Sandra Lermer läuft in ihrer eigenen Liga
Welzheimerin stellt unter tropischen Temperaturen bei der zwölften Auflage des Auenwaldlaufs einen neuen Streckenrekord bei den Frauen auf
Ein klares und erwartetes Ergebnis gab es beim Frauen-Hauptrennen über zehn Kilometer beim zwölften Auenwaldlauf. Hingegen war das Ende bei den Männern umkämpft. Über 150 Frauen und Herren machten sich bei der zweiten Veranstaltung um den Laufcup Schwäbisch-Fränkischer Wald auf die Strecke von Unterbrüden nach Lippoldsweiler und dann wieder zurück.

© Tobias Sellmaier
153 Sportler haben beim Auenwaldlauf über zehn Kilometer das Ziel erreicht. Foto: T. Sellmaier
Von Andreas Ziegele
20 Uhr ist es, als Bürgermeister Karl Ostfalk die zwölfte Auflage des Auenwaldlaufes anschießt. Das Thermometer zeigt noch immer 28 Grad, als sich das Teilnehmerfeld auf den Weg zum sogenannten Dämmerungslauf macht. Zufrieden zeigten sich die Veranstalter vom Lauftreff Auenwald mit den Starterzahlen. „Insgesamt waren es zwar etwas weniger Teilnehmer als im Vorjahr“, berichtet Uschi Koesling, Schriftführerin und Mitorganisatorin des Vereins. 113 Finisher waren es beim Hauptlauf der Männer und 40 bei den Frauen. „Bei den Temperaturen kann man nicht mehr erwarten“, ergänzt Koesling. Ein weiterer Grund für die geringere Teilnehmerzahl war sicherlich auch der am gleichen Tag stattfindende Triathlon in Welzheim. Als Streckensprecher in Auenwald fungierte der Vorsitzende des Vereins, Andreas Siegmund, der im Zielbereich die Läufer lautstark zum letzten Einsatz motivierte.
Einen Start-/Ziel-Sieg landete Sandra Lermer vom Team Allianz Ralph Ehmann aus Welzheim, die zuvor schon das erste Rennen des Laufcups in Welzheim gewonnen hatte. Mit ihrer Zeit von 40:33 Minuten distanzierte sie die zweitplatzierte Andrea Bulling von den TSF Welzheim mit knapp drei Minuten Vorsprung. Den dritten Platz belegte Petra Reinhard aus Weissach im Tal. Die 40:33 Minuten von Lermer stellen nun auch den neuen Streckenrekord bei den Frauen dar. Die Bestmarke von Margarete Allmandinger aus dem Jahr 2012 lag bei 40:43 Minuten.
Auf die Frage, wie es für sie im Wettbewerb weitergeht, antwortet die sympathische Athletin Lermer: „Die zwei anderen Läufe auch noch laufen und Spaß dabei haben.“ Sie ist optimistisch, dass sie ihren Vorjahres-Gesamtsieg wiederholen kann. Zum Rennen in Auenwald hat sie eine besondere Beziehung. „Ich mag diese Strecke, es ist meine Lieblingsstrecke beim Schwäbisch-Fränkischen Laufcup. Denn hier hatte ich vor vier Jahren das erste Rennen meines Lebens“, sagt Lermer kurz nach dem Zieleinlauf und hat schon wieder ein strahlendes Gesicht. Das Wetter scheint für sie ebenfalls keine Rolle zu spielen. In Welzheim siegte sie bei Regen und nun in Auenwald bei großer Hitze.
Spannender hingegen war es beim Hauptlauf der Männer. Vom Start weg kam es zu einem Dreikampf, der erst auf der Ziellinie entschieden wurde. Vorjahressieger Holger Birkicht von der TG Weinsberg musste am Ende mit dem dritten Platz vorliebnehmen. Den ersten Platz sicherte sich Philipp Hoffmann von der LG Weissacher Tal. Mit fünf Sekunden Vorsprung und einer Zeit von 35:41 Minuten erreichte er das Ziel knapp vor Lennart Nies vom TV Maikammer aus der Pfalz. Wie stark Hoffmann die Hitze zusetzte, zeigte sich nach dem Zieleinlauf. Vollkommen erschöpft und mit blassem Gesicht musste er sich erst einige Minuten auf den Rasen legen, ehe er sich wieder erholt hatte. „Bis Kilometer neun war ich noch 10 bis 15 Meter hinter dem Führenden“, erzählt Hoffmann später. Mehrfach hatte er gedacht, dass er es nicht schaffen würde vorbeizuziehen. „Auf dem letzten Kilometer konnte ich dann aber noch mal zulegen und so hat es am Ende dann gereicht.“ Mit seiner Zeit zeigte er sich im Vergleich zum Welzheimer Lauf, bei dem er den dritten Platz belegte, zufrieden. „Im letzten Jahr bin ich noch 42er-Zeiten gelaufen. Das Training bei der LG Weissacher Tal hat sich in jedem Fall bezahlt gemacht“, sagt der schon wieder lächelnde Sieger später. Auch die weiteren Rennen des Laufcups in Neuhütten und Aspach möchte der 1991 geborene Hoffmann bestreiten.
Mit ganz anderen Problemen hatte der „Dauerläufer“ beim Schwäbisch-Fränkischen Laufcup zu kämpfen. Der Landtagsabgeordnete Gernot Gruber musste das Rennen dreimal unterbrechen. „Es war doch wärmer als gedacht und meine Verdauung war durcheinander“, lässt er nach dem Rennen auf seiner Facebook-Seite wissen. Unterwegs musste er dreimal wegen Durchfall unterbrechen, schaffte es aber mit 45:33 Minuten doch noch ins Ziel, was noch zu Platz drei in der Altersklasse Männer 55 reichte. Einen ruhigen Tag erlebten die Sanitäter des Ortsvereines Weissacher Tal. „Ein Pflaster für ein Kind haben wir gebraucht“, berichtet eine Sanitäterin, die das Läuferfeld mit ihrer Kollegin auf dem Fahrrad begleitete.