter der Ziellinie, während Fabian Rießle die letzten Meter im Triumphzug zurücklegte – Sekunden später fielen sich die beiden Goldjungs jubelnd in die Arme: Die deutschen Kombinierer haben ihre WM-Festspiele von Seefeld fortgesetzt und zwei Tage nach Frenzels Einzel-Gold auch im Teamsprint triumphiert. „Das ist ein geiler Tag, wir haben einen geilen Job gemacht“, sagte der nun siebenmalige Weltmeister Frenzel und befand sich im Glück.

Der 30 Jahre alte Sachse fügte seiner schon jetzt einzigartigen Karriere einen weiteren Höhepunkt hinzu, nach einer schwierigen Saison ist er wieder obenauf, sind die „Dominierer“ wieder zurück: „Es ist schön, dass wir die Verhältnisse ein wenig geradegerückt haben, das fühlt sich sehr, sehr gut an.“ Frenzel und der zwei Jahre jüngere Schwarzwälder Rießle (28) setzten sich nach einem Sprungdurchgang und 2 x 7,5 Kilometern in der Loipe mit 8,2 Sekunden Vorsprung auf Norwegen durch, Dritter wurde Österreich (+ 9,2). Seit vier Jahren und neun Rennen sind die deutschen Kombinierer damit bei Großereignissen unbesiegt.

„Auf der letzten Runde war ich wirklich nervös und habe alles rausgehauen, was ich hatte. Jetzt bin ich einfach glücklich“, sagte Rießle, während sein Vater Alfred im Jubelrausch von der Zuschauertribüne sprang, um zu seinem Sohn zu eilen. Bundestrainer Hermann Weinbuch musste derweil nach dem nächsten Höhepunkt seiner Traumlaufbahn erst einmal durchpusten: „Unsere Taktik ist perfekt aufgegangen. Ich bin tief bewegt, dass wir wieder eine Goldmedaille gewonnen haben“, sagte der 58-Jährige, der bei der WM 1985 selbst zwei Kombi-Titel in Seefeld gewonnen hatte – Frenzel, der König von Seefeld, steht mittlerweile bei 15 Weltcup- und WM-Siegen im Loipen-Paradies.

Eric Frenzel, der am Morgen von der Innsbrucker Bergiselschanze auf 130,0 Meter gesprungen war, und Rießle (129,0) waren bereits als Führende mit acht Sekunden Vorsprung auf Japan in den abschließenden Skilanglauf gegangen. Bei der kraftraubenden Ministaffel, bei der jeder Läufer fünf Runden über 1,5 Kilometer im Wechsel mit seinem Teamkollegen absolvieren musste, vergrößerten Frenzel und Rießle ihren Vorsprung schnell. Auf den letzten beiden Runden kamen die Verfolger noch einmal heran, aber auch Norwegens Topstar Jarl Magnus Riiber konnte den Start-Ziel-Sieg der beiden Deutschen nicht mehr verhindern. „Ehrlich gesagt, hätte ich es am Ende gerne etwas weniger spannend gehabt“, sagte Bundestrainer Weinbuch: „Ich verstehe, dass Fabian nervös war – er hätte es noch verkacken können.“

Frenzel und Rießle hatten von Weinbuch den Vorzug vor Johannes Rydzek erhalten, der Vierfach-Weltmeister von Lahti 2017 machte auf Weinbuch einen zu wackligen Eindruck bei seinen Sprüngen vom Bergisel. Dem Youngster Vinzenz Geiger wollte Weinbuch nach gerade erst auskurierter Erkältung den Teamsprint noch nicht zumuten. Für ihn wäre der knüppelharte Langlauf „eine Hinrichtung“ geworden, meinte der Coach. Mit zwei Goldmedaillen sind Frenzel und seine Kollegen in Seefeld aber noch lange nicht zufrieden – da geht noch was.

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Erstellt:
26. Februar 2019, 10:25 Uhr

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