Baubeginn wohl erst im Frühjahr 2020

Pläne des SV Unterweissach für zweigeschossiges Vereinsheim mit Gastronomie machen Bebauungsplanänderung erforderlich

Mit dem Vereinsheim-Neubau des SV Unterweissach geht es doch nicht so schnell voran wie zunächst erwartet. Da sich der Verein für eine zweigeschossige Bauweise entschieden hat, steht das Vorhaben im Widerspruch zum bestehenden Bebauungsplan. Sprich: Die Gemeinde muss nun erst ein Änderungsverfahren in Gang setzen. Baubeginn ist dann wohl erst im Frühjahr 2020.

Projektierter Ausbau: Im oberen Stockwerk soll die Gastronomie Platz finden, geplant ist dort auch ein Zuschauerbalkon. Visualisierung: SVU

© Nadine Müllner

Projektierter Ausbau: Im oberen Stockwerk soll die Gastronomie Platz finden, geplant ist dort auch ein Zuschauerbalkon. Visualisierung: SVU

Von Armin Fechter

WEISSACH IM TAL. Das alte eingeschossige SVU-Sportheim an der Jägerhalde ist in der Nacht zum 1. April in Flammen aufgegangen. Die Zerstörungen reichten so weit, dass schon tags darauf klar war: Nur ein Abbruch der Überreste und ein Neubau würden infrage kommen.

Glück im Unglück: Der Verein hatte sich schon vor dem vernichtenden Feuer eingehend mit der Frage befasst, was aus dem längst nicht mehr zeitgemäßen Bau werden sollte. So hatten die Verantwortlichen sogar bereits Pläne für einen Neubau in der Schublade. Das nährte dann auch die Hoffnung, dass es nach dem Brand schnell weitergehen werde, damit sowohl die Fußballer als auch das interessierte Publikum nicht allzu lange mit Provisorien vorliebnehmen müssen. Dies auch vor dem Hintergrund, dass der Gemeinderat seinen grundsätzlichen Segen zu dem Vorhaben erteilte und das Thema finanzielle Beteiligung im Ortsparlament zügig entschieden wurde.

Doch der Teufel steckt wie immer im Detail. Bei der Vorlage das Baugesuchs zeigte sich jetzt nämlich, dass der projektierte Neubau in mehreren Punkten nicht den Maßgaben des gültigen Bebauungsplans entspricht. Dieser trägt den Namen „Sport- und Freizeitanlagen Unterweissach“ und stammt noch aus dem Jahr 1977. „Wir haben auch die formalen Fragen zu beachten“, sagte Bürgermeister Ian Schölzel deshalb jetzt im Technischen Ausschuss des Gemeinderats, wo das Baugesuch beraten wurde.

Sporträume im unteren Geschoss, darüber Platz für die Gastronomie

Die Pläne des SVU sehen vor, dass die sportbezogenen Räumlichkeiten im Untergeschoss untergebracht werden: vier Umkleiden, Sanitärräume, Duschen, Balllager, eine Kammer für den Schiedsrichter, ein Geschäftszimmer, ein Kursraum sowie verschiedene kleinere Räume für Putzmittel und Technik. Im Stockwerk darüber käme demnach die Vereinsgaststätte samt Nebenräumen unter. Außerdem soll eine kleine Wohnung für einen Hausmeister oder den Betreiber der Gaststätte integriert werden. Ferner sind ein Kurs- und ein Schulungsraum sowie ein Zuschauerbalkon vorgesehen.

Nun sieht aber der Bebauungsplan nur eingeschossige Bauweise vor, wie Bauamtsleiter Markus Stadelmann erklärte. Außerdem überschreitet der Zuschauerbalken das Baufenster. Stadelmann verwies auch auf die Baurechtsbehörde bei der Stadt Backnang. Dort werde eine Wohnung im Bereich von Sport- und Freizeitanlagen kritisch gesehen. Zudem liege bislang kein Stellplatznachweis vor, wobei auch Stellplätze für Behinderte vorzusehen sind. Und: Die Zugangstreppe zum Gastronomiebereich beanspruche zwei Meter von einem angrenzenden Grundstück, das der öffentlichen Hand gehört, direkt an der Straße. Verkehrsrechtlich müsse aber ein Mindestabstand von 50 Zentimetern eingehalten werden – genau genommen müsse die Treppe also um mindestens zwei Meter zurückversetzt werden. Für Stadelmann bestand daher kein Zweifel: In der vorgelegten Form sei der Bauantrag nicht genehmigungsfähig, es sei denn, die Überschreitungen würden über eine Bebauungsplanänderung aufgefangen. Wobei aber die grundsätzlichen Bedenken in Sachen Wohnung bestehen blieben. Davon abgesehen wies Stadelmann darauf hin, dass noch Flächen für das Leergut der Gaststätte zu bedenken seien.

Sein Vorschlag, das Baugesuch zweistufig anzugehen – erst das untere Geschoss separat und danach das obere – , fand jedoch keinen Gefallen. „Das stand nie zur Debatte“, sagte Ralf Noack (SPD), selbst Mitglied der Vereinsführung, „dann müssten wir alle Pläne ändern.“ Vielmehr sei es im Sinn des Vereins, dass der Bebauungsplan überarbeitet und auf die Baupläne abgestimmt wird. Das bedeutet wiederum: Der Verein zieht sein Baugesuch zurück und nimmt in Kauf, dass die Bauarbeiten wohl erst im kommenden Frühjahr beginnen.

Die entsprechende Bebauungsplanänderung soll gleich nach der Sommerpause im Gemeinderat in Gang gebracht werden, sagte Schölzel. Parallel zu dem Verfahren werde man dann das Baugesuch des Vereins behandeln.

Dann solle der Verein aber auch, warf Thomas Obermüller (Liste Weissacher Bürger) ein, möglichst konkret darstellen, wie die gastronomische Nutzung aussehen soll. Denn darüber war, wie Noack zuvor gesagt hatte, momentan noch keine genaue Aussage möglich.

SVU-Sportheim vor dem Brand: Das eingeschossige Gebäude lag größtenteils unter dem Straßenniveau. Archivfoto

© Gemeinde

SVU-Sportheim vor dem Brand: Das eingeschossige Gebäude lag größtenteils unter dem Straßenniveau. Archivfoto

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Erstellt:
30. Juli 2019, 06:00 Uhr

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