Warnstreiks mit hoher Beteiligung: Nahverkehr lahmgelegt
dpa/lsw Ulm/Konstanz. Am Bodensee kommt wegen eines Warnstreiks der Nahverkehr zum Erliegen. In Ulm streiken zudem Tausende Beschäftigte des öffentlichen Dienstes. Vor den nächsten Verhandlungsrunden möchte die Gewerkschaft Verdi so den Druck erhöhen.

Eine Fähre legt im Fährhafen in Konstanz ab, um über den Bodensee nach Meersburg zu fahren. Foto: Felix Kästle/dpa/Archivbild
Tausende Arbeitnehmer im Südwesten haben am Donnerstag an Warnstreiks teilgenommen. In Ulm auf dem Münsterplatz kamen nach Angaben eines Sprechers der Gewerkschaft Verdi rund 2000 Teilnehmer zusammen, um für bessere Löhne und Arbeitsbedingungen im öffentlichen Dienst zu streiken. In den Landkreisen Ludwigsburg und Pforzheim seien rund 700 weitere am Streik beteiligt gewesen.
Im kommunalen Nahverkehr streikten Mitarbeiter in Konstanz und Esslingen. Dort fuhren von Beginn der Frühschicht an keine Busse, wie der Sprecher sagte. Auch Bodensee-Pendler mussten mehr Zeit einplanen: Der Fährbetrieb zwischen Meersburg und Konstanz sollte ganztägig stillstehen. In Stuttgart, Heilbronn, Karlsruhe und Baden-Baden streikten zudem Beschäftigte in der Fahrkartenkontrolle, den Werkstätten, Kundenzentren sowie auch in Teilen der Verwaltung. Insgesamt beteiligten sich den Angaben zufolge knapp 1000 Beschäftigte am Warnstreik im kommunalen Nahverkehr. Man hätte in sieben Städten alles lahmlegen können, aber wolle die Bevölkerung wie angekündigt weniger belasten, sagte der Verdi-Sprecher.
Die Beschäftigten im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen fordern eine Anhebung der Einkommen um 4,8 Prozent oder mindestens 150 Euro pro Monat für ein Jahr. Zudem sollen Ausbildungsvergütungen und Praktikantenentgelte um 100 Euro im Monat steigen und die Arbeitszeiten in Ost und West angeglichen werden. Am 22. und 23. Oktober wollen beide Seiten darüber verhandeln.
Für die Beschäftigten im kommunalen Nahverkehr fordert die Gewerkschaft unter anderem Entlastungstage, bessere Überstundenregelungen und mehr Urlaubsgeld. Hier ist die nächste Verhandlungsrunde für den 3. November geplant.