Backnangs nächste Großbaustelle ist in der Aspacher Straße

Die Stadt Backnang will 2023 den provisorischen Kreisverkehr an der Aspacher Straße ausbauen und die Schöntaler Straße in eine Allee verwandeln. Der Bauträger Aspa plant dort in den kommenden Jahren 70 neue Wohnungen.

Abschied vom Provisorium: Bis Ende nächsten Jahres soll am Aspacher Tor ein richtiger Kreisverkehr entstehen. Foto: Alexander Becher

© Alexander Becher

Abschied vom Provisorium: Bis Ende nächsten Jahres soll am Aspacher Tor ein richtiger Kreisverkehr entstehen. Foto: Alexander Becher

Von Kornelius Fritz

Backnang. Manche Provisorien haben eine lange Haltbarkeit: Das gilt auch für den Kreisverkehr am Aspacher Tor. Im Jahr 2009 war dieser am Knotenpunkt von Aspacher Straße, Schöntaler Straße und Friedrichstraße eingerichtet worden – zunächst testweise und für die bescheidene Summe von 30000 Euro. Sollte sich die neue Verkehrsführung bewähren, werde der Kreisverkehr richtig ausgebaut, hieß es damals.

Seitdem sind 13 Jahre vergangen und bewährt hat sich die ampelfreie Kreuzung aus Sicht der Stadtverwaltung tatsächlich. Trotzdem wurde der angestrebte Ausbau bis heute nicht realisiert. Inzwischen haben sich die meisten längst an den Anblick der nur durch Betonelemente abgetrennten Mittelinsel gewöhnt.

Bevor das Provisorium endgültig zum Dauerzustand wird, will die Stadtverwaltung die Sache nun aber endlich anpacken. Der Ausbau des Kreisverkehrs ist Teil eines größeren Straßenbauprojekts, das im kommenden Jahr startet. Dabei sollen auch die vom Kreisel abgehenden Abschnitte der Schöntaler Straße und der Aspacher Straße Richtung Stadtmitte ein neues Gesicht bekommen. Die Pläne wurden jetzt im Ausschuss für Technik und Umwelt des Backnanger Gemeinderats vorgestellt.

17 neue Bäume und mehr Platz für Fußgänger in der Schöntaler Straße

Der Zeitpunkt für das Projekt ist nicht zufällig gewählt: Der Bauträger Aspa möchte in den kommenden Jahren nämlich an der Schöntaler Straße auf dem ehemaligen Gelände der Firma Hackenschuh 70 neue Wohnungen bauen. Bevor es damit losgeht, will die Stadt jetzt noch das Umfeld aufhübschen. Denn der vordere Bereich der Schöntaler Straße und der angrenzende Limpurgweg seien baulich in einem schlechten Zustand, erklärt Tobias Großmann. Auch die optische Gestaltung des Straßenraums gefällt dem Leiter des Stadtplanungsamtes nicht: breite Fahrbahn, schmale Gehwege, kaum Bäume.

17 neue Bäume werden gepflanzt

Das soll sich ändern: Auf dem 200 Meter langen Abschnitt zwischen dem Kreisverkehr und der Einmündung der Mühlstraße soll sich die Schöntaler Straße in eine schmucke Allee verwandeln. Insgesamt 17 Säulenhainbuchen werden dafür am Straßenrand gepflanzt. Die Gehwege werden verbreitert und erhalten einen hellen Pflasterbelag. Zwei Treppen werden die Schöntaler Straße künftig mit dem Kaelble-Areal verbinden, das bis zur Internationalen Bauausstellung (IBA) 2027 ebenfalls neu bebaut werden soll. „So wollen wir die Fußwegeverbindungen stärken“, sagt Großmann. Die Fahrbahn in der Schöntaler Straße wird zwar schmaler als heute, bleibt laut Großmann aber breit genug, damit weiterhin zwei Busse aneinander vorbeikommen.

Die Bauarbeiten in der Schöntaler Straße sollen im April 2023 beginnen; die Stadt rechnet mit etwa sechs Monaten Bauzeit. Auch die Kanalisation wird in diesem Bereich erneuert. Anschließend beginnt voraussichtlich im September 2023 der Ausbau des Kreisverkehrs, ehe schließlich ab Mitte 2024 auch noch die Aspacher Straße vom Kreisel bis zur AWO neu gestaltet wird. Hier soll die Fahrbahn – von unten gesehen – um zwei Meter nach rechts verschoben werden. Parken können Autofahrer künftig dann nur noch auf der linken Seite, außerdem wird der Gehweg verbreitert. „Wir denken, dass das auch den Geschäften, die dort im Erdgeschoss sind, guttun wird“, erklärt Großmann. Außerdem ist künftig auf beiden Seiten Platz für einen mindestens 1,50 Meter breiten Radschutzstreifen.

Auch die Wilhelmstraße soll noch saniert werden

Baudezernent Stefan Setzer bezeichnet das Projekt als „logischen Lückenschluss“, denn der unterste Abschnitt der Aspacher Straße war bereits vor zwei Jahren zusammen mit dem Bau des Kreisverkehrs an der Talstraße erneuert worden. In den nächsten Jahren steht dann auch noch die Sanierung der Wilhelmstraße auf der Agenda.

Die Gesamtkosten für die drei Bauabschnitte schätzt die Stadt auf 4,4 Millionen Euro, wobei Finanzbürgermeister Siegfried Janocha auf Zuschüsse in Höhe von etwa einer Million Euro hofft. Ende 2024 soll alles fertig sein. Bis dahin müssen sich die Verkehrsteilnehmer allerdings auf erhebliche Behinderungen einstellen. Die Schöntaler Straße muss nach Angaben von Tiefbauamtsleiter Lars Kaltenleitner während der Bauarbeiten dort voll gesperrt werden, die Aspacher Straße soll zumindest in einer Fahrtrichtung möglichst immer offen bleiben. Für etwa acht bis zwölf Wochen könnte laut Kaltenleitner allerdings auch dort eine Vollsperrung nötig sein.

Der Technische Ausschuss segnete die Pläne mit großer Mehrheit ab. Die einzige Gegenstimme kam von SPD-Fraktionschef Heinz Franke, der sich für den Kreisverkehr eine günstigere Lösung gewünscht hätte. Ute Ulfert (CDU) appellierte an die Verwaltung, den Zeitplan mit anderen Projekten gut abzustimmen, damit zur selben Zeit nicht noch andere Baustellen im Backnanger Stadtgebiet den Verkehr behindern.

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Erstellt:
17. Oktober 2022, 06:00 Uhr

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