Archäologie-Preis 2022 geht an Backnanger

Reinhold Feigel aus Backnang erhält den mit 8000 Euro dotierten Archäologie-Hauptpreis des Landes Baden-Württemberg.

Reinhold Feigel erhält den Archäologie-Hauptpreis. Archivfoto: Peter Wolf

© Peter Wolf

Reinhold Feigel erhält den Archäologie-Hauptpreis. Archivfoto: Peter Wolf

Rems-Murr. Bei Ausgrabungen unterstützen, Kleindenkmale erfassen, Baustellen begleiten, Führungen anbieten: Zahlreiche Ehrenamtliche engagieren sich in unzähligen Stunden für die archäologische Denkmalpflege im Land. Ihren Einsatz würdigt der Archäologie-Preis Baden-Württemberg. Er wird alle zwei Jahre an ehrenamtlich tätige Personen und Institutionen verliehen, die sich um die Erforschung, Publikation und Präsentation archäologischer Funde im Land besonders verdient gemacht haben.

In diesem Jahr geht der Preis in den Rems-Murr-Kreis, den Kreis Rottweil und den Ostalbkreis: Reinhold Feigel aus Backnang erhält den mit 8000 Euro dotierten Hauptpreis. Der mit 4000 Euro dotierte Förderpreis geht an Klára und Bernd Pieper aus Oberndorf am Neckar, der Sonderpreis in Höhe von 5000 Euro an Katja Baumgärtner aus Mögglingen für ihr ehrenamtliches Engagement für die archäologische Denkmalpflege. Nicole Razavi, Ministerin für Landesentwicklung und Wohnen Baden-Württemberg und damit auch Leiterin der obersten Denkmalschutzbehörde des Landes, überreichte ihnen den Archäologie-Preis Baden-Württemberg am gestrigen Dienstag im Weißen Saal des Neuen Schlosses in Stuttgart.

Ehrenamtliches Engagement ist wertvoll

„Die Archäologie erfordert Geduld, Fleiß, Konzentration, Durchhaltevermögen, Frustrationstoleranz, aber auch Fantasie und Begeisterungsfähigkeit. Deshalb ist das ehrenamtliche Engagement der Preisträgerinnen und Preisträger auch so wertvoll. Ohne Ihren herausragenden Einsatz für unser kulturelles Erbe wäre die baden-württembergische Landesdenkmalpflege sicherlich nicht so gut aufgestellt, wie sie es ist“, so Ministerin Razavi. „Ich möchte mich, auch im Namen der gesamten Landesregierung, sehr herzlich für Ihr enormes Engagement bedanken. Ihr Verdienst um den Schutz, die Pflege, die Erforschung und Vermittlung der archäologischen Denkmallandschaft unseres Landes ist gar nicht hoch genug einzuschätzen. Ihre Arbeit wirkt in höchstem Maße sinnstiftend.“ Allen Preisträgerinnen und Preisträgern überreichte Ministerin Razavi zur Würdigung ihres langjährigen ehrenamtlichen Engagements eine Urkunde sowie eine Nachbildung der Goldschale aus dem keltischen Fürstengrab von Eberdingen-Hochdorf im Kreis Ludwigsburg.

Luftbildakten angelegt und Kleindenkmale digitalisiert

Reinhold Feigel aus Backnang arbeitet seit dem Jahr 2004 ehrenamtlich für das Landesamt für Denkmalpflege (LAD). Er legte Luftbildakten an und beging Luftbildfundstellen, digitalisierte Kleindenkmale und begleitete Baumaßnahmen. Die Zusammenarbeit mit dem LAD mündete 2008 in seiner offiziellen Bestellung zum ehrenamtlichen Beauftragten der archäologischen Denkmalpflege für Backnang. In enger Zusammenarbeit mit dem LAD begeht er seitdem regelmäßig bekannte Kulturdenkmale, überprüft deren Zustand und meldet Veränderungen.

Feigel führt alleine, zusammen mit anderen ehrenamtlichen Beauftragten oder im Rahmen von Maßnahmen des LAD Sondierungen, Notbergungen und Ausgrabungen durch. Beispiele dafür sind die von ihm geleiteten mehrmonatigen Untersuchungen am Feuersee in Welzheim und jüngst die Ausgrabungen im mittelalterlichen Töpferquartier von Buoch im Kreis Waiblingen. Seine Erfahrung als Ingenieur, sein handwerkliches Geschick sowie sein Improvisationstalent kommen der archäologischen Arbeit seit Jahren zugute. Dabei gibt er seine Erfahrungen regelmäßig an interessierte Laien oder Studierende der Archäologie weiter und trägt somit nicht nur zur Erforschung und Bewahrung des archäologischen Erbes bei, sondern auch zur Vermittlung archäologischer Inhalte. pm

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Erstellt:
19. Oktober 2022, 06:00 Uhr

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