Sulzbachs Bürgermeister Dieter Zahn ist 30 Jahre im Amt
Viele Jahre im Dienste der Gemeinde: Bürgermeister Dieter Zahn erhält beim Bürgerempfang in Sulzbach an der Murr eine Urkunde für seine 30 Jahre im Amt. Zudem wird mit Adolf Heger ein ebenfalls langjährig engagierter Sulzbacher geehrt.

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Für 30 Jahre im Amt wurde Sulzbachs Bürgermeister Dieter Zahn (links) geehrt, seine Frau Martina (rechts) erhielt einen Blumenstrauß, die Gemeinderäte Steffen Schmidt und Edelgard Löffler übergaben die Urkunde.
Von Klaus J. Loderer
Sulzbach an der Murr. Die Beständigkeit der Bürger der Gemeinde Sulzbach an der Murr demonstrierte Edelgard Löffler als erste ehrenamtliche Stellvertreterin des Bürgermeisters anhand des Wahlverhaltens bei den letzten Bürgermeisterwahlen: Seit nunmehr 30 Jahren ist Dieter Zahn Bürgermeister. Seine Ehrung stand im Mittelpunkt des Bürgerempfangs der Gemeinde am vergangenen Freitag in der Gemeindehalle.
Doch zunächst gab Dieter Zahn einen Bericht über die Aktivitäten in der Gemeinde. Dass dieser sehr ausführlich ausfiel, lag daran, dass seit 2019 wegen der Coronaverordnungen kein Bürgerempfang mehr stattgefunden hatte. Um die Rede kurzweiliger zu gestalten, wurde sie nicht nur mit Bildmaterial illustriert, sondern Zahn hatte auch noch für jedes Kapitel ein besonderes Objekt mitgebracht. Den Auftakt machte eine Sirene, die Zahn sogleich erklingen ließ. Es folgte die deutliche Ansage Richtung Berlin: „Der Erfolg der Politik hängt von den Städten und Gemeinden ab.“ Damit machte er auf deren wichtige Rolle in der Daseinsvorsorge aufmerksam. Allerdings seien sie seit „sieben Jahren im Krisenmodus“. Nun sei die Versorgungssicherheit infrage gestellt. Auf die Gemeinden prasseln von oben inzwischen so viele Forderungen ein, dass man sich fragen müsse, wie lange die Standards noch haltbar seien.
Viele Baumaßnahmen im Gemeindegebiet sind auf gutem Wege
Und noch eine deutliche Ansage nach Berlin und Stuttgart kam: „Wer bestellt, bezahlt!“ Erfreulicher war Zahns Bericht aus der Gemeinde, für den er einen kleinen Bagger mitgebracht hatte. Da konnte er von vielen Baumaßnahmen berichten, angefangen vom durch ein Wasserwerk ersetzten Hochbehälter Schleißweiler, vom Ausbau des Nahwärmenetzes in Zusammenarbeit mit der Süwag, wobei immerhin 90 Prozent der Wärme aus regenerativen Energiequellen kommt, von der Sanierung der Lautereck-Realschule, der Digitalisierung in der Gemeinschaftsschule und von umfangreichen Hochwasserschutzmaßnahmen.

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Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger sowie Gäste aus der Region kamen in der Sulzbacher Gemeindehalle zusammen. Fotos: Jörg Fiedler
Der Glasfaserausbau solle 2023 fertig werden, eine Waldkindergartengruppe solle entstehen, wegen der weiteren Aufnahme von Flüchtlingen entstehe ein erhöhter Wohnraumbedarf. Zu einem Problem entwickle sich die Bundesstraße 14, die zunehmend als Rennstrecke genutzt werde. Ein Lob ging an die Rathausmannschaft: „Sie leisten sehr gute Arbeit.“
„Wichtig war ihm immer die Ausstattung von Schulen und Kindergärten“
Dass Dieter Zahn inzwischen 30 Jahre lang Sulzbachs Bürgermeister ist, war der Anlass einer Ehrung, bei der die erste stellvertretende Bürgermeisterin Edelgard Löffler wichtige Leistungen ins Gedächtnis rief und dabei besonders Bauprojekte wie die Sanierung von Schloss Lautereck, die Neugestaltung der Ortsmitte und den Umbau des Feuerwehrhauses hervorhob: „Wichtig war ihm immer die Ausstattung von Schulen und Kindergärten.“ Sie lobte, dass er immer die Finanzen im Blick habe und gut im Beschaffen von Zuschüssen sei. Die Urkunde des Gemeindetags Baden-Württemberg übergab Edelgard Löffler zusammen mit dem zweiten stellvertretenden Bürgermeister Steffen Schmidt. Im Namen der Rathausmitarbeiter dankte Hauptamtsleiter Michael Heinrich und überreichte als Geschenk der Verwaltung „ein pralles Bürgermeisterleben in zwei Bänden, eine Chronik Ihres Wirkens“.
„Dieter Zahn pflegt ein gutes Verhältnis zu seinen Bürgermeisterkollegen in den Nachbargemeinden“, lobte Landrat Richard Sigel. 1992 sei Zahn der jüngste Bürgermeister im Rems-Murr-Kreis gewesen, inzwischen sei er der dienstälteste. „Er ist länger mit der Gemeinde verheiratet als mit seiner Frau“, spann der Landrat das Zahlenspiel noch weiter, da Zahn tatsächlich erst kurz nach seiner Wahl heiratete. Auch in Stuttgart beachte man den Bürgermeister: „Im Verkehrsministerium musste man ihn kürzlich zur Kenntnis nehmen, als er auf die Zustände auf der Murrbahn hinwies.“ Auch die Freiwillige Feuerwehr Sulzbach ließ es sich nicht nehmen, dem Gemeindeoberhaupt zu danken. Kommandant Alexander Hübner überreichte ihm eine orangefarbene Einsatzjacke mit der Aufschrift „Bürgermeister“, die dieser sofort anprobierte.

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Adolf Heger erhielt wegen seines beispielhaften Engagements – unter anderem im DRK – den Bürgerpreis der Gemeinde.
Eine weitere Ehrung stand mit der Verleihung des Sulzbacher Bürgerpreises an Adolf Heger an. Bürgermeister Dieter Zahn hob sein beispielhaftes Wirken für das Gemeinwesen hervor, das sich bei Heger durch sein Engagement beim Deutschen Roten Kreuz äußere. Dessen Ortsverband gehöre Heger seit 65 Jahren mit vielen aktiven Aufgaben an. Besonders liege ihm die Förderung des Nachwuchses am Herzen. So habe er 1979 eine Jugendabteilung gegründet, um Kinder spielerisch an die Aufgaben heranzuführen. Seit 2004 sei Heger Ehrenmitglied des DRK-Ortsverbands und Gründungsmitglied des Karnevalsvereins, der ihn 2012 zum Ehrenmitglied ernannt habe. Als beliebter Büttenredner sei er für seine Pointen bekannt und ein prominentes Mitglied im Elferrat.
Der Musikverein 1880, geleitet von Markus Thürmer, gestaltete den Empfang musikalisch. Zwischendurch zeigten Leistungsturnerinnen des Turnvereins Sulzbach (TVS) ihr Können mit akrobatischen Leistungen. Geehrt wurden auch die regelmäßigen Blutspenderinnen und Blutspender der Gemeinde. Bei der abschließenden Sportlerehrung standen die Damen 40 des Tennisclubs Sulzbach an der Murr (TCS) im Vordergrund (über beide Ehrungen berichten wir noch separat). Der offizielle Teil schloss mit der Nationalhymne. Für den Stehempfang hatte der TVS ein üppiges Büfett vorbereitet, auf dem auch schwäbische Köstlichkeiten wie Salzkuchen nicht fehlten.