Einsatzmarathon für DRK-Helfer
Mehr als 70 Hilfeleistungen des Deutschen Roten Kreuzes sind am Berg-Heimspiel-Wochenende nötig

© Pressefotografie Alexander Beche
Die Ruhe vor dem Sturm: Andreas Esters, Leiter der Bereitschaft des DRK Aspach, und Notärztin Stephanie Haaf sind einige Stunden, bevor das Event beginnt, noch entspannt. Foto: A. Becher
Von Yvonne Weirauch
ASPACH. In den vergangenen Jahren habe es beim Andrea-Berg-Heimspiel beispielsweise fünf Schlaganfälle gegeben. Ein Arbeiter stürzte nach Konzertende von der Bühne. Weil DRKler nachts vor Ort waren, konnten sie ihn erstversorgen, erinnert sich Andreas Esters, der beim Berg-Konzert die Sanitätsstelle koordiniert, in der Patienten während der Veranstaltungen behandelt werden. In diesem Jahr, beim 14. Heimspiel der Sängerin, waren es mehr als 70 Hilfeleistungen. „Am Freitag hatten wir 27 Einsätze, davon drei Kliniktransporte“, berichtet Sina Löhle, stellvertretende Kreisbereitschaftsleiterin.
Am Samstag habe man 47 Vorfälle verzeichnet; unter anderem habe ein Patient einen heftigen Asthmaanfall erlitten und sei sofort in die Klinik gefahren worden. Größtenteils seien es Patienten mit einem Kreislaufkollaps gewesen, um die sich die Helfer vor allem am Samstag kümmern mussten. „Damit war aber bei dem schwül-heißen Wetter zu rechnen. Und dann trinken die Menschen zu wenig oder haben keine Mütze als Sonnenschutz“, so die 34-Jährige, die seit 2006 fürs DRK tätig ist. Ein Patient sei mit Verdacht auf Herzinfarkt ins Krankenhaus gebracht worden. Ob sich der Verdacht bestätigt hat, weiß Löhle nicht: „Sowas bekommen wir nicht gemeldet.“ Mehr als 100 Einsatzkräfte sind an den zwei Konzerttagen vor Ort, kreisweite Unterstützung ist geboten. „Ohne die Hilfe des gesamten DRK-Potenzials wäre das nicht zu meistern, denn parallel sind noch andere Veranstaltungen in der Region und die Regelversorgung darf auch nicht gefährdet sein“, erklärt Sina Löhle. Rund um das Areal im Fautenhau und im Stadion sind die DRK-Kräfte verteilt, vier Krankentransportwagen, zwei Rettungswagen stehen bereit, drei Notärzte sind ebenfalls vor Ort.
Während Andrea Berg ihre Hits singt, sind Notärzte, Helfer, Rettungs- und Krankenwagen unterwegs – die große Mehrheit ehrenamtlich. Vom Konzert bekommen die DRKler wenig mit. „Die Musik hören wir schon, und wenn Andrea Berg ihren Fans beim Meet&Greet begegnet, sind wir direkt nebenan, und können mal ums Eck gucken“, erzählt Sina Löhle schmunzelnd. Der Stadionbereich ist in zwei Hälften geteilt, wofür je ein Abschnittsleiter mit zwei Teams zuständig ist. Ein Team steht an der Bühne, die anderen sind an den neuralgischen Punkten stationiert. Medizinisches Gerät, Technik, Antennen und mehr werden im Vorfeld installiert, damit die Funkverbindung jederzeit gewährleistet ist und Einsätze zentral organisiert werden können. In der Zentrale beobachten und koordinieren DRK, Polizei, Security und Veranstalter das Geschehen.
Im Falle eines größeren Zwischenfalls stehen weitere Kräfte auf Abruf bereit. Die Vorbereitungen für dieses Großereignis in Aspach beginnen laut Löhle Wochen zuvor. Alle Eventualitäten wurden im Vorfeld durchgespielt.
Die Bereitschaft der Mitarbeiter an diesen Konzerttagen ist beachtlich. Dass die DRK-Helfer beim diesjährigen Heimspiel ein großes Pensum abgeliefert haben, beweist noch dieses Ereignis: Als man in der Nacht auf Sonntag gegen 3.20 Uhr dachte, es sei Feierabend, ging ein Notruf ein: Dachstuhlbrand in Großaspach (siehe Seite 18). „Da sind dann meine Kollegen auch noch ausgerückt“, so Löhle.