MMA-Ersatzkämpfer für verletzten Jungwirth

Stuttgarter Daniel Schwindt siegt spektakulär in der Schleyerhalle

Beim MMA-Event „Oktakon 68“ in der Schleyerhalle stieg nach der Absage von Christian Jungwirth der junge Stuttgarter Daniel Schwindt in den Käfig. Dabei überzeugte er auf ganzer Linie und beendete seinen Kampf vorzeitig. Der Beginn einer großen Karriere?

Daniel Schwindt entschlossen beim Wiegen – er gewann seinen Kampf durch technischen K.o.

© Kikinder/Kikinder

Daniel Schwindt entschlossen beim Wiegen – er gewann seinen Kampf durch technischen K.o.

Von Sascha Maier

Eigentliche hätte es das ganz große Spektakel vor heimischer Kulisse werden sollen: Beim Mixed-Martial-Arts-Event „Oktagon 68“ hätte Christian Jungwirth, einiger der wenigen richtigen deutschen Stars des wegen seiner härte umstrittenen Vollkontaktsports, endlich wieder in Stuttgart gekämpft. Wenige Tage vorher die traurige Nachricht: Jungwirth hatte sich verletzt. An seiner Stelle stieg sein Teamkollege Daniel Schwindt, der ebenfalls in Kong’s Gym in Fellbach trainiert, am Samstag gegen den Tschechen Marek Bartl in der Schleyerhalle an.

Schwindt war bis zu jener Nacht bei Oktagon MMA – zusammen mit KSW aus Polen die wichtigste Organisation des Sports in Europa – ein ziemlich unbeschriebenes Blatt. Er konnte dort bereits einen überzeugenden Sieg vorweisen, hatte zuvor aber nur bei kleineren Veranstaltungen gekämpft. In Stuttgart setzte er mit seinem Sieg durch technisches K.o. in der zweiten Runde jetzt ein Ausrufezeichen.

Schwindt zwischenzeitlich angeklingelt

Bereits in Runde eins dominierte er den Kampf, Bartl rettete sich aber bis zum Gong. In Runde zwei wirkte es dann zunächst so, als sei er zu forsch herangegangen: Der viel erfahrenere Marek Bartl klingelte Schwindt mit einem guten Treffer an, doch erholte sich irgendwie, drehte den Kampf am Boden und brachte den Ringrichter kurz vor dem Ende der Runde dazu dazwischenzugehen. Der Tscheche konnte sich nämlich gegen die Attacken des Stuttgarters nicht mehr verteidigen. Wichtig: entsteht der Eindruck beim MMA, dass ein Kämpfer die Angriffe des anderen nicht mehr vernünftig blocken kann, gilt der Kampf als entschieden.

Christian Jungwirth, der ebenfalls vor Ort war, schloss seinen Teamkollegen nach dem Kampf in die Arme. Mit der starken Performance dürfte sich Schwindt garantiert für weitere hochkarätige Kämpfe empfohlen und dazu beigetragen haben, dass die Region Stuttgart sich weiter als MMA-Hochburg etabliert.

Das Duell Schwindt-Bartl war nicht das einzige, das Kampfsportfans am Samstag in der Schleyerhalle ein Spektakel geboten hatte. So kürte sich der Ire Will Fleury mit seinem Punktsieg um den vakanten Schwergewichtstitel gegen den Bulgaren Lazar Todev zum Doppelchampion – den Gürtel im Light Heavyweight besaß Fleury bereits. Für Titelträume ist es für Schwindt vielleicht noch etwas zu früh. Aber der 26-Jährige Mittelgewichtskämpfer konnte unterstreichen, dass in ihm gewaltiges Entwicklungspotenzial steckt.

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Erstellt:
9. März 2025, 15:38 Uhr
Aktualisiert:
9. März 2025, 15:39 Uhr

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