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Warum steigt der Goldpreis? - Aktuelle Gründe & Faktoren
Aktuell befindet sich der Goldpreis auf einem historischen Höhenflug, aber was sind die Gründe? Diese Veränderungen und Entwicklungen befeuern den Rekordkurs.

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Erfahren Sie die wichtigsten Gründe für den rasanten Goldpreis-Anstieg: US-Zollpolitik, geopolitische Konflikte und Inflation als Haupttreiber.
Von Matthias Kemter
Der Goldpreis befindet sich seit Monaten auf einem Höhenflug und hat über das Wochenende nun auch eine neue Rekordmarke über der psychologisch wichtigen Grenze von 3.100 US-Dollar erreicht. Das erste Quartal 2025 schließt für den Goldpreis somit auf einem historischen Niveau ab (das beste seit 39 Jahren). Die Gründe dafür sind schlüssig.
1. US-Zollpolitik als Kurstreiber
Ein zentraler Faktor, der den Goldpreis momentan stark beeinflusst, ist die aggressive US-Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump. Hintergrund ist die wachsende Sorge vor einem globalen Handelskrieg, nachdem US-Präsident Donald Trump eine weitere Zollrunde angekündigt und einen 25-prozentigen Zoll auf Autoimporte unterzeichnet hat. Die Aufmerksamkeit liegt hier vor allem auf den "Zolltag" am 2. April 2025. Diese Entwicklung erhöht die Risikoaversion an den Märkten und verstärkt den Zufluss in sichere Häfen wie Gold.
2. Geopolitische Risiken: Ukraine-Krieg & Naher Osten
Neben der US-Zollpolitik befeuern auch geopolitische Spannungen den Goldpreis. Die Hoffnung auf eine Waffenruhe im Ukraine-Konflikt hat sich in den vergangenen Wochen weiter zerschlagen. Anhaltende Kämpfe und fehlende Fortschritte bei Verhandlungen sorgen für Verunsicherung. Die Lage im Nahen Osten hat sich ebenfalls verschärft, nachdem Israel seine Bodenangriffe intensiviert hat. Sorgen um eine mögliche Ausweitung des Konflikts treiben Anleger zum “sicheren Hafen” Gold. Historisch hat sich Gold stets als Fluchtwährung in Krisen- und Kriegszeiten bewährt. Je instabiler die weltpolitische Lage, desto stärker tendiert der Goldpreis zu steigen.
3. Gold als Inflationsschutz
Drohende Handelskriege sowie eine angespannte geopolitische Lage erhöhen ebenfalls die Inflationssorgen der Anleger. Die Befürchtung, dass steigende Preise die wirtschaftliche Entwicklung in den USA und global belasten, nimmt zu. Die Krisenwährung Gold kann gerade in Zeiten höherer Inflation und Rezessionsängste seinen Charakter als Wertspeicher ausspielen.
4. Zentralbanken und ETF-Zuflüsse
Ein ebenfalls nicht zu unterschätzender Einflussfaktor ist das Verhalten großer Marktteilnehmer. Weltweit greifen Zentralbanken vermehrt zum Edelmetall, um ihre Reserven zu diversifizieren. Während die FED und die Bundesbank ihre Bestände weitgehend konstant halten, bauen Länder wie China und Indien seit der Finanzkrise 2008 vermehrt Goldreserven auf. Börsengehandelte Goldfonds (ETFs) verzeichneten in den vergangenen Monaten ebenfalls Zuflüsse. Viele Privatanleger und institutionelle Investoren nutzen Gold-ETFs, um von einem steigenden Goldpreis zu profitieren, ohne physische Barren oder Münzen besitzen zu müssen. Je mehr Kapital in Gold fließt, desto stärker wird die Aufwärtsbewegung am Goldmarkt.
Fazit: Krisen & Unsicherheiten stützen den Goldpreis
Die aktuelle Rekordrally des Goldpreises wird von einer komplexen Mischung aus geopolitischen Konflikten, US-Zollpolitik, Inflation und starker Nachfrage seitens Zentralbanken und den Märkten angetrieben. Der Preis stieg im bisherigen Jahresverlauf um fast 20 Prozent und markierte damit das beste Quartal seit 1986. Mehrere Großbanken haben ihre Prognosen auf 3.300 bis 3.400 US-Dollar angehoben. Trotz der starken Rally ist eine kurzfristige Korrektur nicht ausgeschlossen, wenn es zu Gewinnmitnahmen nach der bevorstehenden Zollankündigung kommen sollte.