Aufbruchstimmung im Ortschaftsrat

Maubachs neuer Ortsvorsteher Karl Scheib will mit dem Gremium viele Ideen umsetzen und das Freizeitangebot erweitern

Vergangenen Monat hat der Maubacher Ortschaftsrat Karl Scheib zum neuen Ortsvorsteher gewählt. Der 62-jährige Allgemeinarzt und Sportmediziner hat auch schon viele Ideen für seinen Stadtteil, die er gemeinsam mit dem Gremium angehen möchte. Dazu gehören niederschwellige Bewegungsangebote und eine belebtere Ortsmitte.

Der Vernoscer Platz soll künftig lebendiger werden. Bei einem zwanglosen Treffen hat Karl Scheib mit den anderen Ortschaftsräten einige Ideen diskutiert und Vorschläge erarbeitet. Foto: A. Becher

© Pressefotografie Alexander Beche

Der Vernoscer Platz soll künftig lebendiger werden. Bei einem zwanglosen Treffen hat Karl Scheib mit den anderen Ortschaftsräten einige Ideen diskutiert und Vorschläge erarbeitet. Foto: A. Becher

Von Lorena Greppo

BACKNANG. Dass Maubach für viele nur eine Schlafsiedlung ist, will Karl Scheib nicht so einfach hinnehmen. „Mir geht es um die Förderung eines sozialen Miteinanders“, erklärt der neu gewählte Ortsvorsteher. In einem ersten Arbeitstreffen des neuen Maubacher Ortschaftsrats wurden hierfür bereits erste Ideen gesammelt. Vor allem der Vernoscer Platz soll aufgewertet werden, sodass er in seiner Funktion als sozialer Treffpunkt des Stadtteils einladender wird. „Eventuell könnten wir die Bänke neu streichen und zusätzliche Sitzmöglichkeiten schaffen“, schlägt Scheib vor. Ein Sonnensegel war unter den Vorschlägen der Gremiumsmitglieder, ebenso steht eine Bouleanlage auf der Agenda. Diese stehe schon in den Startlöchern, erklärt Scheib. Der 62-Jährige spricht sich zudem für eine Fortführung des Maubacher Bürgerfests aus und regt zudem Platzkonzerte in der Dorfmitte an.

Am liebsten würde der Sportmediziner seine Maubacher draußen sehen, in Bewegung, in der Natur. Scheib selbst ist gemeinsam mit seiner Frau viel auf dem Mountainbike unterwegs oder unternimmt Wanderungen in der Region. „So lernt man das Umland kennen und merkt erst mal, wie schön es hier ist“, sagt er. Damit wirklich jedermann die Umgebung erleben kann, spricht Scheib sich dafür aus, Rundwege zu schließen, sodass rund um Maubach kleinere oder auch größere Spaziergänge und Wanderungen möglich werden. Sie sollen auch für Rollstühle, Rollatoren und Fahrräder geeignet und als Routen in verschiedenen Streckenlängen ausgeschrieben sein.

Dass derartige niederschwellige Bewegungsangebote gut angenommen werden, zeigten entsprechende Wege im Plattenwald. Zusätzlich plane der Ortschaftsrat, die Calisthenics-Anlage, die vor etwa zwei Jahren eingeweiht wurde, zu erweitern. „Und neben der Kugelstoßanlage schwebt mir außerdem noch ein Beachvolleyballfeld vor“, führt der neue Ortsvorsteher schelmisch aus. Es ist ihm anzumerken: Der 62-Jährige hat Elan, will etwas bewegen. Dass er und seine Gremiumsmitglieder gleich zu Anfang der Amtsperiode so viele Ideen in den Raum werfen, liege an den Voraussetzungen im Stadtteil, so Scheib. „Wir haben hier super Möglichkeiten im Bereich unserer Sport- und Freizeitanlagen.“

Bei der Nahversorgung kann der Ortschaftsrat wenig ausrichten

Auch die Bevölkerungsentwicklung müsse im Blick behalten werden, weshalb Scheib beim Arbeitstreffen an alle Mitglieder des Ortschaftsrats neben einer Karte Maubachs auch eine Altersstatistik des Stadtteils verteilte. Denn, so ist es herauszulesen, Maubach überaltert nicht – dafür sorgen bisher der Zuzug vieler Familien und eine stabile Geburtenzahl. „Derzeit wohnen hier etwa 800 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren“, erläutert Scheib. „Das gilt es zu berücksichtigen und vorausschauend zu planen.“ Gerade auch ihnen käme ein erweitertes Freizeitangebot entgegen.

Im Ortschaftsrat herrsche regelrecht Aufbruchsstimmung. „Wir gehen optimistisch an unsere Aufgaben heran“, so Scheib. Die Atmosphäre im Team sei sehr angenehm, ein positives Miteinander. „Sonst würde ich es auch nicht machen“, konstatiert er. Als Ortsvorsteher sieht er sich nicht in der Rolle eines Alleinherrschers, erklärt Scheib.

Es sei aber auch nicht alles eitel Sonnenschein in Maubach. Verschweigen will der Sportmediziner nicht, dass auch schwierige, unangenehme Themen das Gremium beschäftigen. Ein Beispiel ist die mangelhafte Nahversorgung in Maubach. Die Hoffnung auf einen Supermarkt, die manch ein Bewohner noch hegt, teilt Scheib nicht. „Das Thema ist an sich durch.“ Kein Versorger habe Interesse daran bekundet, im Stadtteil eine Filiale zu eröffnen. Nun gelte es, das kleine „Wochenmärktle“, das der Ortschaftsrat ins Leben gerufen hat, zu unterstützen und womöglich noch um den einen oder anderen Stand zu erweitern. Hilfreich fände der neue Ortsvorsteher auch einen direkten Fußweg zur Gärtnerei Dänzer in Germannsweiler. Die Umsetzung dessen scheitere bislang aber daran, dass sich das Grundstück zwischen Maubach und Germannsweiler in Privateigentum befindet.

Ein Punkt, bei dem Karl Scheib schon eine deutliche Besserung wahrgenommen hat, ist der Verkehr. Zu einer Beruhigung habe beigetragen, dass die B14 nun besser laufe. Dadurch, dass die Sportanlage am Ortseingang von Backnang kommend belebt sei, müssten Autofahrer vorsichtiger sein. Zudem habe die Blumenaktion, die der Maubacher Wolfgang Wilpert ins Leben gerufen hat, bewirkt, dass Maubach mehr Dorfcharakter habe. Auch das wirke sich unterbewusst auf die Autofahrer aus. Dennoch: Ideal sei die Situation noch immer nicht. „Auf der Kitzbüheler Straße wird oft zu schnell gefahren“, weiß Scheib. Um Möglichkeiten der Verkehrsberuhigung auszuloten, sei bereits ein Treffen mit Verantwortlichen des Rechts- und Ordnungsamts, des Bauhofs und der Stadtplanung vorgesehen. „Dann können wir vor Ort besprechen, was wir noch machen könnten.“ Die Ideen gehen dem neuen Ortsvorsteher sicherlich nicht aus.

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Erstellt:
6. August 2019, 16:00 Uhr

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