Aktie von Heidelberger Druck knickt ein

dpa Heidelberg. Der Druckmaschinenbauer Heidelberger Druck bekommt die konjunkturelle Eintrübung in Deutschland zu spüren - und klagt über zunehmende Investitionszurückhaltung seiner Kunden. Die Aktie des Unternehmens brach in Reaktion auf eine gesenkte Gewinnprognose am Donnerstagvormittag um bis zu 17 Prozent auf gut 1,12 Euro ein. Im ersten Geschäftsquartal (bis 30. Juni) verdoppelte sich der Nettoverlust auf rund 31 Millionen Euro, wie das Unternehmen am späten Mittwochabend nach Börsenschluss in Heidelberg mitgeteilt hatte. Deshalb senkte der Konzern seine Ergebnisprognose für das Geschäftsjahr 2019/20 und rechnet nach Steuern nur noch mit einer schwarzen Null.

Ein Mitarbeiter der Heidelberger Druckmaschinen AG steht in einer Produktionshalle an einer Druckmaschine. Foto: Uwe Anspach/Archivbild

Ein Mitarbeiter der Heidelberger Druckmaschinen AG steht in einer Produktionshalle an einer Druckmaschine. Foto: Uwe Anspach/Archivbild

Anfang Juni hatte das Management noch einen Gewinn auf dem Vorjahresniveau von 21 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Der Konzern will nun weitere Kosten sparen und Investitionen überprüfen, um das Ergebnis zu stabilisieren. Das laufende Effizienzprogramm soll fortgeführt werden.

Insbesondere in Deutschland und in anderen Teilen Europas habe der Konzern im ersten Geschäftsquartal nicht an das Vorjahr anknüpfen können. Umsatz und Auftragseingang gingen zurück. Eine positive Nachfrage im Vertragsgeschäft, das unter anderem Dienstleistungen, Software und den Verkauf von Verbrauchsgütern umfasst, konnte die Schwäche im Maschinengeschäft nicht ausgleichen.

Der Umsatz sank um 7,2 Prozent auf 502 Millionen Euro, der Auftragseingang nahm trotz einer höheren Nachfrage in China um 7,5 Prozent auf 615 Millionen Euro ab. Der Geschäftsverlauf habe insbesondere zum Ende des Quartals unter der zunehmenden Investitionszurückhaltung und der entsprechenden Umsatzverschiebung aufgrund der konjunkturellen Eintrübung gelitten, hieß es in der Mitteilung. Beim Umsatz rechnet Heideldruck aber weiter mit dem Erreichen des Vorjahresniveaus.

Der Konkurrent von König & Bauer hat lange Jahre der Restrukturierung hinter sich und setzt auf Verpackungs- und Digitaldruck. Zudem baut der Konzern sein Geschäft mit Dienstleistungen aus. Heidelberger Druck reiht sich nun in die schon lange Liste der Unternehmen ein, die wegen der Abschwächung der Konjunktur, zu der der Handelsstreit mit den USA sowie der drohende Brexit beitragen, ihre Gewinnaussichten senken müssen.

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Erstellt:
18. Juli 2019, 12:14 Uhr

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