Aktiv gegen den Rattenbefall: Die Tiere werden jetzt in Backnang verstärkt bekämpft

Überall, wo Menschen zusammenwohnen, siedeln sich Ratten an. Aktuell gibt es in Backnang Gebiete, in denen die Nager vermehrt auftreten.

Futterquellen jeglicher Art sollte man Ratten nicht bieten. Symbolfoto: Erich Röthlisberger/Pixabay

Futterquellen jeglicher Art sollte man Ratten nicht bieten. Symbolfoto: Erich Röthlisberger/Pixabay

Backnang. Weil derzeit vermehrt Ratten in Backnang anzutreffen sind, bittet die Stadt die Bürgerschaft und Immobilieneigentümer darum, es Ratten möglichst schwer zu machen. Konsequent sollte man Futterquellen vermeiden und den Nagern die Möglichkeiten zum Unterschlupf entziehen. Ratten leben teilweise unter der Erde in der Kanalisation. Da sie Allesfresser sind, gehen sie besonders gerne im Müll und Kompost auf Nahrungssuche. Dort nehmen sie Krankheitskeime wie Salmonellen auf, die sie durch ihre Ausscheidungen weiterverbreiten.

Daraus ergibt sich, dass Speisereste nicht über die Toilette entsorgt werden sollen – auf diese Weise werden Ratten in der Kanalisation angelockt und gewissermaßen gefüttert. Ebenfalls dürfen Essensreste nicht offen im Hausmüll oder im Gartenkompost entsorgt werden, stattdessen in geschlossenen Müllbehältern. Ganz allgemein dürfen Abfälle nicht in Grünanlagen und öffentlichen Flächen liegen gelassen werden. Ratten profitieren zudem von der Fütterung wild lebender Tauben und Wasservögel, auch deshalb gilt ein Fütterungsverbot dieser Tiere.

Im Ernstfall helfen Fachfirmen weiter

Weitere Regeln gelten für Rückzugsräume von Ratten. So sollten Hecken, Büsche und Bodendecker im Garten möglichst kurzgehalten beziehungsweise immer wieder ausgelichtet werden. Bauschutt und Müll dürfen nicht auf Grundstücken abgelagert werden. Offene Stellen am Gebäude, zum Beispiel Schächte oder Öffnungen zur Lüftung in Erdbodennähe, sollten geschlossen gehalten werden. Bei einem Rattenbefall auf Privatgrundstücken besteht nach dem Infektionsschutzgesetz die Verpflichtung, Bekämpfungsmaßnahmen durchzuführen. Damit sollten Fachfirmen beauftragt werden.

Wird einem Rattenbefall nicht in eigener Initiative entgegengewirkt, so ordnet die Stadt die Rattenbekämpfung an. Die Grundstückseigentümer werden in diesem Fall zur Erstattung der Kosten herangezogen. Das Wegwerfen von Müll auf öffentlichen Flächen stellt eine Ordnungswidrigkeit dar, die mit einem Bußgeld geahndet wird. Der städtische Vollzugsdienst führt dazu intensive Kontrollen durch. Die festgestellten Verstöße werden konsequent zur Anzeige gebracht. Über die genannten Daueraktivitäten hinaus führt die Stadt in denjenigen Gebieten mit erhöhtem Befall weitere Maßnahmen durch.

Überfüllte Müllgefäße gilt es zu vermeiden

Die Stadt Backnang führt im Kanalsystem regelmäßig präventiv Rattenbekämpfungsmaßnahmen durch. Außerdem werden Büsche und bodendeckende Pflanzen auch deshalb regelmäßig zurückgeschnitten, um den Ratten Unterschlupfmöglichkeiten zu entziehen. Durch die Straßenbaumaßnahmen in der Eduard-Breuninger-Straße und der Dilleniusstraße sind im direkten Umfeld deutlich mehr Ratten im Stadtraum sichtbar als üblich. Verstärkt wird dieser Effekt durch die teilweise unsachgemäß gelagerten Abfälle in den engen Gassen und Hinterhöfen im direkten Umfeld.

Die Stadtverwaltung reagiert auf diese Situation, indem die Bekämpfungsmaßnahmen in diesem Bereich intensiviert werden. Die Bürgerschaft wird gebeten, diese Bemühungen auch dadurch zu unterstützen, dass keine verdreckten beziehungsweise überfüllten Müllgefäße in den öffentlichen Raum gestellt oder in Zwischenräumen gelagert werden. Es gilt zu beachten, dass die Behälter geschlossen sind. Durch Rattenbisse können Krankheiten auch auf Menschen übertragen werden, deshalb sollte man die Tiere nicht in die Enge treiben. pm

Informationen Zur Beratung über die nachhaltige Bekämpfung von Ratten können sich interessierte Bürgerinnen und Bürger während der Geschäftszeiten unter der Telefonnummer 07191/3410175 an die Stadtentwässerung Backnang (Kläranlage Neuschöntal) wenden.

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Erstellt:
11. Oktober 2022, 06:00 Uhr

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