Weissacherin Sabrina Stelly erhält Auszeichnung beim Internationalen Speaker Slam

Für ihren Vortrag „Begeistern Sie Ihre Mitarbeiter“ erhielt Sabrina Stelly aus Weissach im Tal kürzlich eine Auszeichnung beim 12. Internationalen Speaker Slam von Hermann Scherer. Nun strebt sie eine berufliche Tätigkeit als Speakerin an.

Beim Internationalen Speaker Slam ist Sabrina Stelly gegen 146 weitere Rednerinnen und Redner aus 18 Nationen angetreten. Foto: Tobias Sellmaier

© Tobias Sellmaier

Beim Internationalen Speaker Slam ist Sabrina Stelly gegen 146 weitere Rednerinnen und Redner aus 18 Nationen angetreten. Foto: Tobias Sellmaier

Von Annette Hohnerlein

Weissach im Tal. „Viele Menschen sind sehr unzufrieden damit, wie sie geführt werden“, stellt Sabrina Stelly fest. Sie selbst musste diese Erfahrung zwar nie machen, versichert die Betriebswirtin, die bei einem mittelständischen Unternehmen in Fellbach als Ausbildungsleiterin und im Controlling arbeitet. Aber es gebe Studien, die besagen, dass 40 bis 80 Prozent aller Firmenbeschäftigten innerlich gekündigt haben. Eine Entwicklung, die in Zeiten fehlender Fachkräfte fatal ist. Hier möchte die junge Frau ansetzen; das Thema Mitarbeiterführung liegt ihr am Herzen. In den vergangenen zwei Jahren habe sich bei ihr aus dem Beruf heraus der Wunsch entwickelt, als Speakerin, das heißt als Vortragsrednerin, ihre Vorstellungen von einem gelungenen Miteinander im Unternehmen weiterzugeben.

Eine gute Gelegenheit für dieses Vorhaben war der 12. Internationale Speaker Slam, der Ende September am Sitz der Hermann-Scherer-Studios in Mastershausen im Hunsrück ausgetragen wurde. Der Wettbewerb bietet Speakern gegen eine Kostenpauschale die Möglichkeit, sich einem größeren Publikum zu präsentieren. Nach einem vorbereitenden Seminar und der Vorrunde, die einen Tag vor dem eigentlichen Wettbewerb stattfand, musste Stelly im Finale gegen 146 Rednerinnen und Redner aus 18 Nationen antreten. Damit wurde ein Weltrekord aufgestellt: Noch nie hatte ein Speaker Slam mit so vielen Teilnehmern stattgefunden.

In nur vier Minuten mussten die Redner das Publikum von sich überzeugen

Es waren Profis und Amateure am Start, die meisten hätten das Ziel, als Speaker beruflich tätig zu werden, erzählt Stelly. Das Thema war jedem Redner selbst überlassen, sodass von Wirtschaft über Kunst und Kultur bis hin zu lebenspraktischen Empfehlungen wie etwa Tipps für einen besseren Schlaf alles vertreten war.

„Der besondere Reiz des Wettstreits lag in der Kürze der Redezeit“, erklärt die Nachwuchsspeakerin. Denn jedem Redner standen nur genau vier Minuten zur Verfügung, danach wurde das Mikrofon abgeschaltet. „Ich musste im Vorfeld meine Rede kürzen und mir überlegen, wie ich auf die Kernpunkte hinführe und die Message auf den Punkt bringe.“

Ein Punkt, den Stelly für unverzichtbar hält, ist Wertschätzung

Und was empfiehlt Stelly nun einem Chef, der seine Mitarbeiter begeistern möchte? Ein Punkt, den sie für unverzichtbar hält, ist Wertschätzung. Führungskräfte sollten sich darüber Gedanken machen und ihre Wertschätzung den Mitarbeitern gegenüber auch zum Ausdruck bringen. Zu einem guten Umgang miteinander gehöre auch, dass man sich aufeinander verlassen könne; gegebene Zusagen müssten eingehalten werden, auch wenn es manchmal unbequem sei.

Es gebe auch Firmen, die für ihre Belegschaft materielle Anreize schafften, sogenannte Incentives wie zum Beispiel ein firmeneigenes Fitnessstudio oder edel ausgestaltete Büros. Das könnten sich kleine oder mittelständische Firmen allerdings oft nicht leisten und das sei auch gar nicht entscheidend für die Zufriedenheit im Unternehmen. „Wenn das Verhältnis zwischen Führungskräften und Mitarbeitern nicht stimmt, dann bringen solche Dinge nur bedingt etwas“, ist Stelly überzeugt. Es gebe Möglichkeiten, mit überschaubaren Mitteln das Betriebsklima zu verbessern.

Zuhörer sollen nicht nur dazulernen, sondern auch Spaß am Vortrag haben

Was die 33-Jährige ihren Zuhörern sagen will, bringt sie ihnen nicht nur auf fachlicher Ebene nahe, sondern veranschaulicht es auch durch Geschichten und Beispiele, gerne aus dem persönlichen Bereich. „Die Leute sollen Spaß haben. Ich möchte nicht, dass sie am Ende sagen: Dieser Mensch ist total kompetent, aber ich habe mich zu Tode gelangweilt.“

Mit ihren Ideen würde Stelly in Zukunft gerne vermehrt Verantwortungsträger in Unternehmen ansprechen. Daher strebt sie eine nebenberufliche Tätigkeit als Speakerin an. Ihr Ziel ist es, bei Firmenevents, Sitzungen oder Mitgliedertreffen den Teilnehmern ihre Vorstellungen von guter Mitarbeiterführung zu vermitteln. Dabei sieht sie ihre Aufgabe als Speakerin darin, die Menschen zu inspirieren, ihnen Impulse zu geben und Wege aufzuzeigen, anders als ein Coach, der in einem zweiten Schritt für die Umsetzung zuständig wäre. „Der Speaker Slam war ein Testlauf für mich“, sagt Stelly, „die positiven Rückmeldungen haben mich darin bestärkt, dass das ein gangbarer Weg für mich ist.“

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Erstellt:
13. Oktober 2022, 15:30 Uhr

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