Aufarbeitung von Missbrauchsfällen der katholischen Kirche

dpa/mv Schwerin. Das Erzbistum Hamburg hat Forscher der Universität Ulm mit der wissenschaftlichen Aufarbeitung von Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche in Mecklenburg betraut. Der für dieses Thema berufene Beirat des Erzbistums beschloss nach eigenen Angaben auf seiner Sitzung am Freitag in Schwerin die Vergabe des Auftrages. „Die Universität Ulm hat einen überzeugenden Projektantrag eingereicht. Mit diesem Projekt leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Aufarbeitung schlimmer Missbrauchstaten“, zeigte sich der Beiratsvorsitzende Martin Colberg in einer Mitteilung gewiss. Die Forschungsarbeit werde im Herbst mit einer Veranstaltung in Neubrandenburg starten, zu der auch Betroffene eingeladen würden.

Eine Puppe liegt am Straßenrand. Foto: Daniel Bockwoldt/Archiv

Eine Puppe liegt am Straßenrand. Foto: Daniel Bockwoldt/Archiv

Das Projekt trägt den Titel „Aufarbeitung und Dokumentation - Sexueller Missbrauch durch katholische Priester und andere im Dienst der katholischen Kirche stehenden Personen in Mecklenburg“. Laut Mitteilung sollen die Geschehnisse auf mehreren Ebenen erforscht werden. Dazu würden das vorliegende Datenmaterial gesichtet, Erfahrungsberichte ausgewertet und Interviews mit Betroffenen geführt.

„Die offene und transparente Aufarbeitung soll betroffenen Frauen und Männern psychische Entlastung ermöglichen und einen Beitrag zur individuellen Aufarbeitung leisten“, heißt es in der Mitteilung weiter. Dem Erzbistum sind nach eigenen Angaben für den Zeitraum von 1945 bis 2015 insgesamt 17 Priester bekannt, die in Mecklenburg Missbrauchshandlungen verübt haben sollen. Den kirchlichen Unterlagen zufolge waren 54 Kinder und Jugendliche betroffen.

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Erstellt:
12. Juli 2019, 16:42 Uhr

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