Umbau im Allmersbacher Alexander-Stift ist abgeschlossen
In den vergangenen rund drei Jahren fanden im Alexander-Stift in Allmersbach im Tal umfangreiche Umbau- und Renovierungsarbeiten statt. Die Handwerker mussten streng auf die Hygieneregeln achten, um die Bewohner nicht zu gefährden. Nun entspricht das Heim den Vorgaben.

© Tobias Sellmaier
Die Zimmer im Alexander-Stift in Allmersbach sind jetzt heller und moderner. So groß wie das auf dem Foto sind die meisten allerdings nicht. Jedes Zimmer verfügt über einen eigenen Sanitärbereich und über einen Balkon oder eine Terrasse. Foto: Tobias Sellmaier
Von Anja La Roche
Allmersbach im Tal. Mit fast fünf Monaten Verspätung sind die Umbauarbeiten im Pflegeheim des Alexander-Stifts in der Gemeinde Allmersbach im Tal abgeschlossen. Unter anderem hellere Räume, neue LED-Beleuchtung, eine andere Farbakzentuierung und drei neue Küchenzeilen für die Wohngruppen bieten den Bewohnern nun ein angenehmeres Ambiente. Das von der Diakonie-Stetten betriebene Heim musste mit dem Umbau die Vorgaben der Landesheimbauverordnung erfüllen, die im Jahr 2011 in Kraft getreten ist. Ursprünglich hatte diese eine Umsetzung bis 2021 vorgesehen. Und zuletzt war der Stichtag am 21. Mai 2022 geplant. Aber jetzt ist Heimleiter Arne Vogel erst einmal froh, dass die Arbeiten trotz der andauernden Coronapandemie gelungen sind, Verspätung hin oder her.
Die Kosten hätten im mittleren bis oberen siebenstelligen Bereich gelegen, sagt Luis Zumbruch von der Investorengruppe Zumbruch der WZ Grundstücksgesellschaft. Darüber hinaus zeigt er sich zufrieden mit der Zusammenarbeit und auch Arne Vogel und Bürgermeisterin Patricia Rall loben eine gute Kooperation. „Als Kommune ist es uns wichtig, dass die Pflegeversorgung im Ort auch zukünftig zentral gesichert ist“, betont Patricia Rall bei der Einweihung der modernisierten Räume. Es sei ein wichtiges Anliegen der Gemeinde, dass pflegebedürftige Anwohner in der Nähe ihrer Familie einen Platz finden können. Diesem Anliegen wird auch der nächste Schritt Rechnung tragen können: Mit einer Erweiterung des bestehendes Gebäudes sollen weitere Plätze geschaffen werden. Dadurch will die Einrichtung zum einen ihre Wirtschaftlichkeit gewährleisten und zum anderen der steigenden Nachfrage gerecht werden können, die künftig wohl noch zunehmen wird.
Eine klare Abgrenzung von Baubereich und Bewohnern war wichtig
Heimleiter Vogel blickt auf eine heikle, knapp dreijährige Bauzeit zurück. „Ich hätte mir nicht erträumt, dass das trotz der schweren Zeit mit Corona so funktioniert“, sagt er. Stets mussten verschiedenste Handwerker ins Gebäude. Mit ihnen kam die Gefahr, das eine Coronainfektion in das Altenheim gelangt. Es habe daher große Bemühungen gegeben, die Baubereiche von den Bewohnern abzugrenzen und so das Risiko einer Ansteckung zu verringern. Das Personal musste die Bodenleger, Maler und Co. zudem stets über die strengen Hygieneregeln im Heim unterrichten.
Ein weiterer Stressfaktor sei der ständige Umzug der Bewohner gewesen, erzählt Vogel. Vor dem Umbau konnte die Zahl der betreuten Personen von 39 auf 28 verringert werden. Dadurch mussten sie nicht in eine andere Einrichtung umquartiert werden. Aber innerhalb des Heims seien während der Bauzeit insgesamt 80 Umzüge notwendig gewesen. Trotz der tatkräftigen Unterstützung vieler Angehöriger habe dies das Personal sehr belastet, sagt der Heimleiter.
Teilweise ging es um weniger als einen Quadratmeter
Die Vorgaben vom Land führten zu einigen Anpassungen am Gebäude, die lächerlich wirken könnten. So die Notwendigkeit, die Einzelzimmer an die vorgegebene Quadratmeterzahl anzupassen (siehe Infobox). Dabei sei es teilweise um weniger als einen Quadratmeter gegangen, erklärt Arne Vogel. Die Handwerker hätten bei manchen Zimmern lediglich die Tür wenige Zentimeter versetzen müssen. Die Küchenzeilen lassen bislang auch auf ihren erhofften Nutzen warten: Laut Landesverordnung soll jede Wohngruppe – bestehend aus 12 bis 15 Personen – über eine eigene Küche verfügen. Dort können die Bewohner gemeinsam das Essen aufwärmen und verspeisen, das in der zentralen Küche zubereitet wird. Bislang würden die Senioren aber ihre Mahlzeiten wie gehabt im großen Speisesaal zu sich nehmen und das neue Angebot nicht wahrnehmen. Sie müssten sich erst an die kleineren Gruppen gewöhnen, vermutet Pflegedienstleiterin Melanie Kollar.
Eine weitere Änderung aufgrund der Landesvorschriften sei die Abschaffung von Doppelzimmern, erklärt Vogel. Er fügt beruhigend hinzu: Zum einen würden fast alle Bewerber ein Einzelzimmer wünschen und zum anderen gebe es die Möglichkeit manche Zimmer mittels einer Verbindungstür zueinander zu öffnen. Das hellere und modernere Innenleben im frisch renovierten Alexander-Stift ist nun wieder im Regelbetrieb. Die für den Umbau frei gehaltenen Plätze sind schon wieder vergeben.
Landesheimbauverordnung Bei Bewohnerzimmern in Wohngruppen muss die Zimmerfläche ohne Vorraum mindestens 14 Quadratmeter oder einschließlich Vorraum mindestens 16 Quadratmeter sowie die lichte Raumbreite mindestens 3,2 Meter betragen. Sanitärbereiche zählen nicht zur Zimmerfläche. Die Bildung von Wohngruppen muss möglich sein.